BVB-Aktie: Drei-Punkte-Erfolg - Tabellenplatz gesichert
Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac bezwang die Hanseaten erst dank zweier später Treffer deutlich mit 3:0 (1:0). Vor 81.365 Zuschauern erzielten Nico Schlotterbeck (11. Minute), Marcel Sabitzer (76.) und der eingewechselte Serhou Guirassy (83.) die Tore für den BVB (Borussia Dortmund).
Die drei Treffer übertünchten damit einen spielerisch lange dürftigen Auftritt der daheim in der Liga weiter ungeschlagenen Dortmunder. Guirassy beendete zudem eine persönliche Negativserie. Der Angreifer traf erstmals seit Ende Oktober wieder in der Liga.
Werder hat nun bereits sechs Pflichtspiele am Stück nicht gewonnen. Das Team von Coach Horst Steffen, dessen Partie gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Wochenende wetterbedingt ausgefallen war, muss nach dem missglückten Jahresstart aufpassen, nicht noch richtig in den Abstiegskampf zu rutschen.
Guirassy zunächst auf der Bank
Kovac verzichtete in der Startelf auf den zuletzt formschwachen Guirassy und bot stattdessen Fábio Silva im Sturmzentrum auf. Zunächst wurde der BVB jedoch in der Defensive gefordert. Keeper Gregor Kobel war bei einem Werder-Konter gegen Justin Njinmah zur Stelle, Marco Grüll setzte einen Distanzschuss über das Dortmunder Tor.
Die Gastgeber hatten in einer nervösen Anfangsphase sichtlich Mühe mit den hoch anlaufenden Bremern. Dortmund leistete sich Fehler im Aufbauspiel und hatte Glück, dass die Grün-Weißen diese nicht nutzten. Eine Ecke brachte dann quasi aus dem Nichts die Führung. Schlotterbeck kam drei Meter vor dem Werder-Tor erstaunlich frei zum Kopfball und ließ sich diese Chance nicht entgehen.
Pfiffe zur Pause
Sicherheit gab das dem BVB aber nicht. Njinmah hatte aus abseitsverdächtiger Position den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte freistehend jedoch erneut an Kobel. Werder blieb auch danach die bessere Mannschaft, hatte mehr Ballbesitz und gewann mehr Zweikämpfe. Rund um den Dortmunder Strafraum trafen die Gäste aber zu viele falsche Entscheidungen.
Wie unzufrieden die Dortmunder Fans trotz Führung mit dem Auftritt ihrer Mannschaft waren, machten sie mit dem Pausenpfiff deutlich. Mit einem lauten Pfeifkonzert verabschiedeten sie ihre Spieler in die Kabine.
Sabitzer entscheidet das Spiel
Nach dem Seitenwechsel kam der BVB etwas besser ins Spiel. Begeisternden Offensivfußball bot Dortmund aber weiterhin nicht. Die Westfalen leisteten sich jedoch weniger Unzulänglichkeiten im Spielaufbau und hatten Gelegenheiten, den Vorsprung auszubauen. Bei einer Dreifach-Chance kamen Maximilian Beier und Silva jedoch nicht an Werder-Keeper Mio Backhaus und der Abwehr der Gäste vorbei.
Eine Viertelstunde vor dem Ende machte es Sabitzer besser. Der Mittelfeldspieler traf mit einem harten und platzierten Schuss zur Entscheidung. Der eingewechselte Guirassy legte sogar noch einen weiteren Treffer nach.
HSV-Gerücht um Kehl: Für BVB-Boss Ricken '0,0 ein Thema'
Trainer Niko Kovac weiß nichts, für Sport-Geschäftsführer Lars Ricken ist es "0,0 ein Thema" - und der Betroffene selbst schweigt: Borussia Dortmund hat sich noch nicht klar zu dem Gerücht geäußert, BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl sei ein Kandidat auf die Nachfolge als HSV-Sportvorstand von Stefan Kuntz.
Der Sender Sky hatte vor dem Bundesliga-Spiel der Dortmunder gegen Werder Bremen berichtet, Kehl werde im Aufsichtsrat des Hamburger SV als Kandidat auf den Posten "ganz besonders intensiv diskutiert", eine Kontaktaufnahme habe es aber noch nicht gegeben.
So kamen auch die Reaktionen der Dortmunder daher. "Die Gerüchte sind ja relativ frisch, ich habe sie auch gerade erst gelesen", sagte BVB-Boss Ricken bei DAZN. "Ich weiß nicht, was die Hamburger sich für Gedanken machen. Es ist niemand an uns herangetreten und damit ist es für uns vor dem Spiel auch kein Thema." Man sei "gerade mitten in einer Transferphase mit Sebastian" und plane auch schon gemeinsam den Kader für den Sommer. "Deshalb ist es für mich gerade auch 0,0 ein Thema."
Kehl selbst, der beim BVB einen Vertrag bis Sommer 2027 hat, sagte Sky dem Sender zufolge ein Interview ab. Mit dem Thema konfrontiert sorgte auch Trainer Kovac für wenig Klarheit: "Da erwischt du mich auf dem falschen Fuß, ich habe 90 Minuten Bundesliga-Fußball hinter mir und jetzt stellst du mir Fragen, wovon ich überhaupt nichts weiß", gab sich Kovac nach dem 3:0-Sieg seines Teams überrascht. "Darauf kann ich keine Antwort geben, das ist jetzt mal wirklich - wie mit dem Waschlappen."
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DORTMUND (dpa-AFX)
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