Siltronic-Aktie unter Druck: 2025-Ziele erfüllt - 2026 weiter unsicher
Wie der SDAX- und TecDAX-Konzern auf Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte, ging der Umsatz um 4,7 Prozent auf 1,347 Milliarden Euro zurück. Das EBITDA verringerte sich auf 317 Millionen von 363,8 Millionen Euro im Vorjahr, die entsprechende Marge verschlechterte sich auf 23,5 von 25,8 Prozent. Siltronic hatte für 2025 zuletzt eine EBITDA-Marge zwischen 22 und 24 Prozent und einen Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt.
"Dank der konsequenten Umsetzung unserer Strategie und der eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen haben wir unsere Ziele für 2025 erreicht. Nachfrageimpulse in vielen Teilen der Endmärkte - insbesondere KI-getrieben - wirkten unterstützend, während Preiseffekte und Produktmix das Umfeld weiterhin belasteten", sagte Vorstandsvorsitzender Michael Heckmeier. "Ohne Schließung der SD-Linie und Wechselkurseffekten lägen wir beim Umsatz operativ auf Vorjahresniveau - das ist angesichts der Herausforderungen eine starke Leistung."
Im vierten Quartal wirkten sich die angekündigten Lieferverschiebungen aus dem dritten in das Schlussquartal positiv aus: Der Umsatz wuchs auf 372 von 360,6 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres, und lag deutlich über dem Niveau des Vorquartals von 300,3 Millionen. Das EBITDA stellte sich auf 86 (Vorjahr 93/Vorquartal 65,8) Millionen Euro. Die EBITDA-Marge erreichte 23,3 (Vorjahr 25,8/Vorquartal 21,9) Prozent.
Siltronic rechnet den weiteren Angaben zufolge für 2026 weiterhin mit einem anspruchsvollen Marktumfeld, das durch Preisdruck außerhalb von Langfristverträgen sowie negativen Wechselkurseffekten geprägt sein dürfte. Die Lieferverschiebungen von Anfang 2026 in das vierte Quartal 2025 würden sich zusätzlich auf die Entwicklung, insbesondere im ersten Halbjahr, auswirken. Außerdem werde der Effekt aus der Schließung der SD-Linie auf den Umsatz erstmalig für das gesamte Jahr einfließen. Wie sich diese Faktoren auf 2026 auswirken werden, könne derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden. Eine Prognose für 2026 wird Siltronic von daher erst nach Abschluss der Beurteilung dieser Faktoren veröffentlichen.
Die endgültigen Zahlen sollen am 12. März vorgelegt werden.
So reagiert die Aktie
Die Aktien von Siltronic haben am Dienstag mit starken Schwankungen auf einen unsicheren Geschäftsausblick reagiert. Die Papiere des Herstellers von Halbleiter-Wafern waren zunächst um fast sieben Prozent abgesackt und hatten damit ihren bis dato erzielten Jahresgewinn komplett eingebüßt. Im weiteren Handelsverlauf machten die Papiere ihre Tagesverluste wett, bevor sie zuletzt wieder etwas unter Druck gerieten.
Zuletzt stand bei den Anteilsscheinen von Siltronic via XETRA ein Minus von 1,25 Prozent auf 51,40 Euro zu Buche.
Siltronic rechnet nach einem tristen Jahr 2025 mit einem weiter schwierigen Geschäftsumfeld. So sorgt zwar der Boom rund um Künstliche Intelligenz und die damit verbundene hohe Nachfrage nach schnellen Computer-Prozessoren sowie Speicherchips mit hoher Bandbreite für eine rege Nachfrage nach größeren Silizium-Scheiben, aus denen dann Computer-Chips hergestellt werden. Dem gegenüber steht aber schon länger eine eher träge Nachfrage aus der breiten Industrie, der Autobranche sowie seitens Smartphone-Herstellern.
Konkrete Prognosen traut sich Siltronic in diesem Umfeld noch nicht zu. Die Signale des Waferherstellers zeigte, dass die Unsicherheiten auch 2026 andauerten, schrieb Analyst Harry Blaiklock von der Schweizer Großbank UBS.
Für Branchenexperte Constantin Hesse vom Investmenthaus Jefferies ist der vorsichtige Ausblick keine Überraschung. Die Siltronic-Führung habe zuletzt immer wieder betont, dass die Perspektiven erst einmal schwierig blieben. Der Experte hob zudem den in seinen Augen soliden Netto-Finanzmittelfluss positiv hervor.
2025 lief es auch insgesamt am Ende besser als von Analysten im Durchschnitt befürchtet. Im Schlussquartal habe Siltronic von Verschiebe- und Vorzieheffekten profitiert, schrieb Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank. Auf mittlere Sicht werde die Anlegerstimmung durch den anhaltenden Gegenwind von der Währungsseite und strukturellen Preisdruck insbesondere im 200-mm-Segment gedämpft.
DOW JONES / dpa-AFX
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