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28.01.2013 03:00

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von Ralf Ferken, €uro am Sonntag

EURO AM SONNTAG-INTERVIEW

Jan Ehrhardt: Zurück zu den Wurzeln

Aurubis zu myNews hinzufügen Was ist das?



Jan Ehrhardt, Fondsmanager des DJE Dividende & Substanz
Dividendenfonds: Seit zehn Jahren managt Jan Ehrhardt den DJE Dividende & Substanz. €uro am Sonntag fragte den Sohn von Fondslegende Jens Ehrhardt, welche Titel er mag und welche er meidet.

von Ralf Ferken, Euro am Sonntag

Am 27. Januar 2003 traute sich Jan Ehrhardt (37) etwas, das aus damaliger Sicht ziemlich verrückt war. Während der DAX auf unter 3.000 Punkte fiel, legte der Sohn von Jens Ehrhardt (70) einen neuen Aktienfonds auf, den DJE Dividende & Substanz. Das Timing war gut, denn ab März 2003 stiegen die Aktienkurse wieder. Zudem passte der Fonds in die Zeit, weil Jan Ehrhardt in solide Dividendenaktien investierte, die in den Jahren zuvor nicht mehr gefragt waren.

€uro am Sonntag: Viele Anleger in Deutschland meiden Aktien, weil sie deren Kursschwankungen fürchten. Was entgegnen Sie diesen Skeptikern?
Jan Ehrhardt:
Man muss akzeptieren, dass eine Aktie auch mal zehn Prozent in sechs Monaten verlieren kann. Man sollte aber auf die langfristige Entwicklung gucken. Auf Sicht von zehn Jahren fühle ich mich mit Aktien tendenziell wohl, gerade mit Dividendentiteln.

Aus welchem Grund?
Was wäre in den nächsten zehn Jahren attraktiver? Eine Aktie mit vier Prozent Dividendenrendite oder eine Anleihe mit 2,5 Prozent Zinsen? Ich würde dann lieber die Aktie nehmen.

Welche Dividendenrendite bietet Ihr Fonds aktuell?
Im Schnitt vier Prozent — wie vor zehn Jahren. Aber die Anleiherenditen sind seither stark gesunken, sodass Dividendenwerte heute vergleichsweise attraktiver sind.

Wie kamen Sie darauf, vor zehn Jahren einen Dividendenfonds aufzulegen? Von der Dividende wollte damals niemand etwas hören.
Die Blase am Neuen Markt ab dem Jahr 1999 hatte meinen Vater und mich auf die Idee gebracht.

Was lief zu dieser Zeit falsch?
Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern waren damals teilweise höher bewertet als solide MDAX-Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern. Niemand interessierte sich zudem für Kurs-Gewinn- und Kurs-BuchwertVerhältnisse oder die Dividendenrendite. Unser Ansatz hieß daher: zurück zu den Wurzeln der Aktienanlage.

Also zur Dividende?
Genau. Die Dividende hat bei Aktien schon immer für einen großen Teil des Gesamtertrags gesorgt. Selbst meine damals 90-jährige Oma war sofort vom Fondskonzept begeistert.

Ab Juli 2007 gerieten die meisten Dividendenfonds aber unter die Räder. Wieso nicht auch der DJE ­Dividende & Substanz?
Viele Banken, die damals hohe Dividendenrenditen aufwiesen, gerieten in den Sog der Immobilienkrise in Europa und den USA. Wir hielten ­damals relativ wenige Finanzwerte, was uns geholfen hat.

Warum haben Sie Bankaktien ­gemieden?
Wir mögen Unternehmen mit wiederholbaren und stabil laufenden Einnahmen, die ihre Dividende nicht so rasch senken müssen. Das ist gerade bei Investmentbanken nicht der Fall.

Welche Titel mögen Sie lieber?
Zum Beispiel den Versicherer Hannover Rück. Aber auch Industriewerte wie Aurubis oder Bilfinger. Bilfinger halte ich etwa seit Ende 2006 durchgängig im Portfolio.

Mit Bilfinger haben Sie anfänglich aber nicht viel verdient.
Manchmal muss man Jahre warten, ehe der Markt ein Unternehmen richtig wahrnimmt. Bei Bilfinger war dies vor rund vier Jahren der Fall. Denn Bilfinger ist kein reines Bauunternehmen mehr, sondern erzielt 90 Prozent seiner Erträge aus stabil fließenden Service-Einnahmen.

Wir sprachen bislang von deutschen Aktien. Wie international ist Ihr Fonds?
Meist investiere ich in günstige MDAX-Werte. Ich kaufte aber auch Titel wie Nestlé oder Telenor, die vom steigenden Lebensstandard in den Schwellenländern profitieren.

US-Aktien meiden Sie dagegen ­traditionell. Warum?
Das liegt an der Bewertung. Solange ich gleichwertige, aber preiswertere Unternehmen in Europa und Asien finde, verzichte ich auf US-Aktien.

Das heißt konkret?
Unternehmen in Europa und Asien weisen höhere Dividendenrenditen und eine bessere Bilanzqualität auf. Das sind die beiden Aspekte, auf die ich am stärksten achte.

Die DJE-Dynastie
Anfang 2003 startete Jan Ehrhardt bei DJE Kapital, der Vermögensverwaltung seines Vaters Jens, und legte den DJE Dividende & Substanz auf. Zuvor hatte Ehrhardt in St. Gallen und an der London School of Economics studiert. Mittlerweile hat er bei Professor Ekkehard Wenger promoviert.

150 Prozent in zehn Jahren
Jan Ehrhardt investiert beim DJE Dividende & Substanz (ISIN: LU 015 955 015 0) in Unternehmen, deren Aktien hohe Dividendenrenditen bieten und die gering verschuldet sind. Inzwischen ist der DJE Dividende & Substanz über 1,2 Milliarden Euro groß. Was Ehrhardt besonders freut: „Viele Kunden haben mit dem Fonds Geld verdient, weil sie lange dabei sind.“ Wer gleich Anfang 2003 eingestiegen ist, kann sich über einen Wertzuwachs — ­inklusive Dividenden — von über 150 Prozent freuen.

Bildquellen: Axel Griesch

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Kommentare zu diesem Artikel

graham schrieb:
Wertung: 5/5

28.01.2013 19:34:04

an den kommentar von februar: anfang 2003 stand der dax näher an 3.000 als an 2.200. folglich hat sich der fonds ganz passabel geschlagen. mal sehen, wie sich die dividendenwerte in den kommenden 10 jahren entwickeln...

februar schrieb:
28.01.2013 18:41:57

Wakunia empf. selber A. zu k., wer im Tief 2003 nur den Dax für 2200 Punkte. kaufte hat nicht wie Ehrhardt 150 % sondern 250 Prozent Gewinn gemacht und sich die ausgabeaufschläge und Managementgeb. gespart

findanddecide schrieb:
28.01.2013 13:59:56

was überwiegt eigentlich in diesem Artikel - die Werbung oder die Information? Schwacher Artikel.

Motzer schrieb:
28.01.2013 09:03:58

Ausländische thesaurierende Fonds haben den Nachteil, dass die thesaurierten Erträge doppelt besteuert werden: Beim Verkauf wird einem ein Großteil des Kursgewinns für Steuern abgezogen. Die Rückholung der zuviel gezahlten Steuern über das Finanzamt ist mühsam. Daher rate ich davon ab.

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