Bayer-Aktie nähert sich jüngstem Hoch: Bericht zu EU-Saatgutpolitik stützt

08.01.2026 17:50:00

Die zunehmend ermutigenden Nachrichten zu Bayer haben die Aktie auch am Donnerstag nach oben getrieben.

Sie testete erstmals seit November 2023 die runde Marke von 40 Euro und führte den Leitindex DAX an. In nur zwei Monaten haben die Papiere der Leverkusener um mehr als die Hälfte zugelegt. Letztlich betrug der Aufschlag im XETRA-Handel noch 2,84 Prozent auf 39,43 Euro.

Die "FT" schrieb am Mittwoch, dass Bayer an eine positive Veränderung des europäischen Saatgutmarktes glaubt. Darin erwähnte der Autor, dass sich die EU-Institutionen nach mehrjährigen Verhandlungen darauf geeinigt hätten, die Regeln bei der Verwendung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen in Europa zu lockern. Bayer wolle damit auch die problematische Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto rechtfertigen, hieß es in dem Bericht weiter.

Wegen Monsanto wird 2026 für Bayer laut dem Börsenbrief-Autor Hans Bernecker ein "sehr wichtiges Jahr". Bei den Prozessen rund um den Unkrautvernichter Glyphosat bestehe große Hoffnung, denn sollte Bayer vor dem obersten US-Gericht der große Befreiungsschlag gelingen, dürfte die 2025 schon stark gestiegene Aktie seiner Einschätzung nach weiter deutlich zulegen. "Bayer bietet damit ein attraktives Chance-Risiko-Potenzial", so Bernecker.

Zuletzt waren Experten wegen der Glyphosat-Hoffnung bereits optimistischer geworden, darunter schon im Dezember JPMorgan sowie Morgan Stanley und am Vortag relativ frisch die britische Barclays-Bank.

Auch zur Medikamentenpipeline hatte es zuletzt positive Nachrichten gegeben. So war Bayer im November ein Erfolg in einer klinischen Studie zum Blutgerinnungshemmer Asundexian bei Schlaganfällen gelungen, was die Aktie beflügelt hatte. Zudem gibt es immer wieder Neuigkeiten zu kleineren und größeren Kooperationen im Biotech-Bereich. Erst am Donnerstag gab Bayer die Zusammenarbeit mit Soufflé Therapeutics bei zellspezifischer siRNA-basierter Herztherapie bekannt.

Am Mittwoch war zudem bekannt geworden, dass der Dax-Konzern Corona-Impfstoffhersteller verklagt, mit dem Vorwurf der Verletzung von Patenten. Allerdings hatte das keinen Einfluss auf den Kurs. In der Biotechbranche streiten viele Unternehmen wegen ähnlicher Vorwürfe miteinander.

Unter der Last milliardenteurer Verfahren und Vergleiche rund um Klagen in den USA wegen angeblicher Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat haben die Bayer-Aktien seit 2018 eine lange Talfahrt hinter sich. Der Rekord von über 146 Euro liegt schon mehr als zehn Jahre zurück. Im Frühjahr 2025 waren sie dann bis auf fast 18 Euro gesackt - seither läuft eine Erholung.

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FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquelle: Arseniy Krasnevsky / Shutterstock

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