Expertin empfiehlt: Wer mehr verdient, soll mehr zahlen - So gelingt eine faire Geldaufteilung ohne Streit

29.01.2026 03:11:52

Einkommensunterschiede sind in vielen Partnerschaften völlig normal - doch wie lassen sich die Finanzen fair aufteilen, ohne dass die Liebe darunter leidet? Finanzexperten haben klare Empfehlungen entwickelt, die beiden Partnern gerecht werden und langfristig Konflikte vermeiden sollen.

Das Grundprinzip: Proportionale Aufteilung statt starrer 50/50-Regel

Die klassische Halbierung aller Kosten funktioniert nur dann wirklich fair, wenn beide Partner annähernd gleich viel verdienen. Bei größeren Einkommensunterschieden führt das 50/50-Prinzip jedoch schnell zu Ungerechtigkeiten, da der Partner mit dem geringeren Einkommen prozentual deutlich stärker belastet wird. Finanztip bestätigt diese Einschätzung: Die gleichmäßige Aufteilung mache vor allem dann Sinn, wenn das Gehalt ungefähr gleich ist.

Bei deutlichen Einkommensunterschieden empfehlen Experten stattdessen eine proportionale Aufteilung der gemeinsamen Ausgaben entsprechend dem jeweiligen Einkommensverhältnis. Das Prinzip dahinter ist einfach: Wer mehr verdient, zahlt mehr - wer weniger verdient, entsprechend weniger. Finanzcoach Henriette Dieckhoff erklärt in einem aktuellen dpa-Bericht, dass diese Methode "ein Finanzteam auf Augenhöhe" schaffe und verhindere, dass sich einer dauerhaft nicht leisten könne, was für den anderen selbstverständlich sei. Durch die verhältnismäßige Beteiligung würden Entscheidungen gleichberechtigt getroffen, anstatt dass der Besserverdienende automatisch mehr Einfluss erhält.

Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg

Der wichtigste Faktor für eine funktionierende Geldaufteilung ist jedoch nicht das gewählte System, sondern die offene Kommunikation darüber. Dieckhoff rät dazu, "so offen und so früh wie möglich" über Einkommensunterschiede zu sprechen. Schließlich betreffe das Geld jeden Lebensbereich - Alltag, Träume, Pläne und Krisen.

Dabei sollten Paare nicht nur über konkrete Beträge sprechen, sondern auch über die emotionalen Aspekte. Geld wird häufig mit Macht, Kontrolle, Sicherheit oder Freiheit gleichgesetzt. Diplom-Psychologin Britta Bettendorf vom Bundesverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen empfiehlt daher, das Thema mit Fingerspitzengefühl anzugehen. Wichtig sei am Ende, dass sich beide Partner gesehen und geachtet fühlen und sich nicht dafür schämen müssen, finanziell mehr oder weniger beitragen zu können.

Langfristige Gerechtigkeit bei Familiengründung und Karriereentscheidungen

Besonders komplex wird die faire Aufteilung, wenn Kinder ins Spiel kommen oder ein Partner beruflich kürzertritt. Professor Malte Martensen von der IU Internationale Hochschule betont, dass langfristig Strukturen geschaffen werden müssen, die beiden Partnern Unabhängigkeit ermöglichen. "Wer Care-Arbeit übernimmt, leistet einen Beitrag, der finanzielle Anerkennung und langfristige Absicherung verdient", so Martensen laut web.de. Dies könne durch Ausgleichszahlungen, gemeinsame Rücklagen oder geteilte Rentenansprüche geschehen.

Zusätzlich sollten Paare auch steuerliche Aspekte berücksichtigen. Das VZ VermögensZentrum weist darauf hin, dass bei der Steuerklassenkombination 3/5 zwar das Paar insgesamt profitiert, der Partner in Steuerklasse 5 jedoch stärker belastet wird als eine alleinstehende Person. Dieses Ungleichgewicht sollten Verheiratete untereinander ausgleichen, beispielsweise indem der Partner in Steuerklasse 3 dem anderen so viel zahlt, dass beide gleichermaßen vom Steuervorteil profitieren. Regelmäßige Anpassungen der gewählten Aufteilung sind außerdem wichtig, wenn sich Einkommen oder Lebensumstände ändern.

D. Maier / Redaktion finanzen.net

Bildquelle: Shutterstock / Fizkes, Shutterstock / Miljan Zivkovic

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