13.03.2013 16:36
Bewerten
 (14)

Commerzbank beschließt Kapitalerhöhung

Volumen von 2,5 Milliarden
Die Commerzbank will mit Hilfe einer Kapitalerhöhung die restliche Staatshilfe vollständig tilgen, die Aktie muss am Markt deutlich Federn lassen - Analystenstimmen.
Die Hauptversammlung soll den Plan für eine gemischte Bar-/Sachkapitalerhöhung mit Bezugsrechten im Volumen von 2,5 Milliarden Euro absegnen. Das Aktionärstreffen wird dazu vom Mai auf den 19. April vorgezogen.

Der Bankenrettungsfonds Soffin soll dann die restlichen 1,63 Milliarden Euro Rettungsgelder zurückerhalten, mit denen Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus in der Finanzkrise gestützt worden war. Der Soffin werde an der Kapitalerhöhung teilnehmen, ohne neues Geld zu investieren, erklärte die Commerzbank. In der Folge werde der Soffin seine Sperrminorität von 25 Prozent aufgeben und seinen Anteil an der Commerzbank voraussichtlich unter 20 Prozent senken.

Die Durchführung der Transaktion ist für Mitte Mai bis Anfang Juni 2013 vorgesehen. Über die weiteren Details der Kapitalerhöhung - Bezugspreis, Bezugsverhältnis sowie die Zahl der auszugebenden neuen Aktien - wolle der Vorstand der Commerzbank mit Zustimmung des Aufsichtsrats zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, teilte die Bank mit.

  Dabei hat die Commerzbank ihre geplante massive Kapitalerhöhung nach unten abgesichert. Die Emissionsbanken hätten die Platzierung zu 1,10 Euro je Aktie garantiert, sagte Commerzbank-Vorstandschef Martin Blessing am Mittwoch bei einer Analystenkonferenz in Frankfurt. 

 Am Dienstag hatte bereits die Online-Ausgabe des "Manager Magazins" über angebliche Vorbereitungen für eine Kapitalerhöhung bei der deutschen Nummer zwei berichtet. Die Commerzbank habe die Deutsche Bank und die Schweizer Großbank UBS mit der Abwicklung der Emission beauftragt.

    Die Aktie der Commerzbank, die nach dem Bericht des "Manager Magazins" bereits am Dienstag mit einem Verlust von drei Prozent geschlossen hatte, sackten am Mittwoch weiter ab. Zuletzt lagen sie vier Prozent im Minus und waren größter Verlierer im Dax.

    Die Commerzbank hatte in den vergangenen beiden Jahren wiederholt frische Mittel am Markt aufgenommen. Der Konzern kämpft noch immer mit Altlasten aus der Schiffs- und Immobilienfinanzierung.

Am Markt kam die Nachricht nicht gut an. In der Spitze standen rund minus 14 Prozent zu Buche. Vor 13 Jahren hatte die Commerzbank-Aktie noch ein Rekordhoch bei 37,715 Euro markiert.

"Mit der massiven Ausgabe neuer Anteile setzt die Bank ihren Weg, permanent Aktionärsvertrauen zu zerstören, unbeirrt fort. Das holen sie nicht wieder zurück", sagte Analyst Dirk Becker von Kepler Capital Markets. Mit dieser Ankündigung werde den Aktionären in den Hintern getreten. Es sei zwar grundsätzlich gut, wenn sich der Staat allmählich zurückziehe. Zunächst rücke aber die überraschende Kapitalmaßnahme in den Fokus.

KAPITALHERABSETZUNG EIN NEGATIVES SIGNAL

Portfoliomanager Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel sagte: "Mittelfristig macht der Schritt Sinn und kommt somit auch nicht ganz überraschend. Kurzfristig belastet die erneute komplexe Kapitalmaßnahme mit so vielen neuen Aktien aber das Papier." Die Aktienzusammenlegung sei auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Kapitalerhöhung nicht durch Kurse unter dem Nennwert von 1 Euro gefährdet werden kann, so de Schutter. Während andere Unternehmen aber einen Aktiensplitt zur Erhöhung der Attraktivität ihrer Papiere wählten, müsse die Bank den umgekehrten Weg gehen - das sei auch ein schlechtes Signal an den Markt.

Ein anderer Börsianer sieht das optische Verteuern der Aktie als Zeichen, dass die Commerzbank offenbar Sorgen habe die erneute Kapitalmaßnahme regulär über 1 Euro durchführen zu können. Das spreche aus seiner Sicht nicht für großes Vertrauen in die eigene Lage. Womöglich spielten aber auch politische Aspekte mit hinein, die auf den ersten Blick von außen nur schwer zu beurteilen seien. Ein Händler weiterer beobachtete in dem erneuten Absturz umfangreiche Panikverkäufe, in denen Anleger nur noch versucht hätten herauszukommen.

ERNEUT DEUTLICHE VERWÄSSERUNG

Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner sagte: "Die Aktionäre müssen durch die Kapitalerhöhung erneut eine ordentliche Verwässerung hinnehmen." Dafür helle sich die Kapitalausstattung des Finanzinstituts weiter auf. Ob sich damit auch die operative Geschäftsentwicklung der Bank verbessere, dürfe wohl bezweifelt werden. Lipkow sagte: "Commerzbank-Aktionäre mussten in den vergangenen Jahren schon die Eigenschaften eines Kaltblutpferdes besitzen."/

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Commerzbank AG
Artikel empfehlen?

Nachrichten zu Commerzbank

  • Relevant+
  • Alle+
  • vom Unternehmen3
  • Peer Group
  • ?
Geldwäschevorwürfe
Die Commerzbank dürfte im Streit um Geldwäschevorwürfe und Verletzung von Sanktionen in den USA rund 1,4 Milliarden US-Dollar zahlen.
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Commerzbank

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
25.02.2015Commerzbank NeutralBNP PARIBAS
19.02.2015Commerzbank overweightJP Morgan Chase & Co.
17.02.2015Commerzbank Holdequinet AG
16.02.2015Commerzbank NeutralCitigroup Corp.
13.02.2015Commerzbank HoldS&P Capital IQ
19.02.2015Commerzbank overweightJP Morgan Chase & Co.
12.02.2015Commerzbank kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
06.02.2015Commerzbank overweightJP Morgan Chase & Co.
04.02.2015Commerzbank overweightHSBC
13.01.2015Commerzbank overweightJP Morgan Chase & Co.
25.02.2015Commerzbank NeutralBNP PARIBAS
17.02.2015Commerzbank Holdequinet AG
16.02.2015Commerzbank NeutralCitigroup Corp.
13.02.2015Commerzbank HoldS&P Capital IQ
13.02.2015Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
12.02.2015Commerzbank VerkaufenDZ-Bank AG
12.02.2015Commerzbank VerkaufenIndependent Research GmbH
23.01.2015Commerzbank SellUBS AG
14.01.2015Commerzbank SellGoldman Sachs Group Inc.
13.01.2015Commerzbank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Commerzbank nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Commerzbank Analysen

Heute im Fokus

DAX freundlich -- Pleitegeier kreist über Athen - Akute Finanzprobleme -- Deutschland: Produktion legt zu -- SAP will mehr als 2000 Stellen streichen -- Commerzbank im Fokus

Hopp will Impfstoffhersteller Curevac nach Gates-Einstieg an Börse bringen. Athen zahlt offenbar fristgemäß Schuldenrate an IWF. Griechischer Zentralbankchef: Keine Gefahr für Geldeinlagen. Daimler verbucht auch im Februar kräftiges Absatzplus. Jungheinrich schließt 2014 mit Rekordergebnissen ab.
Raten Sie mal wer auf Platz 1 ist

Wer besitzt wieviel Vermögen?

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Wissenswertes rund um die Investorenlegende

Welche Titel entwickelten sich im Jahr 2014 am besten?

Diese Artikel waren auf finanzen.net 2014 am beliebtesten

Hier ist der Schuldenstand besonders hoch

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Risikopräferenz haben Sie beim Kauf eines Zertifikats? Welcher der fünf folgenden Risikoklassen (RK) würden Sie sich persönlich zuordnen?