WACKER CHEMIE-Aktie schwächer: Schwache Konjunktur führt zu hohem Verlust 2025
Wegen Wertberichtigungen etwa auf die Beteiligung am Halbleiterwafer-Hersteller Siltronic und den 2023 übernommenen Auftragsfertiger ADL Biopharma dürfte im vergangenen Jahr zudem ein Nettoverlust von 800 Millionen Euro angefallen sein, wie das MDAX-Unternehmen WACKER CHEMIE am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahr wurde ein Überschuss von 261 Millionen Euro verbucht.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach 2025 bei einem Umsatzrückgang um 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro um 42 Prozent auf 430 Millionen Euro ein. Analysten hatten im Durchschnitt in etwa so viel Umsatz erwartet, sich beim operativen Ergebnis aber mehr erhofft. Neben einer schleppenden Absatzentwicklung und einer dadurch niedrigen Anlagenauslastung laste auch eine Rückstellung in Höhe von rund 100 Millionen Euro für das laufende Kostensenkungsprogramm auf dem Gewinn. Hinzu kamen die im internationalen Vergleich hohen Energiekosten in Deutschland, wie das Unternehmen weiter erklärte.
WACKER CHEMIE schwächeln nach Zahlen
Die Aktien von WACKER CHEMIE sind am Mittwoch nach ihren Geschäftszahlen zunächst unter Druck geraten, drehten dann ins Plus und geben inzwischen erneut nach. Im XETRA-Handel notieren sie zeitweise 0,91 Prozent tiefer bei 71,05 Euro.
WACKER verfehlte mit dem operativen Gewinn selbst die zuletzt deutlich gesunkenen Markterwartungen noch klar, kommentierte der Analyst Chetan Udeshi von JPMorgan. Allerdings: um Sonderaufwendungen für das laufende Sparprogramm bereinigt, liegt der Gewinn nur etwas unter der Markterwartung.
Die Eckdaten für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 seien sehr schwach, so Udeshi weiter. Abgesehen vom generell schwierigen Branchenumfeld habe WACKER auch noch unter eigenem Lagerbestandsabbau gelitten, der zu deutlich geringerer Kapazitätsauslastung geführt habe, so der Experte. Gleichwohl habe der Lagerbestandsabbau in Kombination mit niedrigeren Investitionen zu einem starken freien Finanzmittelfluss (FCF) geführt.
Peter Spengler von der DZ Bank sieht allerdings nur geringen Anpassungsbedarf für seine Schätzungen und den Marktkonsens, wie er in seiner ersten Reaktion schrieb. Das Sparprogramm sei ja bereist angelaufen. Die nächsten Kurstreiber sieht er in den finalen Zahlen und dem ersten Ausblick auf 2026.
MÜNCHEN (dpa-AFX) / FRANKFURT (dpa-AFX Broker)
Bildquelle: WACKER Chemie
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