Ubisoft-Aktie -34 Prozent: Neuausrichtung angekündigt und Spiele gestrichen
• Ubisoft mit Neuausrichtung
• Mehrere Spiele gestrichen oder verschoben
• Ubisoft-Aktie bricht ein
Der französische Spieleentwickler Ubisoft will sich neu ausrichten und hat in diesem Zuge mehrere in der Entwicklung befindliche Spiele eingestellt. Das hat das Unternehmen am späten Mittwoch per Pressemitteilung verkündet. Die Ankündigung kam überraschend und markiert einen erheblichen Einschnitt in der Strategie des Unternehmens, das sich seit Jahren in einem Transformationsprozess befindet.
Neben der in Spielerkreisen bereits mit Spannung erwarteten Neuauflage von "Prince of Persia: The Sands of Time" wurden auch vier bisher nicht angekündigte Spiele sowie ein Mobile-Projekt gestrichen. Zudem verschob Ubisoft sieben weitere, nicht namentlich gennante Titel, um Ressourcen gezielter einsetzen und die Qualität der Spiele langfristig sichern zu können. Von dem verschobenen Release könnte laut "Gadgets 360" auch das Remake von "Assassin's Creed IV: Black Flag" betroffen sein, das laut Gerüchten eigentlich in diesem Jahr auf den Markt kommen sollte.
Umfassende Reorganisation als Reaktion auf Marktbedingungen
Die Streichungen sind Teil einer umfassenden Reorganisation des Unternehmens. Ubisoft will seine Studios zukünftig in fünf spezialisierte "Creative Houses" aufteilen, um Projekte effizienter steuern und kreative Ressourcen bündeln zu können, wie es in der Pressemitteilung heißt. Der Konzern betont dabei, dass diese Maßnahmen notwendig seien, um langfristig hochwertige Spiele zu liefern und das operative Geschäft zu stabilisieren. "The Economic Times" verweist in diesem Zusammenhang auf die anhaltenden Herausforderungen von Ubisoft, das in den vergangenen Jahren mit Produktverzögerungen, enttäuschenden Verkaufsergebnissen und strategischen Unsicherheiten zu kämpfen hatte.
"Heute kündigen wir einen umfassenden Neustart an, der die Voraussetzungen für eine Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum schaffen soll", wird Ubisoft-CEO Yves Guillemot in der Pressemitteilung zitiert. Für das Geschäftsjahr 2025/26 wird laut Unternehmensanagaben allerdings zunächst ein operativer Verlust von einer Milliarde Euro erwartet - vor allem auch wegen der nun angekündigten Streichungen und Verschiebungen. Der Nettoumsatz soll bei rund 1,5 Milliarden Euro liegen, was einem Bruttomargenrückgang von etwa 330 Millionen Euro gegenüber der Prognose entspreche. "Dies ist eine verheerende Gewinnwarnung in einer langen Reihe von katastrophalen Fehlentwicklungen", kommentierten Analysten von Bernstein laut "MarketWatch".
Ubisoft-Aktie stürzt massiv ab
Die Ankündigungen haben unmittelbare und massive Auswirkungen auf den Aktienkurs von Ubisoft. An der EURONEXT in Paris fällt der Anteilsschein am Donnerstag zeitweise um 34,068 Prozent auf 4,37 Euro, was laut "MarketWatch" den größten Tagesverlust seit dem Börsengang des Unternehmens 1996 darstellt. Marktbeobachter führen den Kurssturz auf die massiv gesenkten Umsatzprognosen und die Unsicherheiten bezüglich der operativen Ergebnisse zurück.
Ubisoft hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach Projekte eingestellt oder verschoben, darunter Titel wie "Ghost Recon Frontline" oder "The Division Heartland", was in der Gaming-Community und bei Investoren immer wieder für Verunsicherung gesorgt hatte.
Redaktion finanzen.net
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