Nach kräftiger Erholung: Analysten sehen BioNTech-Aktie ohne weiteres Potenzial

03.02.2026 13:19:00

Nach starken Handelswochen für die BioNTech-Aktie sorgen nun Analysten für Gegenwind: Ihrer Einschätzung nach hat der Titel seinen Zenit erreicht.

• Leerink stuft BioNTech nach starker Rally auf "Market Perform" ab
• Kursziel bei 113 USD nahe aktueller Bewertung
• Belastbare Onkologie-Daten erwartet erst ab 2027

Mehr als 15 Prozent hat die BioNTech-Aktie auf der Handelsplattform XETRA 2026 bereits an Wert gewonnen. Für Anleger sind das ungewohnt positive Nachrichten, haben sie doch auf Sicht der letzten drei Handelsjahre noch immer ein Minus von rund 26 Prozent in ihren Depots.

Analysten bremsen die Erwartungen

Von ihren Rekordständen aus den Corona-Jahren bleibt die BioNTech-Aktie dennoch meilenweit entfernt - und Analysten machen Anlegern auch wenig Hoffnung auf eine weitere Verkürzung dieses Abstands.

Leerink Partners beurteilte zum Wochenstart, dass die Aktien nach ihrer jüngsten Rally nun die kurzfristigen Fundamentaldaten widerspiegeln würden. Die Rally habe die Aktie auf das Niveau ihrer Discounted-Cashflow-Bewertung gebracht, wodurch das Aufwärtspotenzial auf dem aktuellen Niveau begrenzt sei, zitiert "Investing" aus einer Analyse der Experten. "Wir stufen BioNTech (BNTX) nach einer erfolgreichen Rally von 24 % auf Market Perform (MP) herab" so die Analysten und fügten hinzu, dass die Aktie nun um ihr aktualisiertes Kursziel von 113 US-Dollar notiere.

Onkologie-Strategie dennoch positiv bewertet

Dennoch bestätigen die Analysten ihr grundsätzliches Vertrauen in die onkologische Ausrichtung des Mainzer Unternehmens - allen voran beim Hoffnungsträger Pumitamig, der in einer globalen Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb entwickelt wird und als zentraler Baustein der Pipeline gilt. Dennoch mahnt das Analysehaus auch in diesem Zusammenhang zur Geduld: Belastbare klinische Daten, die das Potenzial dieser Kombinationstherapien final untermauern könnten, würden nach Einschätzung der Experten erst ab dem Jahr 2027 vorliegen.

Schwankungen bei der BioNTech-Aktie erwartet

Für die nähere Zukunft gehen die Experten aber zunächst davon aus, dass die Aktie des Biotechnologieunternehmens wieder stärkere Volatilität zeigen wird.

Begründet sehen die Experten dies auch in ihrer kritischeren Einschätzung für individualisierte mRNA-Krebsimpfstoffe. Das Aufwärtspotenzial für dieses Segment wird von Leerink mittlerweile geringer eingeschätzt. Hintergrund ist der personalisierte Impfstoffkandidat Autogene Cevumeran: In einer Phase-2-Studie zur adjuvanten Behandlung von Darmkrebs hat das Programm laut Leerink eine vordefinierte Schwelle der Erfolglosigkeit (Futility) überschritten. Dies mindere die Chance auf eine positive Überraschung durch diesen Wirkstoffkandidaten erheblich.

Als einen der wenigen positiven Aspekte hebt die von "Investing" zitierte Analyse den CTLA-4-Antagonisten Gotistobart hervor. Doch auch hier bleibt die Euphorie gedämpft: Trotz der Einstufung als potenzieller "Lichtblick" gehen die Analysten nicht davon aus, dass dieses Programm im Alleingang für einen signifikanten Kurssprung sorgen kann. Bezüglich der für Mitte 2026 erwarteten Daten aus der Phase-3-Studie PRESERVE-003 hieß es, die Entwicklungsperspektiven seien "zu eng, als dass dieser eine Erfolg einen signifikanten Kursanstieg nach sich ziehen könnte".

"Wir ziehen es vor, abzuwarten, bis ab 2027 aussagekräftigere klinische Ergebnisse vorliegen", so das Resümee der Experten.

Die BioNtech-Aktie zeigte sich - zumindest an der US-Börse NASDAQ - von der vorsichtigen Analystenbewertung zuletzt beeindruckt. Am Montag sackte die Aktie um 4,28 Prozent auf 108,88 US-Dollar und damit unter das Leerink-Kursziel ab. Vorbörslich zeigt sich die Aktie am Dienstag bei 109,33 US-Dollar und damit wieder 0,41 Prozent stärker.

Redaktion finanzen.net

Bildquelle: Thomas Lohnes/Getty Images

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