Disney-Aktie gibt dennoch ab: Gewinnentwicklung überrascht positiv - Umsatz gestiegen

02.02.2026 22:04:00

Der Unterhaltungsriese Walt Disney hat vor Beginn des Börsenhandels in den USA seine Zahlen für das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2026 vorgelegt.

Den US-Entertainmentriesen Walt Disney haben im ersten Geschäftsquartal hohe Werbeausgaben für Kinofilme belastet. Unter anderem das Marketing für die vor Jahresende gestarteten Produktionen "Zootopia 2" und "Avatar: Fire and Ash" sorgte dafür, dass der Gewinn in den drei Monaten bis Ende Dezember im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 2,4 Milliarden US-Dollar zurückging (2,0 Mrd Euro), obwohl der Umsatz um 5 Prozent auf knapp 26 Milliarden Dollar anzog. Disney hatte vor den Belastungen bereits gewarnt. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Aktie von 1,63 Dollar fiel etwas besser aus als von Experten erwartet.

Disney hatte bereits angekündigt, dass das zweite Halbjahr des Geschäftsjahrs (Ende September) wieder besser laufen sollte. So will der Konzern im gesamten Geschäftsjahr den bereinigten Gewinn je Aktie im zweistelligen Prozentbereich steigern. Dabei bleibt das Management um Noch-Chef Bob Iger nach dem ersten Quartal. Anleger zeigten sich davon enttäuscht. Die Disney-Aktie verlor im frühen US-Handel mehr als sechs Prozent.

Unterdessen zeichnet sich in seiner Nachfolgesuche eine Entscheidung ab. So dürfte der Verwaltungsrat laut Kreisen schon bald Freizeitpark-Spartenchef Josh D'Amaro zum Konzernchef küren. Das Gremium könnte schon in den kommenden Tagen entsprechend abstimmen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Damit würde eine dreijährige Suche nach einer geeigneten Nachfolge für den derzeitigen Amtsinhaber Iger enden. Der Verwaltungsrat habe noch nichts zu einer neuen Konzernspitze entschieden und man werde sich dazu äußern, wenn die Wahl getroffen sei, hieß es vom Unternehmen in einer Stellungnahme.

Disney-Aktien unter Druck

Die Aktien von Walt Disney sind am Montag nach Geschäftszahlen kräftig unter Druck geraten. Vorbörslich zeitweise klar im Plus, starteten sie sehr schwach in den Handel und büßten zuletzt an der NYSE noch 7,30 Prozent auf 104,56 US-Dollar ein.

Dass der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Aktie etwas besser ausfiel als von Experten erwartet, beeindruckte die Anleger ebenso wenig wie der gestiegene Umsatz. Auch der bestätigte Ausblick für ein besseres zweites Geschäftshalbjahr ließ den Markt kalt, zumal Disney auch vor weiter steigenden Kosten für die Übertragungsrechte von Sportveranstaltungen warnte.

Bei Analysten stießen die Geschäftsaussagen des Traditionsunternehmens auf ein positiveres Echo. Disney sei mit guten Zahlen ins Geschäftsjahr 2025/26 gestartet, befand Markus Leistner von der DZ Bank. Im Streamingbereich habe die Profitabilität einen Höhepunkt erreicht, und Kinoerfolge wie "Zootopia 2" gäben Rückenwind. Die Freizeitparks und das florierende Kreuzfahrtgeschäft blieben außerdem ein Stabilitätsanker. Positiv wertet der DZ-Experte das sieben Milliarden Dollar schwere Aktienrückkaufprogramm sowie die Dividendenerhöhung.

Jason Bazinet von der US-Bank Citigroup sieht den Umsatz und das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) zum Geschäftsjahresstart über den Erwartungen. Die Besucherzahlen in den Themenparks des Konzerns dürften die Prognosen ebenfalls übertroffen haben. Das für 2025/26 angestrebte prozentual zweistellige EPS-Wachstum liege im Rahmen der vom Markt erwarteten zwölf Prozent. Bazinet rät ebenso wie Leistner weiter zum Kauf der Aktie. Die beiden Experten rufen für diese ein Kursziel beziehungsweise einen fairen Wert von 140 beziehungsweise 137 Dollar aus, womit sie deutlich über dem aktuellen Bewertungsniveau liegen.

Derweil zeichnet sich in der jahrelangen Suche von Disney nach einer geeigneten Nachfolge für den Noch-Konzernchef Bob Iger eine Entscheidung ab. So dürfte der Verwaltungsrat laut Kreisen schon bald Freizeitpark-Spartenchef Josh D'Amaro zum Konzernchef küren. Das Gremium könnte schon in den kommenden Tagen entsprechend abstimmen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Der seit 1998 bei Disney tätige Manager stehe allerdings intern im Wettbewerb mit Dana Walden, der Co-Vorsitzenden der Entertainmentsparte, betonte Leistner.

DZ Bank hebt fairen Wert für Walt Disney an - 'Kaufen'

Die DZ Bank hat den fairen Wert für Disney nach Zahlen von 135 auf 137 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf "Kaufen" belassen. Das erste Geschäftsquartal sei erfreulich ausgefallen, schrieb Markus Leistner in einer am Montag vorliegenden Studie. Die Profitabilität im Streaming-Bereich habe einen Bestwert erreicht und die Freizeitparks und das Kreuzfahrtgeschäft blieben ein Stabilitätsanker. Die Nachfolge von Vorstandschef Bob Iger gehe zudem in eine entscheidende Phase und Josh D'Amaro, Leiter des Erlebnisbereichs, sei einer der aussichtsreichsten Kandidaten.

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquelle: gary718 / Shutterstock.com

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