AMD und Intel im Fokus: Analystenlob beflügelt die Kurse der Chipaktien

13.01.2026 22:04:00

Positive Analystenstimmen geben den Aktien von AMD und Intel neuen Auftrieb. KeyBanc sieht vor allem im Server- und KI-Geschäft deutliches Potenzial.

• KeyBanc hebt Bewertung für AMD und Intel auf "Overweight" an
• Starke Nachfrage nach Server-CPUs und KI-Infrastruktur als Kurstreiber
• Aktien reagieren mit deutlichen Kursgewinnen

KeyBanc hebt AMD und Intel auf "Overweight"

Die Aktien von Advanced Micro Devices und Intel profitieren von einer positiven Neubewertung durch KeyBanc Capital Markets. Wie aus einem Bericht von "Barron’s" hervorgeht, hat der Analyst John Vinh beide Chipkonzerne auf "Overweight" hochgestuft. Hintergrund sind vor allem robuste Auftragseingänge im Servergeschäft sowie eine anhaltend hohe Nachfrage im Zuge des globalen Ausbaus von KI-Infrastruktur.

Laut Vinh seien sowohl AMD als auch Intel für das laufende Jahr bei Server-Prozessoren nahezu ausverkauft. "Unsere Erhebungen zeigen, dass Intel im Bereich Server-CPUs für dieses Jahr fast vollständig ausgebucht ist", zitiert Barron’s aus der Analystennotiz. Vor diesem Hintergrund erwäge Intel Preiserhöhungen von 10 bis 15 Prozent bei den durchschnittlichen Verkaufspreisen.

Intel punktet mit Serverchips und Foundry-Fantasie

Besonders für Intel sieht KeyBanc mehrere operative Lichtblicke. Neben der starken Nachfrage nach neuen Serverplattformen wie Granite Rapids oder Emerald Rapids verweist TipRanks auf eine zunehmende Akzeptanz bei großen Cloud-Anbietern, darunter Amazon Web Services. Diese Entwicklung stützt laut KeyBanc die Hoffnung, dass sich das zuletzt schwächelnde Rechenzentrums-Geschäft stabilisiert.

Zusätzlich äußerte sich der Analyst positiv zu Intels Fortschritten im Auftragsfertigungsgeschäft. Zwar könne das Unternehmen mit dem 18A-Fertigungsprozess noch nicht zur Marktführerschaft von TSMC aufschließen, dennoch sei Intel auf einem guten Weg, sich als zweitstärkster Foundry-Anbieter zu etablieren. "Die Fortschritte bei 18A sind ausreichend, um Intel glaubwürdig als Nummer zwei vor Samsung zu positionieren", so Vinh laut Barron’s. Das Kursziel setzte KeyBanc auf 60 US-Dollar.

AMD profitiert von KI- und Cloud-Boom

Auch AMD sieht KeyBanc gut positioniert. Dem Bericht von TipRanks zufolge rechnet der Analyst mit einem Wachstum der Server-CPU-Umsätze von mindestens 50 Prozent im laufenden Jahr. Zusätzlich sollen neue KI-Grafikprozessoren wie MI355 und MI455 das Geschäft weiter antreiben. Für das KI-Segment erwartet KeyBanc jährliche Erlöse von 14 bis 15 Milliarden US-Dollar.

Vor diesem Hintergrund hob der Analyst nicht nur das Kursziel für AMD auf 270 US-Dollar an, sondern erhöhte auch die Gewinnschätzungen für die kommenden Jahre. Die starke Nachfrage von Cloud-Kunden trotz teils angespannter Lieferketten im Speicherbereich wertet KeyBanc als strukturell positives Signal.

So reagieren die Aktien auf das Analystenlob

An der Börse spiegelte sich die optimistische Einschätzung in kräftigen Kursbewegungen wider: Die AMD-Aktie hatte bereits am Vortag um 2,22 Prozent auf 207,69 US-Dollar zugelegt. Am Dienstag ging es dann weiter deutlich nach oben: Das Papier gewann an der NASDAQ letztlich 6,39 Prozent auf 220,97 US-Dollar.

Bei Intel führte die Analysteneinschätzung zu einer Gegenbewegung: Nachdem die Aktie am Montag um 3,27 Prozent auf 44,06 US-Dollar gefallen war, kletterte sie am Dienstag bis zum Handelsende um 7,33 Prozent auf 47,29 US-Dollar.

Ein Blick auf die Analystenlandschaft zeigt jedoch Unterschiede in der Markteinschätzung. Für AMD liegen laut TipRanks 36 Analystenratings vor, davon 28 Kaufempfehlungen und keine Verkaufsvoten. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 283,66 US-Dollar, was einem impliziten Aufwärtspotenzial von rund 36,6 Prozent zum letzten Schlusskurs entspricht.

Bei Intel ist das Bild verhaltener: Von 29 Analysten empfehlen nur sechs den Kauf, während fünf zum Verkauf raten. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 40,17 US-Dollar unter dem letzten Schlusskurs und signalisiert rechnerisch ein Abwärtspotenzial von knapp neun Prozent.

Redaktion finanzen.net

Bildquelle: JHVEPhoto / Shutterstock.com, Ken Wolter / Shutterstock.com

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