Rigetti- und Quantum Computing-Aktie im Analystenfokus: Kräftiger Kurssprung bei den D-Wave-Rivalen voraus?
• Rosenblatt nahm Rigetti Computing und Quantum Computing neu in die Bewertung auf
• Analyst vergab für beide Aktien hohe Kursziele
• Einige Risiken bei Rigetti, mehr Zuversicht bei Quantum Computing
Analyst John McPeake von Rosenblatt Securities hat Mitte Januar die Aktien von Rigetti Computing und Quantum Computing in die Bewertung aufgenommen und beide Papiere mit einer klaren Kaufempfehlung versehen. Sein optimistischer Grundton spiegelt die generellen Aussichten für den Quantencomputer-Markt rund um Rigetti, Quantum Computing, D-Wave Quantum und Co. wider, denn wie "TipRanks" berichtet, prognostiziert beispielsweise das Marktforschungsunternehmen Research and Markets, dass der globale Markt für Quantencomputer von 3,52 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr auf 20,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 anwachsen werde.
Rigetti Computing: Vertrauensvorschuss trotz Risiken
Für Rigetti Computing setzte McPeake in seiner Analyse ein Kursziel von 40 US-Dollar fest und sieht somit ein kräftiges Aufwärtspotenzial von rund 70,6 Prozent gegenüber dem letzten NASDAQ-Schlusskurs des Titels bei 23,45 US-Dollar (Stand: Schlusskurs vom 23. Januar 2026). Diese positive Perspektive begründete McPeake vor allem mit der technologischen Ausrichtung des Unternehmens: Rigetti verfolgt einen modularen Ansatz zur Qubit-Skalierung, der auf vernetzte "Chiplets" statt auf monolithische Chips setzt. Zudem fertige das Unternehmen seine Prozessoren intern in Kalifornien, was McPeake als Wettbewerbsvorteil interpretiert. "Uns gefällt Rigettis modularer Ansatz zur Skalierung von Qubits und ihr Ansatz der internen Fertigung", zitiert "TipRanks" dazu den Analysten. Zudem seien die Quantencomputer von Rigetti für ein breites Spektrum realer Anwendungen geeignet. Gleichzeitig räumte der Experte jedoch ein, dass der Konzern dennoch erst in einigen Jahren Profitabilität erreichen dürfte.
Auch an anderer Stelle sieht der Rosenblatt-Analyst trotz seines übergeordneten Optimismus Risiken bei Rigetti. So musste Rigetti jüngst die Markteinführung seines größten Quantencomputers "Cepheus-1-108Q" verschieben und erwartet nun laut Pressemitteilung eine "generelle Verfügbarkeit gegen Ende des ersten Quartals 2026". Als Grund nannte das Unternehmen, dass die Leistungsfähigkeit und Fehlerquote der Maschine noch weiter verbessert werden müsse. Konkret liege die Zwei-Qubit-Gate-Treue bei dem System aktuell bei 99,0 Prozent und damit unter dem angestrebten Zielwert von 99,5 Prozent. Laut "StocksToday" sei diese Kennzahl entscheidend für die Zuverlässigkeit der Berechnungen - und darüber hinaus auch ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Zum Vergleich: Konkurrenten wie IBM erreichen mit ihren Quantencomputing-Systemen laut "Bitget" derzeit hier einen Wert von 99,92 Prozent. "Rigetti muss seine Fehlerquoten tatsächlich senken, um wettbewerbsfähiger zu werden", wird Rosenblatt-Analyst McPeake daher auch bei "TechStock²" zitiert. Der Experte räumte Rigetti in seiner Analyse laut "TipRanks" diesbezüglich jedoch einen "Vertrauensvorschuss" ein, obwohl Fehlerraten und Zeitpläne beim Cepheus-1-108Q derzeit ein kleines Problem darstellen würden. Die Zusammenarbeit von Rigetti mit Riverlane, dem führenden Partner für Quantenfehlerkorrektur, werde von dem Analysten laut "Seeking Alpha" jedoch mittel- bis langfristig als vielversprechend gewertet.
Insgesamt erwartet der Rosenblatt-Experte für das Geschäft von Rigetti in Zukunft jedoch ein starkes Wachstum. "Marktprognosen reichen im Allgemeinen nicht über 2030 hinaus - wir gehen jedoch davon aus, dass der Großteil der Wertschöpfung in diesem Markt voraussichtlich nach Erreichen des Quantenvorteils im Zeitraum um 2030 für reale Probleme in der Materialwissenschaft, Chemie und Pharmazie generiert wird. [Rigetti] unterteilt seine Umsätze in professionelle Dienstleistungen, Hardware und Quantum as a Service (QaaS). Wir prognostizieren ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum (CAGR) von 83 Prozent bis 2030 und anschließend 56 Prozent bis 2035. Im Jahr 2035 werden sich die Umsätze des Unternehmens voraussichtlich auf 54 Prozent Quantenhardware, 41 Prozent QaaS und 5 Prozent professionelle Dienstleistungen verteilen", so McPeake laut "TipRanks".
Quantum Computing: Attraktives Risiko-Rendite-Profil
Auch bei Quantum Computing zeigte sich John McPeake in seiner Studie sehr positiv. Der Rosenblatt-Analyst setzte für die Aktie ein Kursziel von 22 US-Dollar fest - rund 92 Prozent über dem letzten Schlusskurs an der NASDAQ bei 11,46 US-Dollar (Stand: Schlusskurs vom 23. Januar 2026). McPeake begründete seine Kaufempfehlung und das hohe Kursziel laut "TipRanks" damit, dass Quantum Computing über legitime Quantentechnologien in den Bereichen Photonik, Datenverarbeitung, Sicherheit und Sensorik verfüge und zudem eigene Fabriken für Dünnschicht-Lithiumniobat (TFLN) besitze, die sowohl den eigenen Bedarf als auch den der Industrie an integrierter Quantenphotonik, nichtlinearer Optik und optischen Wellenleitern decken könnten.
Darüber hinaus sei das Unternehmen auch finanziell angesichts einer Barmittelreserve von rund 1,6 Milliarden US-Dollar und ohne Schulden stabil aufgestellt, was den Spielraum für Expansion in angrenzende Bereiche wie Photonik oder Quantum Sensing erhöhe. Aktuell versucht Quantum Computing laut "TechStock²", sich durch die Übernahme einiger Fabriken des insolventen Luminar Technologies, einem Hersteller von LiDAR-Hardware- und Softwareplattformen, weitere kurzfristige kommerzielle Vermögenswerte zu sichern und sein Geschäftsfeld auszubauen. Wie "Seeking Alpha" unter Berufung auf den Rosenblatt-Experten schreibt, versuche Quantum Computing dabei, die Assets von Luminar "für weniger als das Fünffache des Umsatzes zu erwerben, was die Gewinn- und Verlustrechnung verbessern und das Geschäft weiter in einen anderen wichtigen Lasermarkt diversifizieren dürfte".
"Wir finden das Risiko-Rendite-Verhältnis hier gut, aufgrund der unmittelbaren Möglichkeit, sich an der Quantencomputerentwicklung zu beteiligen, der durch die Fabrik bedingte Chance, die eigenen Produkte auf Chips zu bringen und Kunden im schnell wachsenden optischen Kommunikationssektor zu gewinnen, des Einblicks in die Entwicklung eines photonischen Gate-basierten Quantencomputers und schließlich aufgrund der Möglichkeit, die Quantensicherheit bis in alltägliche Endgeräte für Verbraucher zu integrieren", so der Rosenblatt-Analyst laut "TipRanks" zur Begründung seines hohen Kursziels.
Experte setzt auf langfristiges Potenzial
Generell scheint John McPeakes Analyse der beiden Werte vor allem ein Plädoyer für langfristige Positionen in einem der technisch spannendsten, aber auch risikoreichsten Bereiche der Technologiebranche zu sein, denn sein bullisher Ausblick für Rigetti und Quantum Computer basiert vor allem auf der Erwartung, dass Fortschritte in der Quantenhardware und -software mittel- bis langfristig erhebliche wirtschaftliche Effekte entfalten könnten. Ob sich diese Wetten auszahlen, hängt jedoch stark davon ab, ob die Unternehmen ihre ambitionierten technologischen Roadmaps tatsächlich umsetzen können und auf breitere kommerzielle Nachfrage treffen.
Redaktion finanzen.net
Bildquelle: