25.08.2012 03:00
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Die günstigsten Online-Broker für jeden Trader-Typ

Onlinebanken im Test: Die günstigsten Online-Broker für jeden Trader-Typ | Nachricht | finanzen.net
Onlinebanken im Test
Was bieten die Spezialisten bei den Online-Brokern? Und wo kommt welcher Trader-Typ am günstigsten weg? Die Testsieger, die Details.
€uro am Sonntag
von Stephan Haberer, Euro am Sonntag

Erinnern Sie sich noch, wer beim Olympischen Zehnkampf vor gut zwei Wochen auf Platz 13 landete? Der Mann hieß Gonzalo Barroilhet und kam auf 7972 Punkte. Der Sieger, Ashton Eaton, brachte es auf 8869 und somit fast 900 Punkte mehr. Dazwischen liegen Welten. Doch Barroilhet kam in seiner Paradedisziplin Stabhochsprung auf 5,40 Meter, Eaton nur auf 5,20 Meter. Eaton siegte nicht, weil er in einer Disziplin herausragend war. Seine Leistung über zehn Disziplinen war im Schnitt besser und ausgeglichener als die der anderen Athleten.

Ähnlich ist das auch bei den Onlinebrokern. Hier gibt es Allrounder, die praktisch alle Möglichkeiten des Wertpapierhandels anbieten, und es gibt Spezialisten, die sich auf gewisse Segmente fokussiert haben und dort oft günstiger sind.

Während die Redaktion in der vergangenen Ausgabe die großen Allrounder testete, untersuchte sie diesmal die kleineren Spezialanbieter. Entscheidend dabei: was das Traden bei kleineren Brokern kostet.

Dabei waren die Testbedingungen die gleichen wie bei den großen Anbietern. Wir verglichen die Kosten für vier Musterkunden mit unterschiedlichen Gewohnheiten beim Wertpapierkauf. Geändert hat sich im Vergleich zum Vorjahr dagegen das Teilnehmerfeld: So kamen mit der österreichischen Brokerjet sowie der niederländischen NIBC Direct, die seit Kurzem in Deutschland auch Brokerage anbietet, zwei Anbieter hinzu.

Was gleich auffällt: Bei den kleineren Anbietern wurden unsere vier Testkunden nur von der Onvista-Bank zu ihrer Zufriedenheit bedient. Alle anderen getesteten Onlinebroker haben mindestens bei einem Musterkunden gepatzt. Sprich: Er hätte nicht so handeln können, wie er es eigentlich vorhatte.
Andererseits wären drei der vier Musterkunden - Aktiver Trader, Trader und Sparplaner - bei mindestens einem der Spezialisten günstiger weggekommen als bei den großen Direktbanken. Lediglich der Musterkunde Investor hätte bei den Großen einen noch günstigeren Anbieter gefunden.

Sich selbst untersuchen
Doch der "Investor" ist ein Sonderfall in unserem Feld. Da er durchschnittlich 25.000 Euro - also zehn Prozent seines Depots - auf einem Verrechnungs- oder Tagesgeldkonto geparkt hat, verdient er dank hoher Zinsen bei den drei günstigsten Anbietern, darunter mit Netbank und NIBC Direct zwei kleine Spezialisten, sogar noch Geld beim Traden. Wer also einen möglichst günstigen Onlinebroker sucht, sollte auf jeden Fall zuvor ein paar Monate lang das eigene Verhalten analysieren und dann schauen, ob der kleinere Spezialist auch wirklich alle Möglichkeiten bietet, die man fürs Traden tatsächlich benötigt.

Die Ergebnisse im Einzelnen
Der Aktive Trader wäre gleich bei fünf Anbietern nicht gut aufgehoben. Sowohl Brokerjet als auch Lynx bieten keine Möglichkeit, über die Börse Anleihen zu handeln. Die Netbank hat dagegen keinen Börsenhandel mit Optionsscheinen im Angebot. Und NIBC Direct, deren Brokerage-Geschäft sich noch im Aufbau befindet, lässt ebenso wie die VW Bank keinen direkten Handel an US-Börsen zu.

Von den verbleibenden vier Anbietern ist die Onvista-Bank mit Kosten von 195,25 Euro im Quartal für den Aktiven Trader am günstigsten, gefolgt von Flatex (247,62 Euro), Sino (311,14 Euro) sowie ViTrade (325,94). Dabei ist selbst ViTrade im Quartal noch rund 35 Euro günstiger als der preiswerteste der großen Anbieter (siehe Euro am Sonntag Ausgabe 32/2012).

Beim normalen Trader patzen drei Anbieter. So bieten NIBC Direct, Lynx sowie die auf Daytrader spezialisierte Sino keine Fondssparpläne an. Zudem können Lynx-Kunden Fonds nicht via Börse handeln. Von den restlichen sechs Anbietern ist wiederum die Onvista-Bank mit Kosten von 39,38 Euro im Vierteljahr am günstigsten, gefolgt von Flatex (50,07 Euro) sowie der Volkswagen Bank (59,49 Euro).

Zu Onvista sollte man wissen: Diese Bank fährt als einziger Anbieter ein Free-Buy-Modell. Das heißt, in Abhängigkeit vom Guthaben auf dem Verrechnungskonto oder der Handelsaktivität können Kunden dort kostenlos Wertpapiere ankaufen. Der Verkauf kostet hingegen immer. Bei unserem dritten Musterkunden, dem Sparplaner, patzen hingegen gleich sechs Anbieter. Flatex, Netbank und ViTrade haben keine Zertifikate- und ETF-Sparpläne im Angebot. Bei Lynx, NIBC Direct und Sino fehlt nicht nur dieses Angebot, sondern auch die Möglichkeit, ganz normale Fondssparpläne besparen zu können - ein großes Manko.

Onvista wieder am günstigsten
Von dem Trio, das auch in dieser Disziplin ins Ziel kommt, ist wieder die Onvista-Bank mit vierteljährlichen Kosten von 12,44 Euro am günstigsten. 30,80 Euro müsste unser Sparplaner bei der Volkswagen Bank zahlen und 31,88 Euro bei Brokerjet aus Österreich. Der vermögende Buy-&-Hold-Investor - immerhin ist sein Depot 250.000 Euro schwer - hat dagegen die Auswahl unter acht der kleineren Anbieter. Lediglich Lynx kommt hier nicht ins Ziel, weil dort keine Fondsorder via Börse möglich ist. Im Überblick: Die Testsieger in der Kategorie kleine Anbieter (PDF)

Am günstigsten käme unser Investor hingegen bei der NIBC Direct weg. Dank des hohen Guthabenzinses von 2,3 Prozent würde er unterm Strich sogar 275,86 Euro im Jahr zurückbekommen. Beim Zweitplatzierten, der Netbank, erhielte er dank der Zinsgewinne netto 150,92 Euro im Jahr gutgeschrieben. Und bei der Volkswagen Bank müsste er gerade mal 4,65 Euro im Jahr zuschießen.

In die Gesamtwertung schafften es - auch dank des neu eingeführten Streichergebnisses - fünf der kleineren Anbieter. Auf Platz 1 im Gesamtklassement kam mit drei gewerteten ersten Plätzen die Onvista-Bank. Den zweiten Platz teilen sich Flatex (zwei zweite Plätze, ein vierter) sowie die Volkswagen Bank mit einmal Silber und zweimal Bronze.

Im Überblick: Die günstigsten Online-Broker (Teil 2: kleine Anbieter) als PDF

Bildquellen: Boerse Stuttgart AG, Wolfgang Kriegbaum, Deutsche Börse

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