Lufthansa-Aktie am Freitag nach turbulenter Handelswoche unter Druck
• Lufthansa-Aktie verliert am Freitag deutlich auf XETRA
• Tarifverhandlungen mit Verdi erhöhen das Streikrisiko
• Bernstein sieht Kursziel unter aktuellem Niveau
Nachdem der Anteilsschein der Lufthansa in dieser Woche wieder Kurs auf sein 52-Wochen-Hoch nahm, das bei 9,25 Euro liegt, rückt die wichtige Marke am letzten Handelstag der Woche wieder deutlicher außer Reichweite. Auf XETRA verliert die Lufthansa-Aktie zeitweise 2,63 Prozent auf 8,74 Euro. Dennoch haben Anleger auf Wochensicht ein Plus in ihren Depots.
Tarifverhandlungen und Streikrisiko bleiben im Blick
Als Belastungsfaktor wirkt, dass seit dem 19. Januar neue Tarifverhandlungen mit Verdi für rund 20.000 Bodenbeschäftigte, inklusive einer Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn und mindestens 250 Euro für die unteren Lohngruppen laufen. "Wir erwarten durchaus schwierige Verhandlungen", erklärte Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky im Vorfeld. Der damit verbundene Hinweis auf ein erhöhtes Streikrisiko wirkt als Bremsfaktor, weil Investoren mögliche Mehrkosten und operative Störungen einpreisen müssen. Noch müssen sich sowohl Fluggäste als auch Lufthansa-Anleger aber keine akuten Sorgen machen, momentan sind Arbeitskampfmaßnahmen noch ausgeschlossen, da die vertragliche Friedenspflicht erst Mitte Februar endet. Dies steht im Kontrast zur letzten Verhandlungsrunde vor etwa zwei Jahren: Damals kam es zu mehreren, teils mehrtägigen Arbeitsniederlegungen, bevor der Konflikt schließlich nur durch externe Schlichtung beigelegt werden konnte.
Analyst mit schwachem Kursziel
Weiterhin Nachwirkungen hat auch eine Analystenstimme, die in dieser Woche für Aufmerksamkeit sorgte: Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für Lufthansa auf "Market-Perform" belassen. Auffällig war dabei das Kursziel, das bei 7,75 Euro und damit unterhalb des aktuellen Kursniveaus liegt. Grundsätzlich klingt die Einschätzung aber positiv: Die Nachfrage auf den Nordatlantikstrecken bleibe solide und die Treibstoffkostenentwicklung stütze die Margen, schrieb Alex Irving in einer Studie. Dies stütze Airlines und Flughafenbetreiber zum Jahresstart. Mit Blick auf das vierte Quartal dürften die großen Netzwerk-Fluggesellschaften besser abgeschnitten haben als die Billigflieger, betont er.
Redaktion finanzen.net
Bildquelle: Sean Gallup/Getty Images