ASTA Energy-Aktie überzeugt beim Börsengang - Siemens Energy als Ankeraktionär

30.01.2026 11:24:00

Mit dem heutigen IPO hat ASTA Energy die große Bühne des Kapitalmarkts betreten. Das Unternehmen kann sich dabei über die Unterstützung eines deutschen Großkonzerns freuen.

• ASTA Energy Solutions vollzieht Börsengang
• Erst wenige Monate zuvor Abspaltung von Montana Aerospace
• Siemens Energy als Ankeraktionär an Bord

Das österreichische Unternehmen ASTA Energy Solutions, spezialisiert auf hochkomplexe kupferbasierte Komponenten für die Energieinfrastruktur, feiert am heutigen Freitag sein Debüt im Regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse. Der Ausgabepreis der Aktie wurde im Rahmen des Bookbuilding-Verfahrens auf 29,50 Euro festgesetzt, der erste Kurs lag bei 43,00 Euro und damit deutlich darüber. Im Anschluss wurden die Titel zunächst über ihrem Erstkurs gehandelt, später notieren sie zeitweise 9,07 Prozent darunter bei 39,10 Euro.

Namhafte Investoren als Vertrauenssignal

Der Börsengang ist 2026 das erste IPO in Frankfurt und steht exemplarisch für das wieder erwachende Interesse der Investoren an Industrie- und Infrastrukturwerten mit klarem Energiebezug. Rückenwind beim Sprung aufs Parkett erhielt ASTA Energy dann auch durch mehrere Ankeraktionäre. Zu ihnen zählt unter anderem der deutsche Energiekonzern Siemens Energy, der auch zu den Kunden von ASTA gehört und sich bereits im Vorfeld zur Zeichnung eines Aktienpakets im Wert von rund 25 Millionen Euro verpflichtet hatte. Auch institutionelle Investoren wie BNP Paribas Asset Management und Invesco beteiligten sich laut einer Pressemitteilung des Börsenneulings vorab mit festen Zusagen. Zusammen zeichneten alle Cornerstone-Investoren im Rahmen des Börsengangs ASTA Energy-Aktien im Gesamtwert von rund 55 Millionen Euro.

Insgesamt wurden im Rahmen des IPOs bis zu 4,55 Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung als auch 1,37 Millionen bestehende Anteile aus dem Besitz von Altaktionären angeboten. Eine Mehrzuteilungsoption belief sich auf 860.000 Aktien. Als Bruttoerlös aus der Ausgabe der neuen Aktien hatte ASTA ursprünglich rund 125 Millionen Euro angepeilt und letztlich 134.225.000 Euro erzielt. Insgesamt seien 6,45 Millionen Aktien platziert worden, teilte ASTA Energy bereits am Donnerstag mit. Das Emissionsvolumen belief sich damit auf 190 Millionen Euro, der Börsenwert lag zum Ausgabepreis bei 420 Millionen. Der Streubesitz liegt nach der Zuteilung bei rund 39 Prozent. Mehrheitsaktionär bleibt der österreichische Unternehmer Michael Tojner mit knapp 55 Prozent. Tojner ist in Deutschland auch als Großaktionär des Batterieherstellers Varta bekannt.

Börsengang von ASTA Energy Solutions kurz nach Abspaltung von Montana Aerospace

Die Erlöse aus dem Börsengang will ASTA Energy nun vor allem für den Ausbau internationaler Kapazitäten, Investitionen in die vertikale Integration sowie zur Stärkung der Bilanz nutzen. Dabei sollen auch Verbindlichkeiten gegenüber dem Luft- und Raumfahrtunternehmen Montana Aerospace abgebaut werden, zu dem ASTA Energy noch bis Herbst 2025 gehörte. Im Rahmen des Umbaus von Montana Aerospace zu einem reinen Aerospace-Unternehmen wurde das Energiesegment jedoch im September an den österreichischen Investor Michael Tojner verkauft, der es nun prompt an die Börse brachte. Trojner bleibt jedoch auch nach dem IPO Mehrheitsaktionär bei ASTA Energy.

Zur Unterstützung der Unternehmensstrategie plane ASTA darüber hinaus laut Pressemitteilung auch mittelfristig Investitionen von insgesamt rund 90 bis 120 Millionen Euro, die durch eine Kombination aus IPO-Erlösen und operativem Cashflow finanziert werden sollen. Ziel ist es letztlich, die eigene Wertschöpfungstiefe zu erhöhen und sich unabhängiger von volatilen Rohstoff- und Zuliefermärkten zu machen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2025 hat ASTA Energy bereits große Pläne: Der Umsatz soll auf rund 680 Millionen Euro steigen, was einem Wachstum von knapp 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Parallel dazu peilt das Unternehmen ein EBITDA zwischen 45 und 47 Millionen Euro an - in der Mitte dieser Spanne läge das Ergebnis um rund 27 Prozent über dem Vorjahr und signalisiert eine spürbare Profitabilitätssteigerung. Mit Blick auf die Zukunft hat ASTA die mittelfristige Ambition formuliert, den Jahresumsatz auf mehr als eine Milliarde Euro hochzufahren.

Profiteur des globalen Netzausbaus

ASTA Energy positioniert sich als Zulieferer im Zentrum der globalen Energiewende, zu den Kunden des Unternehmens zählen nach eigenen Angaben unter anderem Mitsubishi und ABB. Das Unternehmen produziert unter anderem Kupferkomponenten für Transformatoren, Generatoren und weitere Schlüsselanwendungen in Stromnetzen und industriellen Energiesystemen. Getrieben wird das Geschäft aktuell vor allem auch von weltweit steigenden Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung von Stromnetzen aufgrund des Booms und des hohen Energiebedarfs von KI-Rechenzentren.

Nach Angaben des Unternehmens ist ASTA international aufgestellt und betreibt Produktionsstandorte in Europa, Asien und Südamerika. Auch eine Recycling- und Casting-Plattform in Brasilien gehört zu dem Unternehmen. Diese globale Präsenz soll helfen, Kundennähe zu sichern und Lieferketten robuster aufzustellen.

Dass ASTA nun den Gang an die Börse vollzogen hat, nachdem es laut "Kurier" bereits im Jahr 2023 IPO-Gerüchte gab und das Unternehmen damals mehrere strategische Optionen prüfte, unterstreicht die verbesserte Marktstimmung. Investoren zeigen wieder mehr Bereitschaft, Industrieunternehmen mit klarer strategischer Positionierung zu bewerten.

Redaktion finanzen.net / dpa-AFX

Bildquelle: pichetw / Shutterstock.com

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