Super Micro-Aktie unter der Lupe: Analysten zwischen Turnaround-Hoffnung und Zweifel

06.02.2026 10:44:00

Nach starken Quartalszahlen melden sich Analysten zur Super Micro-Aktie zu Wort. Einige sehen eine Trendwende, andere warnen weiter vor Margen- und Kundenrisiken.

• Analysten sehen nach Q2 erstmals Anzeichen einer operativen Stabilisierung
• Kursziele signalisieren teils deutliches Aufwärtspotenzial
• Margendruck sorgt weiter für geteilte Meinungen

Analysten sehen operative Wende

Nach den Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026, die am 3. Februar vorgelegt wurden, haben mehrere Analysten ihre Einschätzungen zur Super Micro Computer-Aktie erneuert. Einem Artikel von barchart zufolge werten einige Marktbeobachter die Ergebnisse als möglichen Wendepunkt nach einer Phase enttäuschter Erwartungen. Besonders hervorgehoben wird, dass das Unternehmen ambitionierte Umsatzziele wieder erreicht und zugleich den eigenen Ausblick angehoben hat.

So bestätigte Wedbush-Analyst Matt Bryson seine "Neutral"-Einstufung und setzte ein Kursziel von 42 US-Dollar an, was einem Aufwärtspotenzial von rund 36 Prozent zum letzten Schlusskurs der Super Micro-Aktie von 30,85 US-Dollar entspricht (Stand: Schlusskurs vom 5. Februar 2026). Laut barchart sprach er von einer klaren Verbesserung gegenüber den Vorquartalen, in denen Super Micro wiederholt hinter den eigenen Zielmarken zurückgeblieben war. Auch Needham-Analyst Quinn Bolton hält an seiner Kaufempfehlung fest, reduzierte das Kursziel jedoch auf 40 US-Dollar - prognostiziert damit aber immer noch ein Steigerungspotenzial von knapp 30 Prozent. Trotz der Anpassung sieht er weiterhin signifikantes Kurspotenzial. GF-Securities-Analyst Jeff Pu bleibt ebenfalls konstruktiv und verwies auf eine Stabilisierung der Margen sowie ein besseres Kostenbild im Zuge steigender Volumina.

Goldman Sachs und BofA: Skepsis bei Margen und Kundenstruktur

Trotz der starken Zahlen bleibt der Ton nicht durchweg optimistisch. Goldman Sachs und die Bank of America halten an ihren Verkaufsempfehlungen fest.

Goldman-Analyst Mike Ng sieht zwar weiterhin eine robuste Nachfrage nach KI-Servern, warnt aber, dass die Bruttomargen mit 6,4 Prozent leicht unter den Erwartungen geblieben seien. Große Kundenaufträge mit niedrigerer Preissetzungsmacht und höhere Logistikkosten könnten den Margendruck verlängern. Zudem verweist Goldman auf die hohe Kundenkonzentration, da ein einzelner Kunde zuletzt rund 63 Prozent des Umsatzes ausmachte.

Auch die Bank of America sieht zwar starkes Umsatzwachstum, erwartet jedoch, dass sich der Gewinn langsamer entwickelt als die Erlöse, da große KI-Deals typischerweise margenschwächer seien.

Kurs bleibt volatil

Am Markt spiegeln sich diese gemischten Einschätzungen wider: Unmittelbar nach der Zahlenvorlage ging es für die Aktie von Super Micro Computer zunächst kräftig nach oben, doch dann ging dem Papier die Puste aus. Die Aktie verlor am Donnerstag mehr als acht Prozent auf 30,85 US-Dollar. Im vorbörslichen Freitagshandel geht es zeitweise 1,85 Prozent auf 31.42 US-Dollar nach oben. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit 5,40 Prozent im Plus.

Laut TipRanks decken derzeit zehn Analysten den Titel ab, davon zwei mit einer Kauf-, sechs mit einer Halte- und zwei mit einer Verkaufsempfehlung. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 38,89 US-Dollar und signalisiert ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von rund 26 Prozent gegenüber dem Donnerstagsschlusskurs.

Redaktion finanzen.net

Bildquelle: rafapress / Shutterstock.com

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