TikTok in den USA: Vergleich bei Sucht-Vorwürfen - technische Probleme nach Neuordnung
Die Klage gegen den Facebook-Konzern Meta und die Video-Plattform YouTube werde unterdessen fortgeführt, wie Klägeranwalt Joseph VanZandt mitteilte. Er machte keine Angaben zu Einzelheiten des Vergleichs mit den Betreibern der populären Kurzvideo-App TikTok. Am Mittwoch begann in Los Angeles die Auswahl der Geschworenen für den Prozess.
Die Klägerin, die in dem Verfahren nur unter den Initialen KGM auftritt, wirft Online-Plattformen vor, sie hätten ihre Dienste extra so gestaltet, dass Nutzer süchtig danach werden. Dabei geht es zum Beispiel um die Funktion, bei der man immer zum nächsten Beitrag weiterscrollen kann.
Die Frau fing ihren Angaben zufolge bereits als Kind an, die Plattformen zu nutzen - und dies habe zu Depressionen und Angstzuständen geführt, argumentiert sie. Die Unternehmen verweisen unter anderem auf in den vergangenen Jahren eingeführte Maßnahmen, die die Nutzung durch junge Menschen einschränken sollen.
In den USA gibt es hunderte ähnlicher Klagen. Das Verfahren in Los Angeles könnte als Präzedenzfall für weitere Prozesse dienen. Die Betreiber der Foto-App Snapchat einigten sich ebenfalls vor wenigen Tagen mit der Klägerin. In anderen Verfahren ist TikTok weiterhin unter den Beklagten.
US-TikTok kämpft nach Neuordnung mit technischen Problemen
TikTok kämpft in den USA zum Start des neuen Gemeinschaftsunternehmens unter Regie von US-Investoren mit technischen Problemen. Ein Stromausfall bei einem der Rechenzentren am Wochenende habe eine Kettenreaktion von Störungen ausgelöst, die immer noch nicht ganz behoben seien, teilten die Betreiber des US-Geschäfts mit. Unter anderem könne es Probleme beim Veröffentlichen von Beiträgen geben.
Die Probleme ziehen seit Tagen Aufmerksamkeit in den USA auf sich - auch, weil einige Nutzer im Netz berichteten, sie hätten bei TikTok keine Videos von Protesten im Bundesstaat Minnesota hochladen und keine Direktnachrichten mit dem Wort "Epstein" schicken können. Die schleppende Veröffentlichung von Unterlangen zu Ermittlungen gegen den berüchtigten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte in den vergangenen Wochen für Kritik an der Regierung von Präsident Donald Trump gesorgt.
Bei TikTok USA spielt seit der Übergabe des amerikanischen Geschäfts an neue Investoren der vom Trump-Unterstützer Larry Ellison beherrschte Tech-Konzern Oracle eine zentrale Rolle.
TikTok verweist auf Störung
Die neue US-Firma führt die Probleme auf die technische Störung nach dem Stromausfall zurück. Es gebe keine Regel, die den Namen Epsteins in Direktnachrichten verbiete - und auf der Plattform seien auch Videos aus Minnnesota zu finden, hieß es.
Mit der Übertragung des US-Geschäfts an eine neue Firma mit amerikanischen Investoren wurde vergangene Woche die Zukunft von TikTok in den USA nach einer rund einjährigen Hängepartie gesichert. Nach einem US-Gesetz musste sich der in China ansässige TikTok-Eigentümer Bytedance zumindest von dem Geschäft in den USA trennen, damit die App in dem Land weiterhin aktiv sein durfte.
In den USA wurde befürchtet, dass die chinesische Regierung über TikTok Amerikaner ausspähen und die öffentliche Meinung beeinflussen könnte. Die Plattform wies das zurück. Außerhalb der USA wird TikTok weiterhin von Bytedance geführt.
LOS ANGELES / SAN FRANCISCO (dpa-AFX)
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