Bitcoin zeitweise unter 90.000 US-Dollar - auch andere Kryptowährungen unter Druck

21.01.2026 20:50:00

Der Kryptomarkt hat am Mittwoch einen Rücksetzer zu verkraften. Dabei verstärken mehrere Faktoren den Abwärtstrend.

Bitcoin rutscht unter die Marke von 90.000 US-Dollar
• Altcoins wie Ethereum, BNB und Ripple ebenfalls schwach
• Geopolitik und Anleihemärkte verstärken Risikoaversion

Das Kryptourgestein Bitcoin rutschte zeitweise unter die 90.000-Dollar-Marke und wurde zuletzt jedoch wieder bei rund 90.162 US-Dollar gehandelt. Auch für Ethereum geht es abwärts, mit zeitweise rund 3.052 US-Dollar kann die runde Marke von 3.000 US-Dollar im Handelsverlauf jedoch wieder überschritten werden. Ebenfalls Verluste verzeichnen der Binance-Coin BNB (-0,71 Prozent auf 887 US-Dollar).

Was den Markt belastet

Der Dip am Kryptomarkt spiegelt einen breiteren Sell-off in Aktien, langfristigen US-Staatsanleihen und japanischen Anleihen wider.

Der Absturz hängt eng mit eskalierten geopolitischen Spannungen zusammen, insbesondere den Forderungen der USA unter Präsident Trump nach Grönland, die zu globaler Unsicherheit führen. Investoren fliehen aus risikoreichen Assets wie Kryptos in sichere Häfen wie Gold, dessen Preis im Gegenzug Rekordhöhen erklimmt.

Anleihen als weiterer Belastungsfaktor

Arthur Hayes, Mitgründer von BitMEX, hat sich skeptisch zur aktuellen Marktlage geäußert. Er wies darauf hin, dass die Instabilität am japanischen Anleihemarkt zunehmend die US-Treasuries unter Druck setzt. Auf der Plattform X prognostizierte er, dass eine Intervention oder Rettungsmaßnahme wahrscheinlich werde, sobald der MOVE-Index - ein Gradmesser für die Volatilität von US-Staatsanleihen - in den Bereich von 130 bis 140 steigt. Bis dieser Punkt erreicht sei, müssten sich Investoren jedoch auf eine Phase einstellen, in der Risikovermeidung dominiere.

Und auch Galaxy-CEO Mike Novogratz fand warnende Worte - insbesondere mit Blick auf die schwache BTC-Entwicklung bei gleichzeitig steigendem Goldpreis: "Der Goldpreis signalisiert uns, dass wir unseren Status als Reservewährung immer schneller verlieren. Auch der Ausverkauf langlaufender Anleihen ist kein gutes Zeichen. $BTC ist enttäuschend, da die Kryptowährung weiterhin auf Abwärtsdruck stößt. Ich wiederhole: Sie muss 100.000 bis 103.000 erreichen, um ihren Aufwärtstrend wieder aufzunehmen. Ich denke, das wird mit der Zeit gelingen", so der Marktexperte in einem X-Post.

Trump-Auftritt in Davos könnte für weitere Verwerfungen sorgen

Im Tagesverlauf steht ein Auftritt des amerikanischen Präsidenten im Schweizerischen Davos besonders im Fokus. Neben einer Rede von Trump dürfte es auch Gespräche mit europäischen Staatschefs geben, von denen sich Anleger Fortschritte bei der Beilegung des Grönlandstreits erhoffen. Zuvor hatte der US-Präsident mit neuen Zöllen gegen acht europäische Länder gedroht, darunter auch Deutschland. Daraufhin hat die Europäische Union die Bereitschaft zu Gegenmaßnahmen deutlich gemacht.

Nach Einschätzung des Analysten Timo Emden von Emden-Research sind die geopolitischen Spannungen rund um den Grönlandstreit aktuell der "Dreh- und Angelpunkt" auch für den Handel mit Kryptowährungen. "Solange beim Thema Grönland keine klaren politischen Signale erkennbar sind, dürfte der Bitcoin anfällig bleiben", sagte Emden.

Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

Bildquelle: Wit Olszewski / Shutterstock.com

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