Euro hält sich nah am Hoch des Jahres 2025 - Was den Dollar belastet

27.01.2026 08:14:39

Der Euro hat seine jüngsten Kursgewinne zum US-Dollar am Dienstagmorgen weitgehend gehalten.

Für die Gemeinschaftswährung Euro mussten zuletzt 1,1874 Dollar gezahlt werden und damit nur etwas weniger als am Vorabend. Zum Wochenstart hatte sich der Euro zwischenzeitlich mit knapp über 1,19 Dollar sogar dem Jahreshoch 2025 deutlich genähert.

Die Aufwertung des Euro resultiert aus einer Schwäche des Dollar. Mitte Januar hatte die Gemeinschaftswährung noch weniger als 1,16 Dollar gekostet, bevor die Eskalation des Grönland-Konflikts durch US-Präsident Donald Trump den Dollar unter Druck brachte. Trump hatte im Zuge seiner Absichten, die Arktisinsel von Dänemark zu übernehmen, insgesamt acht europäischen Ländern mit Zöllen gedroht und auch ein militärisches Vorgehen nicht ausgeschlossen. In der vergangenen Woche ruderte Trump dann in beiden Punkten zurück, Entlastung brachte dies für den Dollar aber nicht.

"Mit Blick auf die unberechenbare Politik dieser US-Regierung besteht die Gefahr, dass aus Sicht des Marktes eine Grenze überschritten wird, an der es kein Zurück mehr gibt - ein Kipppunkt", beschrieb Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank zum Wochenstart die Risiken. Ein Thema sei auch ein möglicher Verlust der Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed. "Die Gefahr besteht darin, dass der Markt ein Szenario einpreist, wonach der Dollar unkontrolliert abwertet, und selbst bei einem Zurückrudern der Verantwortlichen die Lage nur schwer beruhigt werden kann. Die Folge wäre eine nachhaltige deutliche Abwertung der US-Währung."

Auch die aktuelle Entwicklung mahne zur Vorsicht, so die Commerzbank-Analystin. So habe Trump den Konflikt rund um Grönland mit seiner Rücknahme der Zollandrohungen gegenüber einigen EU-Staaten eigentlich deeskaliert, doch der Dollar habe darauf nur kurz reagiert. Sollte sich die Beziehung zwischen der US-Regierung und wichtigen westlichen Verbündeten in den Augen des Marktes nicht sichtbar verbessern, könnte die Bewegung eine gefährliche Dynamik annehmen.

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquelle: Maryna Pleshkun / Shutterstock.com

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