Silicon Labs-Aktie klettert um fast 50 %: Texas Instruments greift für Milliardenbetrag zu

04.02.2026 17:15:00

Der Halbleitergigant Texas Instruments verstärkt seine Position im Bereich der drahtlosen Konnektivität durch die Übernahme von Silicon Labs für mehrere Milliarden US-Dollar.

• Übernahmeangebot von 231,00 US-Dollar pro Aktie in bar für Silicon Labs-Aktionäre
• Erwartete jährliche Synergieeffekte von rund 450 Millionen US-Dollar bis zum dritten Jahr
• Strategischer Fokus auf die Integration von Wireless-Technologien in die hauseigene 300mm-Fertigung

Expansion im Bereich Embedded Wireless Connectivity

Der US-amerikanische Halbleiterkonzern Texas Instruments hat eine definitive Vereinbarung zur Übernahme von Silicon Labs bekannt gegeben. Mit einem Transaktionsvolumen von etwa 7,5 Milliarden US-Dollar auf Enterprise-Value-Basis markiere dieser Schritt eine signifikante Konsolidierung im Markt für eingebettete Wireless-Lösungen, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung von Texas Instruments. Silicon Labs gilt als Spezialist für sichere und intelligente Funktechnologien, während Texas Instruments als einer der weltweit größten Hersteller von Analog- und Embedded-Chips über eine enorme Markttiefe verfügt. Die Zusammenführung beider Portfolios soll laut Unternehmensangaben die Innovationskraft beschleunigen und den Zugang zu neuen Marktsegmenten im industriellen und privaten Sektor massiv erweitern.

Die Übernahme von Silicon Labs ist ein bedeutender Meilenstein, der unsere langfristige Strategie im Bereich Embedded Processing stärkt, erklärte Haviv Ilan, Chairman, President und CEO von Texas Instruments, gegenüber den Investoren am Mittwoch. Das führende Portfolio von Silicon Labs im Bereich der drahtlosen Konnektivität ergänze die bestehende Technologie sowie das geistige Eigentum von Texas Instruments in idealer Weise. Durch die Kombination beider Teams strebe man an, eine Skalierbarkeit zu erreichen, die es ermöglicht, Kunden weltweit noch zuverlässiger zu bedienen. Haviv Ilan betonte zudem, dass die Unternehmenskulturen beider Häuser stark auf technologische Exzellenz und Innovation ausgerichtet seien, was eine reibungslose Integration begünstigen dürfte.

Synergien durch Inhousing der Fertigung

Ein zentraler wirtschaftlicher Pfeiler der Transaktion ist die Optimierung der Produktionskapazitäten. Texas Instruments plant, die derzeit noch extern bei Foundries angesiedelte Fertigung von Silicon Labs in die eigenen, hochmodernen Fabriken zu überführen. Hierbei spielen insbesondere die 300mm-Wafer-Fabs in den USA eine entscheidende Rolle, die auf Kosteneffizienz und hohe Lieferstabilität ausgelegt sind. Durch die Nutzung interner Prozessknoten, wie etwa der auf 28 Nanometer optimierten Technologien, sollen die Designzyklen für künftige Wireless-Produkte verkürzt und die Margen signifikant verbessert werden. Die Unternehmen rechnen damit, dass innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Transaktion jährliche Fertigungs- und Betriebssynergien in Höhe von etwa 450 Millionen US-Dollar realisiert werden können.

Matt Johnson, CEO von Silicon Labs, adressierte die Belegschaft und die Öffentlichkeit mit einem positiven Ausblick auf die gemeinsame Zukunft. In den letzten zehn Jahren habe Silicon Labs ein zweistelliges Wachstum verzeichnet, getrieben durch die steigende Nachfrage nach vernetzten Geräten, so Matt Johnson in einer offiziellen Stellungnahme. Durch die Verbindung mit der globalen Reichweite und den Fertigungskapazitäten von Texas Instruments sei man nun in der Position, noch mehr Kunden zu erreichen und Innovationen schneller voranzutreiben. Texas Instruments und Silicon Labs würden zudem eine starke texanische Tradition teilen, was die regionale Verbundenheit der beiden in Dallas und Austin ansässigen Unternehmen unterstreiche. Die Akquisition wird laut aktuellem Stand im ersten vollen Jahr nach Abschluss einen positiven Beitrag zum Gewinn je Aktie (EPS) von Texas Instruments leisten.

Aktien von Texas Instruments & Silicon Labs im Fokus: Details zur Transaktion und aktuelle Aktienreaktion

Die Vereinbarung sieht vor, dass die Aktionäre von Silicon Labs 231,00 US-Dollar je Aktie in bar erhalten, was einer deutlichen Prämie gegenüber dem letzten Schlusskurs entspricht. Der Abschluss der Akquisition wird für die erste Hälfte des Jahres 2027 erwartet, sofern die Zustimmung der Aktionäre von Silicon Labs sowie die notwendigen regulatorischen Genehmigungen vorliegen. Texas Instruments beabsichtigt, den Kaufpreis durch vorhandene Barmittel und neue Schuldenaufnahmen zu finanzieren. Trotz des hohen Kaufpreises hält das Management an seiner bisherigen Kapitalallokationsstrategie fest, die darauf abzielt, den freien Cashflow über Dividenden und Aktienrückkäufe vollständig an die Aktionäre zurückzugeben.

Am Aktienmarkt löste die Nachricht die für Übernahmen typischen Kursbewegungen aus. Während die Aktie von Silicon Labs massiv von dem Aufschlag profitierte, reagierten die Anleger von Texas Instruments zunächst verhaltener auf die milliardenschwere Investition. Die Silicon Labs-Aktie notiert an der NASDAQ zeitweise mit einem Plus von 48,54 Prozent bei 202,94 US-Dollar. Derweil verliert die Texas Instruments-Aktie 1,06 Prozent auf 222,83 US-Dollar.

Redaktion finanzen.net

Bildquelle: Katherine Welles / Shutterstock.com

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