Bilanzierungsfehler könnte Tech-Aktien belasten - Jim Chanos warnt vor Gefahr für NVIDIA-Partner

10.01.2026 20:21:00

Zunehmend befürchten Marktbeobachter, dass sich am Aktienmarkt eine KI-Blase bildet. Nun hat auch Jim Chanos diesbezüglich vor einem enormen Risiko gewarnt.

• Leerverkäufer Jim Chanos warnt vor KI-Blase
• Kritik an unrealistischen Abschreibungsplänen
• Oracle besonders gefährdet

Seit dem Launch des Chatbots ChatGPT im November 2022 herrscht ein regelrechter KI-Hype. Viele Unternehmen wollen bei solchen Anwendungen mithalten, das steigert den Bedarf an spezialisierter Technik in Rechenzentren. Hiervon kann insbesondere NVIDIA stark profitieren, denn die ursprünglich für Grafikkarten entwickelten NVIDIA-Technologien bewähren sich auch für KI-Anwendungen. Dank seines technologischen Vorsprungs konnte sich der US-Konzern zum Marktführer aufschwingen und beherrscht inzwischen etwa 80 Prozent des Weltmarktes für KI-Hochleistungsprozessoren.

Doch inzwischen mehren sich die Sorgen, dass sich hier eine riesige KI-Blase bildet. Wie "Benzinga" berichtet, hat sich nun auch der legendäre Leerverkäufer Jim Chanos in die Reihe der Mahner eingereiht.

Bilanzierungsfehler bei NVIDIA-Chips

In einem kürzlich geführten Podcast-Interview, das bei YouTube zu sehen ist, warnte Chanos vor einem "massiven finanziellen Risiko", das durch eine fehlerhafte Bilanzierung seitens der Betreiber von Rechenzentren entstünde. Dabei geht es ihm im Kern um die Lebensdauer der eingesetzten GPUs, die von den Hyperscalern und Neoclouds in der Regel über sechs Jahre abgeschrieben würden.

Chanos vertritt jedoch die Ansicht, dass das hohe Innovationstempo von NVIDIA die Hardware viel schneller veralten lässt und verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die Mietpreise für NVIDIAs "Hopper"-Chips allein innerhalb eines Jahres um etwa 28 Prozent gesunken sind, weil neuere Modelle auf den Markt kommen. Wenn die wirtschaftliche Nutzungsdauer eines Chips also eher drei oder vier anstatt sechs Jahre beträgt, müssten die Unternehmen ihre jährlichen Abschreibungen deutlich erhöhen, was letztlich die Gewinne drücken würde, argumentierte der Experte.

Oracle besonders gefährdet

Besonders groß sei die Gefahr bei Oracle, weil der Rechenzentren-Betreiber im Gegensatz zu anderen Tech-Riesen wie Microsoft oder Meta derzeit nicht die Kapitalkosten für seine massiven KI-Investitionen verdiene. Deshalb hält Chanos die Strategie des Konzerns für eine "Wette", die wenig Raum für Fehler lässt. Denn falls "die Monetarisierung von KI auf 2030 oder wann auch immer verschoben wird, dann wird Oracle fundamentale finanzielle Probleme bekommen", warnte Chanos.

Schlimmer als Dotcom-Blase

Der Investor hält den aktuellen Zyklus sogar für noch riskanter als die Dotcom-Blase 1999. Denn während es damals profitable Großkonzerne waren, die in Telekommunikationsausrüstung investierten, seien es heute insbesondere unprofitable Startups, welche die Nachfrage nach Computern ankurbeln. Sollte die Risikokapitalfinanzierung versiegen oder die Marktstimmung umschlagen, dann könnten die Aufträge von Unternehmen wie dem Neocloud-Anbieter CoreWeave schnell wegbrechen und sie mit riesigen Schulden und einer veralteten Hardware zurücklassen, warnt Chanos.

Redaktion finanzen.net

Bildquelle: 360b / Shutterstock.com

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