DAX trotzt Abgabedruck: Startverluste wieder aufgeholt - grüne Vorzeichen
Der DAX begann die Sitzung 0,6 Prozent tiefer bei 24.392,09 Punkten. Danach arbeitete er sich stetig gen Norden, sodass er nun Gewinne verbuchen kann.
Der letzte DAX-Rekord
Am 13. Januar hatte der DAX bei 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert und damit erstmals in seiner Geschichte die Schwelle von 25.500 Punkten überschritten. Letztlich war er an diesem Tag bei 25.420,66 Zählern in den Feierabend gegangen, was einen neuen Rekord auf Schlusskursbasis bedeutete.
Asiatische Börsen knicken ein
Nach teils deutlichen Kurszuwächsen zum Jahresstart geht es an den asiatischen Börsen zum Auftakt in den Februar teils deutlich nach unten. Einen regelrechten Kursrutsch gab es am Montag auch in Südkorea: Der KOSPI verlor schlussendlich 5,26 Prozent auf 4.949,67 Zähler - zeitweise war der Handel sogar wegen der herben Abschläge unterbrochen. Teilweise wurde der Abverkauf auch mit Gewinnmitnahmen erklärt. Daneben verlor auch der Hang Seng in Hongkong zeitweise nahezu 3 Prozent. Zur Schlussglocke stand hier ein Minus von 2,23 Prozent auf 26.775,57 Punkten an der Tafel.
Geopolitische Lage sorgt bei Anlegern für Sorgenfalten
Sorgen bereiten den Anlegern weiterhin die geopolitischen Krisenherde, nachdem Irans oberster Führer im Falle eines US-Angriffs vor einer regionalen Eskalation gewarnt hat. Der Iran wolle keinen Krieg und werde ihn auch nicht beginnen, sagte der Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei, der in allen strategischen Belangen das letzte Wort hat. "Aber das iranische Volk wird jemandem, der angreift oder Schaden zufügt, einen harten Schlag versetzen."
"Die Augen der Investoren sind fest auf den Nahen Osten gerichtet", schrieb Analyst Frank Sohlleder vom Broker Activtrades angesichts der angespannten Situation im Iran. In diesem Umfeld würden selbst kleine Enttäuschungen in den Quartalsbilanzen der Unternehmen gnadenlos bestraft. Damit dürfte die Messlatte für die DAX-Konzerne auch in der neuen Woche hoch liegen.
Kursknick bei Edelmetallen belastet Anlegervertrauen
Die fragile Lage an den Finanzmärkten geht zudem auch von den Edelmetallmärkten aus, an denen seit Freitag die Rekordrally korrigiert wird. Die Marktstimmung sei deshalb deutlich angespannt, schrieb am Morgen der Chefmarktanalyst bei AT Global Markets, Nick Twidale. "Bei solch historischen Kursbewegungen sinkt das Anlegervertrauen nicht nur in Bezug auf Gold, sondern auf den gesamten Markt rapide".
Wesentlicher Auslöser des jüngsten Einbruchs der Edelmetallmärkte war die Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell durch US-Präsident Donald Trump. Das hatte an den Märkten Zweifel geschürt, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird.
"Die überraschende Nominierung eines potenziell konservativen Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank durch Trump hat die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt", schrieb Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Eigentlich sei erwartet worden, dass Trump alles tun würde, um eine Powell-Nachfolge einzusetzen, die für schnell fallende Leitzinsen steht. Nun scheinen die Anleger dem Experten nicht schnell genug aus dem Risiko gehen zu können; selbst Edelmetalle bieten keinen Halt mehr. Die Devise laute: "Bargeld ist König."
Volatilität dürfte auch im Februar weiter anhalten
Im Februar könnte es am deutschen Aktienmarkt insgesamt volatil weitergehen. "Schwankungen nehmen zu, Richtungsentscheidungen fallen härter aus", stellten die Experten von Index Radar fest. Das Börsenjahr 2026 zeige sich von Beginn an deutlich nervöser, worauf die vergangenen Wochen einen Vorgeschmack geliefert hätten. "Charttechnisch betrachtet ist von der Herrlichkeit von Anfang dieses Jahres nicht mehr viel übriggeblieben", kommentierte IG-Chefmarktanalyst Christian Henke. Der DAX präsentiere sich angeschlagen.
Der neue Monat startet neben wichtigen Konjunkturdaten wie dem US-Arbeitsmarktbericht auch mit der nächsten Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Außerdem geht die Berichtssaison der Unternehmen weiter.
Redaktion finanzen.net / Dow Jones / dpa-AFX
Bildquelle: Sebastian Kaulitzki / Shutterstock.com