DocMorris-Aktie von höherem Verlust belastet: Kräftiges Wachstum dank E-Rezept in Deutschland

20.01.2026 16:59:39

Die Online-Apotheke DocMorris ist 2025 kräftig gewachsen und hat die eigenen Umsatzziele erreicht.

Wichtigster Treiber blieb das elektronische Rezept in Deutschland. Konzernweit könnte der bereinigte operative Verlust aber höher ausfallen als bisher in Aussicht gestellt, wie das Unternehmen am Dienstag bei Vorlage von Eckdaten mitteilte.

Im vergangenen Jahr hatte Doc Morris einen Außenumsatz von 1,19 Milliarden Franken (ca 1,28 Mrd Euro), das waren 9,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. In lokaler Währung entsprach dies einem Plus von 11,1 Prozent. Damit erreichte das Unternehmen die eigene Zielsetzung eines Wachstums von mehr als 10 Prozent und übertraf zugleich leicht die Erwartungen von Analysten.

Im Vergleich wuchs Doc Morris aber weniger stark als der im MDAX gelistete Konkurrent Redcare Pharmacy. Dieser hatte bereits Anfang Januar vorläufige Zahlen vorgelegt und über ein Umsatzplus von 24 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro berichtet.

Bei DocMorris legten derweil im vergangenen Jahr im Hauptmarkt Deutschland die Erlöse um 9,9 Prozent auf 1,12 Milliarden Franken zu. Bei den rezeptpflichtigen Medikamenten (Rx) stiegen die Verkäufe um 31 Prozent auf 234,8 Millionen Franken, was allerdings etwas weniger war als von Analysten im Schnitt erwartet. Im vierten Quartal beschleunigte sich das Wachstum.

Im sogenannten Non-Rx-Geschäft in Deutschland, das aus dem Geschäft mit nicht rezeptpflichtigen Medikamenten und digitalen Dienstleistungen besteht, stieg der Umsatz 2025 um 5,4 Prozent auf 887,9 Millionen Franken. Deutlichen Schub verbuchte 2025 das margenstarke Digitalgeschäft, in lokalen Währungen zogen die Umsätze hier um 110 Prozent an.

Zugleich passte die Online-Apotheke die Zielsetzung für das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) an. Hier wird nun ein Verlust von 48 bis 52 Millionen Franken in Aussicht gestellt, statt wie bisher 35 bis 55 Millionen Verlust. Zugleich hält das Management an seinem Ziel fest, die operative Gewinnschwelle im Verlauf des Jahres 2026 zu erreichen. Der Break-even beim Free Cashflow wird weiterhin für das Jahr 2027 angestrebt. Die vollständigen Jahreszahlen für 2025 legt DocMorris am 19. März vor.

DocMorris-Aktie unter Druck

Die Aktien von DocMorris sind auch am Dienstag unter Druck geblieben. An der SIX gibt die DocMorris-Aktie zeitweise 6,89 Prozent auf 6,01 Franken ab. Die Verluste bedeuten einen Rückschlag beim Stabilisierungsversuch nach dem Rekordtief im November. Schon seit Monaten bewegt sich der Kurs in einer Spanne zwischen knapp unter 5 und etwas unter 7 Franken.

Die DocMorris-Papiere reagierten mit dem Abschlag auf aktuelle Geschäftszahlen. Die Online-Apotheke war 2025 zwar kräftig gewachsen und hatte die eigenen Umsatzziele erreicht. Wichtigster Treiber blieb dabei das elektronische Rezept in Deutschland. Doch was dieses betraf, habe sich der Markt mehr erhofft, merkte Analyst Volker Bosse von der Baader Bank an. Dies habe die an sich gute Umsatzentwicklung überdeckt.

Analystin Sarah Roberts von der britischen Investmentbank Barclays sprach von einem durchwachsenen Schlussquartal 2025 für DocMorris und blieb bei ihrem "Equal Weight"-Votum. Wegen der Größenvorteile sowie der starken Bilanz bevorzugt sie die mit "Overweight" bewerteten Titel von Redcare Pharmacy. Bei DocMorris sei zudem die Dynamik im Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten schwächer.

Doch auch die Papiere des deutschen Wettbewerbers ließen am Dienstag Federn - und weiteten ihre Verluste zuletzt auf 3,3 Prozent aus, womit sie 60,55 Euro kosteten. Damit rückt das Tief von Ende November bei 59,45 Euro wieder näher. Rutschen die Anteile darunter, wäre es der tiefste Kurs seit drei Jahren.

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) äußerte bei DocMorris zudem Bedenken hinsichtlich der Finanzierung. Sollte es in den Jahren 2026 und 2027 nicht zu einem deutlich stärkeren Wachstum bei elektronischen Rezepten und bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten kommen, könnte die Liquidität Ende 2027 unter Druck geraten.

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STECKBORN (dpa-AFX)

Bildquelle: Tobias Zeit 2016 / DocMorris, Ralf Liebhold / Shutterstock.com

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