Netflix-Aktie: Streaming-Riese will nach Warner-Kauf auch die Leinwand dominieren

20.01.2026 20:33:00

Netflix versucht, die Sorge zu zerstreuen, dass die Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers die Zukunft der Filmtheater-Branche torpedieren könnte.

Der Streaming-Riese werde das Kino-Geschäft von Warner keinen Risiken aussetzen, versicherte Co-Chef Ted Sarandos in einem Interview der "New York Times". So werde man etwa das bisherige Zeitfenster von etwa 45 Tagen, die Filme exklusiv in Kinos laufen, beibehalten.

Netflix hatte in der Vergangenheit wenig Begeisterung für Filmtheater gezeigt. Auf Fragen dazu antworteten Manager stets, dass es für die Firma wichtiger sei, Filme für hunderte Millionen Streaming-Kunden zu veröffentlichen, als sie in Kinos zu bringen. Zur Verkündung der Warner-Übernahmepläne hatte Sarandos noch signalisiert, dass Netflix von einer schrittweisen Veränderung der Zeiträume ausgehe, die Filme nur im Kino zu sehen seien.

Amerikanische Kinobetreiber sorgen sich, dass ihnen bei kürzeren Exklusivfenstern überlebenswichtige Einnahmen entgehen könnten. Filme von Warner waren zuletzt ein wichtiger Stützpfeiler für das Geschäft der Kinos.

"

Wir wollen gewinnen"

Sarandos betonte, dass Netflix nach einer Warner-Übernahme auch die Nummer eins im Kino-Geschäft sein wolle. "Wir wollen gewinnen" - sowohl am ersten Wochenende eines Films als auch bei den Einnahmen an den Kinokassen insgesamt. Durch Einblick in die Warner-Bilanzen habe Netflix festgestellt, dass das Kino-Geschäft des Hollywood-Konzerns besser laufe als man es angenommen habe.

Netflix will das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner Brothers in einem 83 Milliarden Dollar schweren Deal kaufen - ohne die aktuell noch zum Konzern gehörenden Fernsehsender wie CNN. Der Rivale Paramount dagegen bietet 108,4 Milliarden Dollar für das gesamte heutige Unternehmen Warner Bros. Discovery. Das Warner-Management entschied sich für das Netflix-Gebot, Paramount wandte sich danach direkt an die Aktionäre. Der Ausgang des Bieter-Wettstreits ist noch offen.

Netflix will Kaufpreis für Warner komplett in bar bezahlen

Der Streaming-Anbieter Netflix legt im Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers nach. Das Unternehmen will sein bisheriges Gebot von knapp 83 Milliarden US-Dollar (71 Mrd Euro) inklusive Schulden für das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner jetzt komplett in bar bezahlen, wie es am Dienstag in Los Angeles mitteilte. Bislang sollten die Warner-Aktionäre einen Teil der Summe in Netflix-Aktien erhalten.

Konkurrent Paramount bietet hingegen gut 108 Milliarden Dollar für den gesamten Warner-Brothers-Konzern, einschließlich der dazugehörigen Fernsehsender wie CNN. Für das Gebot zieht Paramount inzwischen vor Gericht. In einer Klage fordert Paramount von Warner vor allem mehr Informationen zur Entscheidung des Managements, das Gebot von Netflix vorzuziehen. Hinter Paramount steht die Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump bekannt ist. Im NASDAQ-Handel am Dienstag geht es für die Netflix-Aktie zeitweise 0,03 Prozent runter auf 87,98 US-Dollar.

/so/DP/zb

LOS ANGELES (dpa-AFX)

Bildquelle: XanderSt / Shutterstock.com, pixinoo / Shutterstock.com, dennizn / Shutterstock.com, jejim / Shutterstock.com

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