04.01.2013 10:25
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Paukenschlag im Solarsektor

Heiko Aschoff Kolumne

Heiko Aschoff
Der Multi-Milliardär Warren Buffett lässt die Sonne lachen. Mit dem Kauf des weltweit größten Solarprojekts von Sunpower in Kalifornien geht ein Weckruf durch die Branche.
Eine deutsche Solarworld oder SMA Solar springen prozentual zweistellig in die Höhe. Wie zu besten Zeiten des Solarbooms.

Steckt mehr dahinter?

Keine Frage, für die Solarbranche ist das ein Lichtblick. Für Buffetts Holding Berkshire Hathaway nur eine Beteiligung von vielen. Ob es sich um ein Strohfeuer handelt, sollte sich in den nächsten Wochen offenbaren.

Zeug zum Pivotereignis

Falls Großinvestoren den Bereich wieder entdecken, sollten die Platzhirsche der Branche einen Aufwärtstrend ausbilden. Ein weiteres Indiz wären stabile Kurse an schwachen Börsentagen bei erhöhten Umsätzen. Es wäre nicht das erste Mal, dass zu Jahresbeginn die Weichen für einen Anlagetrend gestellt werden.

Hellsehen hilft nicht

Um es herauszufinden, bleibt nur die akribische Beobachtung des Akkumulationsverhaltens der smarten Investoren und die Reaktion der Aktien auf wichtige Nachrichten.

Wer könnte noch profitieren?

Nicht nur Solaraktien sollten überprüft werden, sondern regenerative Energien allgemein. Scannen Sie die Branche nach auffälligem Kursverhalten. Überprüfen Sie bei den Kandidaten die fundamentale Story.

Um ein exotisches Beispiel zu nennen: Die 2G Energy AG aus Heek in Westfalen stellt Blockheizkraftwerke her. Die Expansion in den USA läuft an. Die marktenge Aktie hat einen kurzfristigen Aufwärtstrend ausgebildet.

Abbildung 1: Seit dem Ausverkauf im September geht es aufwärts.

Langfristig sieht es auch nicht schlecht aus. Eine mustergültige Konsolidierung seit einem Jahr. Eine gute Basis für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Positive Überraschungen über den Geschäftsverlauf wären der ideale Katalysator.

Abbildung 2: Die lange Konsolidierung bietet eine Basis.

US-Investoren zuversichtlich

Beim Blick über den Branchenteller hinaus signalisiert der marktbreite Bullish Percent Index der New Yorker Börse Kaufbereitschaft. "Bull Confirmed" lautet die Einschätzung. Einziger Wermutstropfen: Das Bild der anderen Bullish Percent Indizes ist nicht so positiv. Insgesamt ein sehr knappes Indikatorsignal.

Regenerative Energien: Strohfeuer oder Auftaktveranstaltung?

Diese Frage kann heute nicht beantwortet werden. Aber: Setzt sich das jüngste Akkumulationsverhalten gepaart mit positiven Kursreaktionen bei den Branchenführern fort, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Anlagethemas. Wo wir gerade dabei sind: So wie bei den Stahlaktien. Eine Klöckner oder Salzgitter versuchen aus dem Tal heraus zu kommen.

Erläuterung der Bullish Percent Systematik:

Man bezeichnet eine Aktie als bullisch, wenn das letzte Signal ein Kauf war (die letzte Säule von den "X" übersteigt die vorhergehende Säule von "X"). Dagegen nennt man eine Aktie bärisch, wenn das letzte Signal ein Verkauf war (die letzte Säule von den "O’s" fällt unter die vorhergehende Säule von "O’s"). Wenn die Mehrzahl der Aktien Kaufsignale zeigen ist das ein Hinweis, dass der Gesamtmarkt eher zu höheren Preisen tendiert. Gibt es dagegen mehr Aktien mit Verkaufssignalen, ist eher mit einem fallenden Markt zu rechnen. Besonders vorsichtig sein sollte man, wenn der Dow Jones Index neue Hochs produziert und sich der Bullish Percent Index in einer deutlichen Abwärtsbewegung befindet. Die besten Verkaufssignale erhält man, wenn der Bullish Percent über die 70% Marke steigt, um anschließend wieder 6% zu fallen und unter der 70% Marke schließt. Analog werden die besten Kaufsignale erzielt, wenn der Index unter die 30% Marke fällt, um anschließend 6% nach oben zu drehen und wieder über die 30% Marke steigt.

Es werden insgesamt 6 Marktzustände unterschieden:

1. Bull confirmed: Bullish Percent gibt ein Kaufsignal, indem eine Säule von X’s die vorherige Säule von X’s übersteigt. Im Idealfall liegt der Index über der 50% Marke. Ein Anstieg über die 50% Marke sagt uns, dass es mehr Aktien mit einem Kaufsignal gibt als mit einem Verkaufsignal.

2. Bull alert: der Bullish Percent steigt mehr als 6% von unterhalb der 30% Grenze, aber übersteigt nicht das vorherige Hoch oder den 50% Level. In dieser Phase erreichen viele Aktien ihre Tiefs, aber die Umkehrformation signalisiert uns, dass die meisten Tiefs erreicht wurden und wir mit höherer Wahrscheinlichkeit mit steigenden Preisen rechnen können. Aber Vorsicht! Viele Aktien neigen dazu, ihre Tiefs zu testen (kräftiger Pullback), ehe sie einen Aufwärtstrend einschlagen.

3. Bull correction: das Drehen in eine "O" Spalte aus dem bull confirmed Status, wenn der Index unter 70% notiert.

4. Bear confirmed: wird definiert durch ein Fallen einer "O" Spalte unter einen vorherigen Tiefstkurs oder ein Fallen unter den 50% Level. Ab hier bieten sich Leerverkäufe an. Longpositionen sollten gesichert werden.

5. Bear alert: Drehung des Bullish Percent in eine "O" Spalte von oberhalb der 70% Grenze.

6. Bear correction: ist eine Pause innerhalb eines Abwärtstrends. Drehung nach oben in eine "X" aus dem bear confirmed Status.

Heiko Aschoff ist selbständiger Trader und Geschäftsführer der Investment Ideen GmbH. Als Banker und Pensionsfondsmanager war er mitverantwortlich für über sieben Milliarden Euro Anlagevolumen. Im Börsendienst www.investment-ideen.de stellt er seine persönlichen Anlageempfehlungen vor.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus

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