01.02.2016 11:22
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Tesla, VW, Daimler, GoPro & Co.: Stehen diese Übernahmekandidaten auf Apples Einkaufsliste?

Milliarden-Shoppingtour
216 Milliarden Dollar hat der iPhone-Hersteller in der Kriegskasse. Und für 2016 rechnen viele Analysten damit, dass Apple einiges davon für eine milliardenschwere Übernahme ausgeben wird. Wir haben uns die möglichen Kandidaten einmal angeschaut.
Apple hat mit seiner jüngsten Quartalsbilanz für Ernüchterung gesorgt. Zwar fährt der Techriese zuverlässig einen Rekordgewinn nach dem anderen ein, aber der Motor gerät ins Stocken. Der Konzern scheint an seine Wachstumsgrenze gestoßen zu sein. Aktuell ist kein Produkt auf dem Markt, das den ewigen Kassenschlager iPhone an der Verkaufszahlen-Spitze ablösen könnte. Aber Apple hat einen dreistelligen Milliardenbetrag in der Pipeline, von dem sich eine oder mehrere Zukäufe leicht bezahlen ließen und dem Unternehmen wieder auf die Überholspur verhelfen könnten. Diese Firmen kommen für eine Übernahme durch Apple in Frage.

GoPro: Der gefallene Börsenstar

Dass Apple die Fühler nach dem Action-Kamerahersteller GoPro ausstreckt, hält sich als hartnäckiges Gerücht seit Monaten am Markt. Und der Zeitpunkt könnte kaum besser sein. Der ehemalige Überflieger ist am Finanzmarkt massiv abgestürzt, die Anleger haben die jüngste Quartalsbilanz zum Anlass genommen, sich in großem Stil von Aktien des Unternehmens zu trennen. Der Einbruch des Aktienkurses kam mit Ansage, nachdem GoPro für das Weihnachtsgeschäft Erlöse von 435 Millionen Dollar berichtet hatte - weit unter dem, was Analysten und Marktteilnehmer erwartet hatten. Der Konzern hatte eingeräumt, dass man insbesondere in der ersten Hälfte des Quartals bei den Verkaufszahlen der Kameras weit unter den eigenen Erwartungen geblieben sei. Die Tatsache, dass man den Preis für den neuen Hoffnungsträger Hero4 Session um die Hälfte reduzieren musste, hatte den Umsatz zusätzlich belastet.

Eine Übernahme durch Apple wäre für die Aktionäre von GoPro ein Glücksfall. Einst gehörte das Unternehmen zu den Stars des Silicon Valley, der Gründer und CEO Nick Woodman hatte den Nischenplayer zur Marktführerschaft geführt. Nach dem Börsendebüt im Sommer 2014 schoss die Aktie in kürzester Zeit von 24 auf über 90 Dollar - damit war das Unternehmen zu Spitzenzeiten mehr als zehn Milliarden Dollar wert. Doch nach dem Aufstieg kam der Fall - die GoPro-Aktie geriet in den Folgemonaten massiv unter Druck. Einer der Gründe für den Aktienabsturz war dabei ausgerechnet Apple. Hartnäckige Gerüchte über einen möglichen Einstieg des Techriesen in den Kameramarkt hatten der GoPro-Aktie schwer zugesetzt. Zudem kamen die jüngsten Neuentwicklungen von GoPro am Markt nicht so gut an, wie erhofft.

Tesla: Der Marktführer rund um Elon Musk

Ins Portfolio würde auch der Elektroautobauer Tesla passen. Seit Monaten kursieren Gerüchte, dass Apple selbst an einem Elektro-Auto baut, Tesla-Chef Elon Musk hält dies für ein "offenes Geheimnis" im Silicon Valley. Doch offenbar gerät das geheime Projekt ins Trudeln. Der ehemalige Ford-Manager Steve Zadesky, der die Arbeit von Beginn an geleitet habe, ziehe sich aus persönlichen Gründen zurück, berichtete Bloomberg vor wenigen Tagen. Zwar gehe man davon aus, dass Apple seine Autopläne weiterverfolgt, der Abgang des Managers dürfte aber einen Rückschritt bedeuten.
Nach bisherigen Medieninformationen will Apple das Auto zum Jahr 2019 fertig haben. Ein sehr ambitioniertes Ziel, aber Apple steht in diesem Bereich unter Druck. Die Konkurrenz wächst, der Eintritt des chinesischen Startups Faraday Future in den Markt kam quasi über Nacht. Das Unternehmen, das zum Teil dem chinesischen Milliardär Jia Yueting gehört, ist finanziell gut aufgestellt und will bereits in zwei Jahren ein Serienauto am Start haben.
Apple könnte sich einen Entwicklungsvorsprung verschaffen, indem mit dem weltgrößten Elektroauto-Hersteller Tesla ein etablierter Player übernommen wird. Das Unternehmen rund um CEO Elon Musk verfügt über weitreichende Erfahrung in diesem Bereich, insbesondere mit seiner fortgeschrittenen Batterie-Technologie könnte Tesla Apple in seinen Planungen einen gewaltigen Schritt voranbringen.
Tesla dürfte allerdings nicht zum Schnäppchenpreis zu haben sein, das Unternehmen wird an der Börse mit über 30 Milliarden Dollar bewertet. Fraglich ist zudem, ob die Chemie zwischen Apple und Tesla passen würde. Die Lager stehen sich nicht eben freundlich gegenüber und das nicht erst, seitdem bekannt wurde, dass Apple immer wieder Mitarbeiter von Tesla für sein geheimes Autoprojekt abgeworben haben soll. Musk kommentierte dies lakonisch mit den Worten, dass die abgeworbenen Ex-Tesla-Angestellten ohnehin keine Chance beim E-Autobauer gehabt hätten, "Wenn man es bei Tesla nicht schafft, geht man eben zu Apple. Apple ist Teslas Friedhof", so der streitbare CEO.

Box oder Dropbox: Verstärkung für die Cloud

Als der damalige Apple-Chef Steve Jobs im Jahr 2009 Übernahmeverhandlungen mit dem Cloud-Dienst Dropbox führte, erfuhr man darüber nur wenig. Erst zwei Jahre später räumte der CEO von Dropbox, Drew Houston, ein, dass Steve Jobs ihn mit einer neunstelligen Summe davon überzeugen wollte, sein Start Up an Apple zu verkaufen. Eine Übernahme würde auch heute noch Sinn machen - möglicherweise mehr als noch vor einigen Jahren.

Mit iOS8 und OS X 10.10 ging Apples Cloud-Dienst iCloud Drive an den Start. Doch der Dienst kämpft immer wieder mit Stabilitätsproblemen, die Synchronisation von Daten verläuft bei vielen Kunden nicht immer reibungslos. Mit dem Kauf von Dropbox könnte sich Apple einen starken Anbieter ins Haus holen, um beim eigenen Dienst nachzubessern.
Während Dropbox 2009 noch für eine neunstellige Summe zu haben gewesen wäre, hat sich der Wert des Unternehmens seither massiv gesteigert. Apple müsste inzwischen wohl rund zehn Milliarden Dollar locker machen, um Dropbox zu übernehmen.

Alternativ wäre der Konkurrenzdienst Box ein günstigerer Zukauf. Dem Vernehmen nach sollen sich die Unternehmen in den vergangenen Monaten näher gekommen sein. Nach dem 2015 erfolgten Börsengang verfügt Box über eine Marktkapitalisierung von rund 1,6 Milliarden Dollar und wäre somit deutlich günstiger zu haben als der Rivale, der seine Börsenpläne bislang noch nicht realisiert hat.

Adobe: Unternehmensmarkt im Visier

Ebenfalls als möglicher Übernahmekandidat gehandelt wird am Markt Adobe Systems. Das IT-Schwergewicht liegt seit Jahren mit Apple im Clinch, weil der Konzern sich weigert, Flash auf seinen mobilen Geräten anzubieten. Bei einer Übernahme könnten nicht nur die Technologien von Adobe Einzug auf dem iPhone und iPad halten, zeitgleich könnte Apple seine Bemühungen im Unternehmensmarkt verstärken. Als kleines Goodie könnte Apple mit dem Kauf von Adobe dem ewigen Konkurrenten Microsoft eins auswischen: Im Jahr 2010 hatte es offenbar Gespräche über eine Übernahme zwischen Microsoft und Adobe gegeben, die aber erfolgslos im Sande verliefen.

IBM: Vom Rivalen zum Partner

Was noch vor einigen Jahren niemand je erwartet hätte: Die einstigen Erzrivalen Apple und IBM arbeiten zusammen. Im Jahr 2014 verkündeten die beiden US-Unternehmen ihre Zusammenarbeit im Firmenkundengeschäft. Konkret sollen Apple-Geräte mit IBM-Diensten ausgestattet werden, um im Unternehmensalltag zum Einsatz zu kommen. "MobileFirst for iOS" heißt die Dachmarke, unter der Apps für Apple-Geräte entwickelt und ausgerollt werden sollen. Während Apple sich um die Hardware kümmert und auch den Support dafür übernimmt, kümmert sich IBM darum, die iOS-Geräte mit spezieller Software an Kunden zu verkaufen und vor Ort Support zu leisten.

Für eine Übernahme würde sprechen, dass beide Unternehmen durch die Partnerschaft bereits verbandelt sind. Darüber hinaus läuft es für das IT-Schwergewicht aktuell nicht besonders gut. Im letzten Quartal brachen sowohl Umsatz als auch Gewinn massiv ein. Auch die Zukunftsaussichten sind wenig optimistisch: "Die sehr schwachen Unternehmensziele lassen vermuten, dass der Wendepunkt in der Unternehmenstransformation noch schwer auszumachen ist", kommentierte Analyst James Schneider von Goldman Sachs, die schwachen Zahlen.

Eigentlich der ideale Zeitpunkt für Apple, sich den Partner komplett einzuverleiben, denn die Aktie ist aktuell vergleichsweise günstig. Möglicherweise ist die Tatsache, dass Investorenlegende Warren Buffett bei IBM investiert bleibt, auch ein Hinweis darauf, dass das "Orakel von Omaha" auf eine Kurserholung hofft, wenn IBM zum Übernahmekandidaten wird.

Volkswagen

Apples Ambitionen, in den Fahrzeugmarkt einzusteigen, könnte auch große deutsche Konzerne ins Visier der Amerikaner rücken. Volkswagen, hinter Toyota der zweitgrößte Autobauer der Welt, steckt derzeit in der schwersten Krise seiner Geschichte. Der Abgasskandal dürfte das Unternehmen Milliarden kosten, der Imageschaden ist kaum zu bezahlen. Das hat auch der Aktie des größten deutschen Autobauers einen kräftigen Schlag versetzt, in kurzer Zeit haben die VW-Vorzüge massiv an Wert verloren. Günstiger als aktuell war der Konzern seit sehr langer Zeit nicht zu haben.

Dennoch ist eine Übernahme durch Apple wenig wahrscheinlich. Auch wenn der Börsenwert von Volkswagen massiv geschrumpft ist, der Aufschlag den Apple den Wolfsburgern bieten müsste, wäre weder im Interesse der VW-Aktionäre noch der Anteilseigner der US-Amerikaner. Zudem müsste Apple zunächst am größten VW-Aktionär Porsche vorbei, auch das Land Niedersachsen dürfte etwas dagegen haben, dass sich Apple den deutschen Vorzeigekonzern einverleibt. Das VW-Gesetz und die Aktionärsstruktur dürfte es also wenig wahrscheinlich machen, dass Apple in Wolfsburg shoppen geht.

BMW oder Daimler

Realistischer, wenn auch ebenfalls wenig wahrscheinlich wäre eine Übernahme von BMW. Der Kauf würde den US-Amerikanern quasi über Nacht Zugang zu jahrzehntelang angehäuftem Branchen-Know-How ermöglichen. Zudem böte das Unternehmen ein komplett ausgebautes Fertigungs- und Vertriebsnetz und das weltweit. Doch es gibt hier ein ähnliches Problem wie bei Volkswagen: Starke Aktionäre dürften eine Übernahme verhindern. Was bei VW Niedersachsen und Porsche sind, sind bei BMW die Familien Quandt und Klatten. Dass Apple diese Anteilseigner davon überzeugen kann, einer Übernahme zuzustimmen, ist unwahrscheinlich.

Anders sieht es beim Stuttgarter Daimler-Konzern aus. Daimler hat keine Großaktionäre, die dem Unternehmen gegen feindliche Übernahmen den Rücken stärken. Die Engagements des Emirats Kuwait und von Renault/Nissan dürften nicht stark genug sein, einen Riesen wie Apple abzuwehren, wenn dieser tatsächlich Übernahmeambitionen in Richtung der Schwaben hegt. Ein Einstieg bei Daimler wäre deutlich leichter möglich als bei den anderen großen Automobilplayern.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Iakov Filimonov / Shutterstock.com, Brendan Howard / Shutterstock.com, nui7711 / Shutterstock.com, Andrey Bayda / Shutterstock.com

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27.07.2016Apple overweightJP Morgan Chase & Co.
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27.07.2016Apple overweightJP Morgan Chase & Co.
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