Barack Obama oder Mitt Romney - Millionen Amerikaner haben jetzt die Wahl, den nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten zu bestimmen. Das knappe Rennen und erste Ergebnisse.
Bis zur Öffnung der ersten Wahllokale am Dienstag lieferten sich der erste schwarze US-Präsident und sein republikanischer Herausforderer eine erbitterte, Milliarden-teure Wahlschlacht. Auch wenn der Demokrat Obama in den entscheidenden Bundesstaaten, den sogenannten Swing States, zumeist knapp vorn liegt, ist ein knapper Ausgang zu erwarten.
Das erste Ergebnis lag bereits früh vor. Schon die erste Abstimmung des Tages zeigte, wie knapp es zuging. Traditionell wählten die Bürger des Dorfes Dixville Notch im Bundesstaat New Hampshire nahe der kanadischen Grenze gleich nach Mitternacht. Hatte Obama hier 2008 eine 40-jährige republikanische Vorherrschaft mit 15 zu 6 gebrochen, gab es diesmal ein Patt. Obama und Romney erhielten jeweils fünf Stimmen - für viele ein Omen. Vor allem für das, was den Kandidaten in Ohio blühen könnte - dem wohl wichtigsten Schlüsselstaat dieser Wahl. Hier stand schon ein Heer von Rechtsanwälten bereit, um Klagen anzugehen, sollte das Ergebnis angefochten werden.
Weil das Rennen gegen den Republikaner Mitt Romney so knapp ist, richten sich die Amerikaner auf eine lange Wahlnacht ein. Beide Lager bereiteten sich nach Medienberichten auf einen langwierigen Streit um Abstimmungsergebnisse vor.KAMPF BIS ZUR LETZTEN MINUTE Die Kandidaten kämpften bis zur letzten Minute um unentschiedene Wähler. Obama wurde nicht müde, Romney als Anwalt der Reichen zu brandmarken. Romney prangerte das Versagen des Demokraten angesichts hoher Arbeitslosigkeit und mauer Konjunktur in der Wirtschaftspolitik an.
Schätzungsweise drei Milliarden
Dollar (knapp 2,35 Mrd Euro) dürften beide in die als Schicksalswahl beschworene Auseinandersetzung gesteckt haben. In der jüngsten Umfrage der "Washington Post" und des Senders ABC erreichte Obama zwar erstmals seit Anfang Juli landesweit wieder 50 Prozent der Stimmen, während Romney nur auf 47 Prozent kam. Doch liegt das Ergebnis wie derzeit nahezu alle Umfragen im Bereich der statistischen Fehleranfälligkeit. Offiziell begann der Wahltag heute um fünf Uhr morgens Ortszeit (11.00 Uhr MEZ) im Bundesstaat Vermont. Die Bürger von Hawaii und Alaska sind die Schlusslichter. In Alaska sind die Wahllokale bis 06.00 Uhr MEZ am Mittwoch geöffnet.
HEISERER OBAMA Ein heiserer Obama rief seine Anhänger bei einer Abschlusskundgebung auf, nicht nachzulassen. "Es kommt jetzt auf jeden von uns als Bürger an", sagte er am späten Montagabend (Ortszeit) in Des Moines in Iowa. Obama wollte danach den Wahltag in seiner Heimatstadt Chicago mit seiner Familie verbringen. Romney rief die Wähler in Manchester (New Hampshire) auf, die vierjährige Amtszeit Obamas kritisch zu prüfen. "Der Präsident hat "Change" versprochen, aber der Wandel wird nicht an Reden gemessen", sagte Romney. "Er wird an Ergebnissen gemessen." Obama und Romney mobilisierten noch einmal Prominenz aus dem Showbusiness: "Der Boss" sang für den Demokraten, Kid Rock für den Republikaner. Bruce Springsteen trat an der Seite Obamas bei Kundgebungen in Wisconsin, Ohio und Iowa auf. Der 63-Jährige flog in der Präsidentenmaschine "Air Force One" mit und stand auch erstmals - samt Gitarre und Mundharmonika - mit Obama auf einer Bühne. Für Romney griff Kid Rock in die Tasten. Der 41-jährige Musiker, der mit bürgerlichem Namen Robert James Ritchie heißt, gab bei einer Kundgebung in New Hampshire "Born Free" am Klavier zum Besten - der Kandidat der Republikaner hatte den Hit aus dem Jahr 2010 zu seiner Wahlkampfhymne gemacht./rom/DP/stk WASHINGTON (dpa-AFX)
Quelle:
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