Steuererklärung für Verstorbene: So erfüllen Erben ihre Pflicht

20.01.2026 03:15:00

Auch nach dem Tod endet die Steuerpflicht nicht automatisch. Angehörige und Erben müssen die steuerlichen Angelegenheiten des Verstorbenen abschließen.

Wer muss sich um die Steuererklärung kümmern?

Nach dem deutschen Steuerrecht treten Erben in die steuerliche Stellung des Verstorbenen ein. Sie übernehmen alle Rechte und Pflichten und müssen die Steuererklärung für das Todesjahr und gegebenenfalls für Vorjahre beim Finanzamt einreichen.

Handelt es sich um eine Erbgemeinschaft, tragen alle gemeinsam die Verantwortung. Die Erben müssen sich darauf einigen, wer die Erklärung tatsächlich abgibt. Unterstützung können sich Erben außerdem bei einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein holen, wie Steuerexperte Jörg Leine auf Finanztip.de erläutert. "Bei einer Erbgemeinschaft müssen dafür allerdings alle Miterben zustimmen", betont der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH).

Welche Einkünfte und Kosten gehören in die Erklärung?

In der Steuererklärung werden sämtliche Einkünfte des Verstorbenen bis zum Todestag erfasst. Dazu zählen etwa Löhne, Renten oder Kapitalerträge. Außerdem können außergewöhnliche Belastungen wie Krankheits- oder Pflegekosten oder sogar Bestattungskosten geltend gemacht werden.

Auch Erstattungen oder Nachzahlungen aus der Steuererklärung zählen zum Nachlass und wirken sich auf die Höhe der Erbschaftsteuer aus, wie die VLH weiter erklärt. Grundsätzlich unterscheidet sich das Vorgehen jedoch nicht von einer üblichen Steuererklärung. Um keine Vorteile zu verpassen, sollten Erben alle relevanten Unterlagen zusammentragen. Darunter fallen beispielsweise Lohn- und Rentenbescheinigungen, Nachweise über Krankheits- oder Pflegekosten sowie Belege für Bestattungskosten.

Bis wann müssen Erben die Steuererklärung abgeben?

Die Fristen entsprechen den üblichen Regeln: Grundsätzlich muss die Erklärung bis zum 31. Juli des Folgejahres eingereicht werden. Beauftragen die Erben einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein, verlängert sich die Frist bis Ende Februar des übernächsten Jahres. Erfolgt die Abgabe freiwillig, ist dies laut dem VLH noch bis zu vier Jahre rückwirkend möglich. Wer jedoch eine Aufforderung vom Finanzamt erhält, muss die Frist unbedingt einhalten, sonst drohen Verspätungszuschläge.

Warum lohnt sich die Steuererklärung im Todesfall?

Zum einen handelt es sich um eine gesetzliche Pflicht, der die Erben nachkommen müssen. Zum anderen kann sich eine Erklärung finanziell lohnen: Steuererstattungen erhöhen den Nachlass, während Nachzahlungen diesen mindern. Beides beeinflusst wiederum die Erbschaftsteuer. Zudem lasse sich durch die Anrechnung außergewöhnlicher Belastungen die Steuerlast deutlich senken, so Leine.

Redaktion finanzen.net

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