Aktien von Salesforce, Snowflake und Co. unter Druck: Gedämpfte Zinshoffnungen belasten

14.01.2026 22:08:00

Die am Dienstag veröffentlichten Daten zu den US-Verbraucherpreisen haben bei einigen US-Softwareaktien zu spürbaren Kursverlusten geführt.

• US-Inflationsdaten dämpfen Zinssenkungsfantasien
• Software-Aktien mit besonderer Abhängigkeit vom Zinsniveau
• Produktneuheit bei Salesforce kann Kursverluste nicht verhindern

Wie das US-Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte, sind die US-Verbraucherpreise im Dezember auf Monatssicht wie erwartet gestiegen, die Kernrate ist sogar einen Tick geringer ausgefallen als vorhergesagt. Letztere ist entgegen den Erwartungen auf Jahressicht zurückgegangen, Volkswirte hatten mit einer Beschleunigung gerechnet. Einzelne Komponenten - vor allem die Lebensmittelpreise, aber auch die Wohnkosten - sind im vergangenen Monat jedoch gestiegen.

Insgesamt liegt die Inflation über dem Ziel der US-Notenbank Fed. Die Daten untermauerten daher Erwartungen, dass die Federal Reserve bei ihrer Sitzung in diesem Monat wohl keine Zinssenkung vornehmen wird. Diese ernüchternde Aussicht belastete vor allem zinssensible Wachstumswerte - allen voran Software- und Cloud-Anbieter - im Dienstagshandel an den US-Börsen deutlich.

Zinsen als Bewertungsfaktor für Softwarekonzerne

Für Software- und Software-as-a-Service-Unternehmen hat das Leitzinsniveau besondere Bedeutung. Ihre Börsenbewertungen beruhen in hohem Maße auf Erwartungen an künftig erzielte Barmittelflüsse. In Zeiten niedriger Zinsen sind solche fernen Gewinne aus Investorensicht besonders wertvoll, da sie nur gering abgezinst werden. Steigen jedoch die Marktzinsen oder schwinden die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen, erhöht sich der Diskontierungsfaktor - der heutige Wert der künftigen Erträge sinkt. Genau dieser Mechanismus belastete die Kurse am Dienstag spürbar.

Aktien von Snowflake gaben am Dienstag an der NYSE letztlich um rund 4,94 Prozent auf 209,39 US-Dollar nach, am Mittwoch ging es um 1,54 Prozent auf 206,16 US-Dollar abwärts. Auch Anteilsscheine von Workday rutschten bis zum Handelsende an der NASDAQ um 4,02 Prozent auf 199,55 US-Dollar ab. Am Mittwoch gaben sie um 2,81 Prozent auf 193,95 US-Dollar nach. Papiere von Salesforce litten an der NYSE besonders deutlich: Sie verloren letztlich 7,07 Prozent auf 241,06 US-Dollar und bewegten sich am Mittwoch nur leicht abwärts (-0,62 Prozent auf 239,57 US-Dollar).

Auch eine positive Produktnachricht konnte die Salesforce-Aktie somit nicht stützen. Das Unternehmen hatte am Dienstag die Weiterentwicklung seines KI-Slackbots Slackbot vorgestellt, der nun als KI-gestützter Arbeitsassistent direkt in Slack für Business- und Enterprise-Kunden verfügbar ist. Die neue Version soll Mitarbeiter im Alltag unterstützen, indem sie Antworten liefert, Aufgaben zusammenfasst und bei der Organisation von Arbeit hilft. Slackbot ist Teil der breiten KI-Strategie des Konzerns und könnte langfristig neue Umsatz- und Wachstumsimpulse liefern. Die gestrige Marktschwäche konnte dies jedoch nicht kompensieren.

Geldpolitik bleibt bei Software-Titeln der Taktgeber

Der jüngste Kursrutsch unterstreicht einmal mehr, wie eng die Entwicklung von Technologie- und Softwareaktien mit makroökonomischen Daten - insbesondere den Zinserwartungen - verknüpft ist. Anleger scheinen kurz- bis mittelfristig stärker auf makroökonomische Risiken zu reagieren, während Produktinnovationen wie Slackbot erst dann wieder stärker in den Fokus rücken dürften, wenn sich die geldpolitische Lage klärt. Solange die Inflation in den USA jedoch nicht klar und dauerhaft Richtung des Zielwerts der Fed sinkt, dürften Zinssenkungshoffnungen fragil bleiben. Für Anleger bedeutet das: Die Volatilität bei wachstumsstarken Softwarewerten dürfte hoch bleiben, und jede neue Inflationszahl hat das Potenzial, die Bewertungsgrundlagen dieser Branche neu zu justieren.

Redaktion finanzen.net / Dow Jones Newswires

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