13.11.2012 10:44
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UPDATE: E.ON-Aktie stürzt nach schwachem Ausblick ab

   -- E.ON kippt Ziele und Dividende für 2013

   -- E.ON spricht vom größten Nachfrageeinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg

   -- E.ON wird durch Eurokrise und Erneuerbare Energien belastet

   -- E.ON will neue Mittelfristprognose, Dividenden-Planung in zwei Monaten vorlegen

   -- E.ON Aktie verliert knapp 9 Prozent

   (NEU: Aussagen des Vorstandsvorsitzenden)

   Von Archibald Preuschat und Jan Hromadko

   Der Energiekonzern E.ON hat die Anleger mit einem schwachen und vor allem unsicheren Ausblick verschreckt. Belastet von einer deutlich schwächeren Nachfrage und sinkenden Strompreisen wurden die Gewinnziele gekappt - die Dividende wird sinken. Um wie viel, kann der Konzern noch nicht sagen. Das kommt bei Investoren gar nicht gut an.

   Die Aktie ist mit Abstand der größte Verlierer im Dax und verliert fast 9 Prozent an Wert. Es gebe "noch überhaupt keine Guidance" für die künftigen Dividenden, das belaste besonders, sagte ein Händler.

   In drastischen Worten schildert E.ON-Chef Johannes Teyssen, wie es um den ehemaligen Dividendenkönig im DAX bestellt ist: "Noch nie seit dem zweiten Weltkrieg war in so kurzer Zeit ein so deutlicher Absatzrückgang zu beobachten", sagte der Manager. Dieser Nachfrageeinbruch drücke die Preise auf allen europäischen Großhandelsplätzen. "Gleichzeitig steigt das Energieangebot in einzelnen Stunden oder Tagen durch die in ganz Europa, besonders aber in Deutschland zunehmende Einspeisung Erneuerbarer Energien."

   E.ON's Erträge sinken im Inland, weil die auf Dauerbetrieb ausgelegten teuren Gaskraftwerke immer seltener laufen. Der Stromversorger leidet darunter, dass ausreichend Strom aus Solarenergie vorhanden ist, der bevorzugt ins Netz eingespeist wird. Teyssen erklärt es an Zahlen: Die Differenz zwischen Gaseinkauf und Stromverkauf ist auf 2 Euro pro produzierte Megawattstunde Strom zusammengebrochen. E.ON würde das zehnfache benötigen, um die Kapitalkosten für die zum Teil noch neuen Gaskraftwerke zu verdienen.

   Während Strom für Endverbraucher wegen der Umlage für Erneuerbare Energien immer teurer wird, muss E.ON mit einem europaweit sinkenden Großhandelsstrompreis klarkommen. Im Großhandel kostet die Megawattstunde rund 10 Euro weniger als noch vor einem Jahr.

   In Südeuropa hemmt zudem die europäische Schuldenkrise die Wirtschaft, deshalb wird weniger Strom benötigt. Der Stromabsatz sei in Italien binnen Jahresfrist um fast 10 Prozent gesunken, in Spanien bei den Industriekunden um gut 7 Prozent und auch hierzulande ging der industrielle Absatz spürbar zurück.

   Das bislang für 2013 angestrebte operative Ergebnis (EBITDA) zwischen 11,6 und 12,3 Milliarden Euro erscheint E.ON "nicht mehr erreichbar". Das gilt auch für das Ziel eines bereinigten Konzernüberschusses von 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro.

   All das werden auch die E.ON-Aktionäre zu spüren bekommen. Die für 2013 in Aussicht gestellte Dividende von mindestens 1,10 Euro pro Aktie erscheint dem Konzern nicht mehr als erreichbar. Der DAX-Konzern will sich aber weder in Sachen Prognose noch bei der Höhe der Dividende festlegen, vorerst erarbeitet er eine neue Prognose noch.

   Der E.ON-Boss bittet um Geduld, will keine Wasserstandsmeldungen abgeben, zwei Monate werde es noch dauern, bis die Mittelfristperspektiven des Energieversorgers durchgerechnet sind. Aber noch vor der Bilanzpressekonferenz im kommenden März will sich E.ON äußern, kündigt Teyssen an.

   Für das Geschäftsjahr 2012 soll aber alles beim alten bleiben. Das EBITDA soll zwischen 10,4 und 11,0 Milliarden Euro und der bereinigter Konzernüberschuss wird zwischen 4,1 und 4,5 Milliarden Euro erwartet. Auch die Dividende für das laufende Jahr soll in angekündigter Höhe von 1,10 Euro je Anteilsschein fließen.

   Die am Dienstag vorgelegten Zahlen für die ersten neun Monate bestätigen die Entwicklung, die aber zur Nebensache wird. Bei einem um 21 Prozent höheren Umsatz von 93,6 Milliarden Euro stieg das EBITDA auf 8,8 Milliarden Euro, 2,3 Milliarden mehr als noch vor Vorjahresfrist. Unterm Strich blieben rund 4 Milliarden Euro hängen.

   Ein Vergleich der Zahlen mit dem Vorjahr gestaltet sich gleichwohl schwierig. Summierten sich die Kosten für den Atomausstieg im vergangenen Jahr auf 1,5 Milliarden Euro, wird in diesem Jahr das Ergebnis um 1,2 Milliarden Euro aufgebläht, weil E.ON mit Gazprom neue Konditionen für die Erdgasbelieferung ausgehandelt hat. Belastend wirkten sich indes Abschreibungen in gleicher Höhe auf Kraftwerke in weiten Teilen Europas aus. E.ON folgte mit diesem Schritt Mitbewerber Vattenfall.

   An der Börse interessiert das ohnehin niemanden: Die Aktie bricht um fast 9 Prozent ein, notiert um 9.59 Uhr bei 15,01 Euro -- mehr verliert kein anderer DAX-Wert.

   Am Mittwoch wird RWE seine Neunmonats-Zahlen vorliegen, im Schatten von E.ON verliert die RWE-Aktie rund 4 Prozent.

   Kontakt zum Autor: archibald.preuschat@dowjones.com

   DJG/apr/kla

   (Mehr zu diesem Thema und weitere Berichte und Analysen zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auf www.WSJ.de, dem deutschsprachigen Online-Angebot des Wall Street Journal.)

   (END) Dow Jones Newswires

   November 13, 2012 04:13 ET (09:13 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 13 AM EST 11-13-12

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