11.11.2012 03:00
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Aktienrückkäufe: Warum der Erwerb eigener Aktien im Trend liegt

Für insgesamt zehn Milliarden Dollar kaufte Apple eigene Aktien zurück
Wohin mit dem Geld?
Für Apple ist es ein besonderer Schritt in seiner Geschichte: Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt kaufte der erfolgsverwöhnte Computerkonzern wieder eigene Aktien zurück. Deutsche Unternehmen haben Nachholbedarf.
Für insgesamt zehn Milliarden Dollar (7,7 Mrd Euro) kaufte der US-Technologiekonzern eigene Aktien zurück. Und Apple ist nicht allein. In den USA haben in diesem Jahr bereits die Hälfte der 30 Dow-Jones-Titel Aktienrückkäufe angekündigt oder sind schon am Markt unterwegs.

 

    Wenn ein börsennotiertes Unternehmen viel Geld in der Kasse hat, kann es zum Beispiel die Dividende erhöhen oder einen Konkurrenten übernehmen. Doch wenn solche Möglichkeiten bereits erschöpft sind oder gerade nicht infrage kommen, bietet sich als Alternative an, eigene Aktien zu erwerben - das Unternehmen gehört dann sozusagen zu einem Teil sich selbst. Das freut die Anleger, da Aktienrückkäufe meistens zu steigenden Kursen führen

 

    In Deutschland haben sich die meisten großen Konzerne noch nicht aus der Deckung gewagt - viele behalten das Geld lieber im Haus. Aus dem Dax (DAX), der ersten deutschen Börsenliga, ist bisher nur Siemens im großen Stil aktiv. Das könnte sich allerdings bald ändern. In den vergangenen 15 Jahre war laut einer Studie der Deutschen Bank in Deutschland der Oktober der beliebteste Monat, um Aktienrückkäufe anzukündigen.

 

    Die Experten haben auch belegt, dass sich Rückkäufe größtenteils positiv auf den Kurs auswirken. Nach Einschätzung von Robert Halver, Marktstratege bei der Baader Bank (Baader Wertpapierhandelsbank), reicht gerade in ruhigeren Zeiten wie dem Herbst schon die bloße Ankündigung, um die Kurse zu treiben: "In umsatzschwachen Phasen kann schon der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Vulkan zum Ausbruch bringen." Das Unternehmen hätte mit dem Kursanstieg bereits ein Ziel eines Aktienrückkaufs erreicht.

 

    Der Schritt bietet aber noch ganz andere Vorteile: "Angesichts steigender Kurse bleiben Unternehmen oft auch unangenehme Fragen über das laufende Geschäftsjahr erspart", schildert Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade einen Nebeneffekt bei der nächsten Bilanzvorlage. Die Konzerne können sich zudem offen halten, was sie mit den Aktien machen. Damit können zum Beispiel Mitarbeiter bezahlt werden. Oder - was die Kurse vor allem treibt: Das Unternehmen kann die Aktien einziehen, also buchstäblich vernichten. Das steigert den Gewinn je Aktie und macht das Papier dann für Investoren interessanter.

 

    Genau das hat Siemens im August gemacht. Doch damit nicht genug: Der Elektronikkonzern überraschte auch noch mit der Ankündigung weiterer Rückkäufe für bis zu drei Milliarden Euro - just ein paar Wochen nachdem die Siemens-Aktie nach kritischen Aussagen zum Geschäft auf ein Jahrestief gefallen war. Seitdem legte das Papier knapp 17 Prozent zu und damit deutlich stärker als der Dax.

 

    Und Siemens macht noch etwas anderes vor, was nach Einschätzung der Deutschen Bank wegweisend sein könnte: Angesichts niedriger Zinsen kauft der Konzern eigene Aktien auf Pump zurück - und dass, obwohl Siemens-Chef Löscher auch noch Milliarden Euro bei der Bank liegen hat. Ein besonderer und bis dahin noch nicht gesehener Coup, da er damit die günstigen Kreditbedingungen nutzt und die Analysten zufriedenstellt.

 

    Aktienrückkäufe können aber auch Nachteile haben. "Wer zur falschen Zeit zurückkauft oder die Marktsituation falsch interpretiert, kann böse erwachen", warnt Lipkow. "Werden in Krisenzeiten plötzlich die über Aktienrückkäufe ausgeschütteten Barmittel wieder benötigt, kann es schnell eng werden für so ein Unternehmen." Den Banken sei es so in der Finanzkrise gegangen. Die Geldhäuser hatten über Jahre hinweg für Milliarden eigene Aktien zurückgekauft - Milliarden, die ihnen in der Finanzkrise schmerzlich fehlten.

 

    Händler Markus Huber von ETX Capital warnt zudem, dass Unternehmen durch Aktienrückkäufe das Geld für sinnvolle Expansionschancen fehlen könnte. Das könne die Investoren auf Dauer verprellen. "Idealerweise tätigt eine Firma Aktienrückkäufe in angemessenem und anhaltendem Maße", meint Huber. "Sie verwendet also nur ein Teil der Gewinne oder Reserven dafür." Apple zum Beispiel kann sich das leisten. Der iPhone-Konzern hatte zuletzt fast 120 Milliarden Dollar auf der hohen Kante. Es ist also genug Geld für Aktienrückkäufe, Dividenden und Investitionen da.

   --- Von Claudia Kahlmeier (dpa-AFX)

Bildquellen: istock/Anthony Mayatt

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Wenn Hedgefonds Aktienpositionen auf- oder abbauen, stößt das an der Börse auf großes Interesse. Viele Informationen zur Positionierung finden sich in den so genannten 13F Filings.
01.09.15
Big Banks Fear Apple More than Other Nonbank Competitors (EN, The Wall Street Journal Deutschland)

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