AKTIEN IM FOKUS 2: Autosektor unter Druck wegen Zollandrohung
(Neu: Kommentar von Barclays und aktuelle Kurse)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Risiko weiterer Importzölle der USA auf Einfuhren europäischer Nato-Staaten hat am Montag die Kurse deutscher Automobilhersteller belastet. Henning Cosman, Analyst von der britischen Bank Barclays sprach angesichts der Drohungen des US-Präsidenten Donald Trump im Zusammenhang mit dem Grönland-Konflikt von einer "beunruhigenden Rhetorik". Geopolitische Risiken mit Blick auf die Autobranche überraschten ihn nicht, doch die Bedrohung sei greifbarer und trete zudem früher als erwartet ein, selbst wenn es Abkommen, Verzögerungen und/oder Ausnahmen geben werde.
Die deutschen Autobauer Porsche AG (Porsche vz), Mercedes-Benz (Mercedes-Benz Group (ex Daimler)), BMW und VW (Volkswagen (VW) vz) hält er zugleich für am stärksten betroffen vom aktuellen Zollrisiko. BMW gaben als DAX-Schlusslicht 4,4 Prozent auf 84,82 Euro nach und im MDAX büßten Porsche AG als Schlusslicht 4,3 Prozent auf 40,41 Euro ein.
Unter den weiteren Autobauern sanken Mercedes-Benz (Mercedes-Benz Group (ex Daimler)) um 3,4 Prozent auf 56,80 Euro, VW verloren 3,7 Prozent auf 97,70 Euro und die Papiere der VW-Beteiligungsgesellschaft Porsche SE (Porsche Automobil) gaben um 4,0 Prozent auf 36,01 Euro nach.
Der europäische Sektorindex sackte zugleich auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober ab.
Auch die Papiere von Zulieferern wie Continental, Infineon und AUMOVIO gerieten am Montag unter Druck und büßten zwischen 1,7 bis 3,0 Prozent ein.
"US-Präsident Donald Trump schwingt erneut die Zoll-Keule und trifft Europa damit an einem empfindlichen Nerv", schrieb Analyst Frank Sohlleder vom Broker Activtrades. Investoren dürften sich schmerzlich an Anfang April 2025 erinnern, als Trump seine ersten Zollpläne vorstellte und der deutsche Leitindex Dax "innerhalb kürzester Zeit um sage und schreibe mehr als 18 Prozent in die Tiefe rauschte". Weil im Polit-Thriller um Grönland die diplomatischen Fronten verhärtet seien, sei davon auszugehen, dass die Volatilität an den europäischen Aktienmärkten massiv ansteigen dürfte./ck/bek/mis
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