Evonik-Aktie profitiert: Konzern schafft Gewinnziel - Stellenabbau geplant
Das operative Ergebnis (bereinigtes EBITDA) sank nach vorläufigen Zahlen von 2,065 Milliarden Euro im Vorjahr auf etwa 1,874 Milliarden Euro, wie der Spezialchemiekonzern in Essen mitteilte. Angepeilt worden waren 1,9 Milliarden Euro. Der Umsatz sank um etwa 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro.
Netto wies Evonik für 2025 einen Überschuss von 265 Millionen Euro aus, der damit das Vorjahresergebnis von 222 Millionen Euro noch übertrifft.
2026 wird der operative Gewinn wohl stabil bleiben. Die Zielspanne für das bereinigte EBITDA im laufenden Jahr gab der Konzern mit 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro an. Im Mittelpunkt wären das 1,85 Milliarden.
Mittelfristig konzentriere sich Evonik nun voll auf das Ziel, eine Kapitalrendite (ROCE) von 11 Prozent zu verdienen, hieß es.
Das Effizienzprogramm Evonik Tailor Made werde auch im laufenden Jahr "auf das Ziel einzahlen, die Kosten deutlich zu senken, auch durch den Abbau von insgesamt bis zu 2.000 Stellen".
Die vollständigen Zahlen wird Evonik am 4. März vorlegen. Eine Nachfolge für die ausgeschiedene Finanzchefin soll bis zur Hauptversammlung Anfang Juni gefunden und im Amt sein.
Evonik passt Dividendenpolitik an
Die Aktionäre von Evonik müssen sich nach der Dividendenkürzung auf 1 Euro je Aktie für 2025 auf eine nochmals sinkende Ausschüttung bezogen auf das Jahr 2026 einstellen. "Ich glaube, der 1 Euro, das kann man heute sagen, den würde ich nicht sehen im nächsten Jahr", sagte Claus Rettig, der Asienchef des Chemiekonzerns, der seit September operativ das Finanzressort führt, in einer virtuellen Pressekonferenz.
Evonik hatte am späten Vormittag nach einer Vorstandssitzung überraschend eine neue Dividendenpolitik bekannt gegeben. Danach sollen beginnend mit dem gerade begonnenen Geschäftsjahr künftig 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses ausgeschüttet werden. Mit einer solchen dynamischen Regelung will sich der Konzern mehr finanzielle Flexibilität verschaffen, etwa um in Asien in Wachstum zu investieren.
Über mehrere Jahre hatte Evonik stabile Dividenden gezahlt, auch mit Rücksicht auf den Hauptaktionär RAG-Stiftung, die noch etwa ein Viertel aller Evonik-Aktien hält. Für 2024 waren 1,17 Euro Dividende gezahlt worden. In einem Zwischenschritt soll die Ausschüttung für 2025 nun auf 1,00 Euro sinken.
Hätte man die neue Dividendenpolitik für 2025 angewandt, wären es noch weniger gewesen, wie Evonik-Manager Rettig ausführte: nämlich 82 Cent am oberen Rand der Ausschüttungsspanne und 54 Cent am unteren Rand. Da Evonik für 2026 operativ ein bereinigtes EBITDA auf Vorjahresniveau anpeilt, ist die 1-Euro-Marke aus dem Zwischenschritt für 2025 im nächsten Jahr nicht zu erreichen. Allerdings, so Rettig, korreliere das bereinigte Konzernergebnis auch nicht eins zu eins mit dem bereinigten EBITDA.
Dass es operativ besser laufen könnte als derzeit, glaubt Konzernchef Christian Kullmann nach derzeitigem Stand nicht. Eine Besserung der Situation in der Branche sei nicht in Sicht, sagte er.
Die Evonik-Aktie legt auf XETRA zeitweise 2,26 Prozent auf 14,48 Euro zu.
DOW JONES
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