Bitcoin zeitweise unter 90.000 US-Dollar - auch andere Kryptowährungen unter Druck
• Bitcoin rutscht unter die Marke von 90.000 US-Dollar
• Altcoins wie Ethereum, BNB und Ripple ebenfalls schwach
• Geopolitik und Anleihemärkte verstärken Risikoaversion
Das Kryptourgestein Bitcoin rutschte zeitweise unter die 90.000-Dollar-Marke und wurde zuletzt jedoch wieder bei rund 90.162 US-Dollar gehandelt. Auch für Ethereum geht es abwärts, mit zeitweise rund 3.052 US-Dollar kann die runde Marke von 3.000 US-Dollar im Handelsverlauf jedoch wieder überschritten werden. Ebenfalls Verluste verzeichnen der Binance-Coin BNB (-0,71 Prozent auf 887 US-Dollar).
Was den Markt belastet
Der Dip am Kryptomarkt spiegelt einen breiteren Sell-off in Aktien, langfristigen US-Staatsanleihen und japanischen Anleihen wider.
Der Absturz hängt eng mit eskalierten geopolitischen Spannungen zusammen, insbesondere den Forderungen der USA unter Präsident Trump nach Grönland, die zu globaler Unsicherheit führen. Investoren fliehen aus risikoreichen Assets wie Kryptos in sichere Häfen wie Gold, dessen Preis im Gegenzug Rekordhöhen erklimmt.
Anleihen als weiterer Belastungsfaktor
Arthur Hayes, Mitgründer von BitMEX, hat sich skeptisch zur aktuellen Marktlage geäußert. Er wies darauf hin, dass die Instabilität am japanischen Anleihemarkt zunehmend die US-Treasuries unter Druck setzt. Auf der Plattform X prognostizierte er, dass eine Intervention oder Rettungsmaßnahme wahrscheinlich werde, sobald der MOVE-Index - ein Gradmesser für die Volatilität von US-Staatsanleihen - in den Bereich von 130 bis 140 steigt. Bis dieser Punkt erreicht sei, müssten sich Investoren jedoch auf eine Phase einstellen, in der Risikovermeidung dominiere.
All the talks is Japan bond market blow up harming treasuries. Watch MOVE, when it spikes to 130-140 a bailout of some sort is coming. Otherwise - get ready for the pain trade if his causes risk-off. pic.twitter.com/9RlYlAWIit
- Arthur Hayes (@CryptoHayes) January 20, 2026
Und auch Galaxy-CEO Mike Novogratz fand warnende Worte - insbesondere mit Blick auf die schwache BTC-Entwicklung bei gleichzeitig steigendem Goldpreis: "Der Goldpreis signalisiert uns, dass wir unseren Status als Reservewährung immer schneller verlieren. Auch der Ausverkauf langlaufender Anleihen ist kein gutes Zeichen. $BTC ist enttäuschend, da die Kryptowährung weiterhin auf Abwärtsdruck stößt. Ich wiederhole: Sie muss 100.000 bis 103.000 erreichen, um ihren Aufwärtstrend wieder aufzunehmen. Ich denke, das wird mit der Zeit gelingen", so der Marktexperte in einem X-Post.
The gold price is telling us we are losing reserve currency status at an accelerating rate. The long bond selling off is not a good sign either. $BTC is disappointing as it is still being met with selling. I will reiterate it has to take out 100-103k to regain its upward…
- Mike Novogratz (@novogratz) January 20, 2026
Trump-Auftritt in Davos könnte für weitere Verwerfungen sorgen
Im Tagesverlauf steht ein Auftritt des amerikanischen Präsidenten im Schweizerischen Davos besonders im Fokus. Neben einer Rede von Trump dürfte es auch Gespräche mit europäischen Staatschefs geben, von denen sich Anleger Fortschritte bei der Beilegung des Grönlandstreits erhoffen. Zuvor hatte der US-Präsident mit neuen Zöllen gegen acht europäische Länder gedroht, darunter auch Deutschland. Daraufhin hat die Europäische Union die Bereitschaft zu Gegenmaßnahmen deutlich gemacht.
Nach Einschätzung des Analysten Timo Emden von Emden-Research sind die geopolitischen Spannungen rund um den Grönlandstreit aktuell der "Dreh- und Angelpunkt" auch für den Handel mit Kryptowährungen. "Solange beim Thema Grönland keine klaren politischen Signale erkennbar sind, dürfte der Bitcoin anfällig bleiben", sagte Emden.
Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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