Rohöl: Die Luft wird dünner
Am Vormittag wurden besser als erwartet ausgefallene April-Zahlen zur Industrieproduktion in der EU gemeldet.
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Von Jörg Bernhard
Statt eines erwarteten Anstiegs um 0,5 Prozent schafften die Europäer gegenüber dem Vormonat ein Wachstum von 0,8 Prozent. Zudem wurden die März-Zahlen nach oben revidiert – und zwar von 1,3 auf 1,5 Prozent. Auf Jahressicht wurde die Wachstumsrate sogar von 6,9 auf 7,7 Prozent angehoben. Der Euro stieg daraufhin signifikant an und auch die positive Tendenz an den internationalen Aktienmärkten verhalf dem Ölpreis zu einer deutlichen Aufwärstbewegung. Aufgrund der massiven Widerstände wird die Luft aus charttechnischer Sicht nunmehr allerdings zusehends dünner.
Am Montagnachmittag präsentierte sich der nächstfällige Future auf WTI mit stark steigenden Notierungen. Bis gegen 16.10 Uhr (MESZ) verteuerte sich der Kontrakt um 1,73 auf 75,51 Dollar, während sein Pendant auf Brent von 1,43 auf 75,78 Dollar anzog.
Erdgas: Bären werden nervös
Obwohl sich an den Terminmärkten der Optimismus der Spekulanten in den vergangenen vier Wochen spürbar abgekühlt hat, übertreffen bei WTI-Rohöl die long positionierten Futures das Short-Exposure immer noch recht deutlich. Bei Erdgas haben hingegen seit Monaten eindeutig die Bären die Oberhand. Laut jüngstem COT-Report (Commitments of Traders) der CFTC sind die vom Abwärtstrend des fossilen Energieträgers aber offensichtlich nicht mehr ganz so stark überzeugt. Bei den Großspekulanten (Non-Commercials) sank die Netto-Short-Position in der Zeit vom 1. bis 8. Juni von 174.248 auf 154.750 Kontrakte (-11,2 Prozent) ab. Sollte der Erdgas-Future die Marke von fünf Dollar pro mmBtu deutlich überwinden, könnte sich das Blatt wenden. Die Sorge um eine möglicherweise überdurchschnittlich heftig verlaufende Hurrikansaison und die damit verbundenen Lieferprobleme lassen die Spekulanten, die das ganz große Rad drehen, vorsichtiger werden. Ein drohender Short-Squeeze mit deutlichen Kursreaktionen nach oben ist derzeit keineswegs auszuschließen.
Am Montagnachmittag zeigte sich der nächstfällige Future auf Henry-Hub-Erdgas mit anziehenden Notierungen. Bis gegen 16.10 Uhr (MESZ) verteuerte sich der Kontrakt um 0,10 auf 4,881 Dollar pro mmBtu.
