SAP-Aktie wieder im Aufwind: Führungskräfte nutzen Kurssturz für Käufe nach Cloud-Dämpfer

02.02.2026 17:59:00

SAP verfehlt beim Cloud-Auftragsbestand die Markterwartungen und löst einen massiven Abverkauf aus. Vorstandsmitglieder nutzten die niedrigen Kurse für Eigengeschäfte.

• Der Cloud-Auftragsbestand (Current Cloud Backlog) wächst währungsbereinigt langsamer als vom Markt und dem Unternehmen selbst prognostiziert
• SAP initiiert ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 10 Milliarden Euro zur Stützung des Anteilsscheins und zur Bedienung von Vergütungssystemen
• Mitglieder des Vorstands tätigen umfangreiche Managers Transactions und erwerben nach dem Kursrutsch eigene Aktien im Wert von über einer Million Euro

Cloud-Wachstum bleibt hinter Erwartungen zurück

Die Vorlage der SAP-Geschäftszahlen für das vierte Quartal sowie das Gesamtjahr 2025 hat am Kapitalmarkt für erhebliche Verwerfungen gesorgt. Obwohl der Nettogewinn auf 7,5 Milliarden Euro kletterte und damit den Vorjahreswert mehr als verdoppelte, fokussierten sich die Marktteilnehmer primär auf die Dynamik im strategisch wichtigen Cloud-Geschäft. Der kurzfristige Vertragsbestand in der Cloud (Current Cloud Backlog) verfehlte mit einem währungsbereinigten Plus von 25 Prozent die eigenen Zielvorgaben um einen Prozentpunkt. Diese Kennzahl gilt als zentraler Indikator für künftige Umsatzerlöse im Abonnement-Modell und wurde von den Anlegern als Signal für eine nachlassende Wachstumsdynamik gewertet.

Finanzchef Dominik Asam begründete die Verzögerungen unter anderem mit der Komplexität großer Vertriebsprojekte im vierten Quartal, die eine längere Umsetzungszeit erforderten. Zudem seien spezifische Kündigungsregeln bei Verträgen mit öffentlichen Auftraggebern dafür verantwortlich, dass einige Abschlüsse noch nicht in den offiziellen Bestand eingeflossen sind. "SAP Business AI ist zu einem wichtigen Wachstumstreiber geworden und bereits in zwei Drittel unserer Cloud-Vertragsabschlüsse im vierten Quartal enthalten", betonte Vorstandsvorsitzender Christian Klein in der offiziellen Mitteilung und verwies auf die wachsende Bedeutung Künstlicher Intelligenz für das zukünftige Portfolio. Dennoch konnte dieser Ausblick die Sorgen vor einer vorübergehenden Sättigung im Sektor nicht vollständig entkräften.

SAP-Vorstände signalisieren Vertrauen durch Managers Transactions

Inmitten der volatilen Marktphase nach der Zahlenvorlage setzten hochrangige Führungskräfte des DAX-Konzerns ein deutliches Zeichen des Vertrauens. Im Rahmen von Managers Transactions erwarben mehrere Vorstandsmitglieder unmittelbar nach dem Kurssturz eigene Aktienpakete. Finanzvorstand Dominik Asam kaufte am 30. Januar 2026 insgesamt 6.000 Anteile der SAP zu einem Durchschnittskurs von 169,18 Euro, was einem Investitionsvolumen von über einer Million Euro entspricht. Bereits am Tag der Veröffentlichung, dem 29. Januar 2026, griff Vorstandsmitglied Sebastian Steinhäuser zu und erwarb 2.009 Aktien zu einem Kurs von 173,96 Euro.

Diese Eigengeschäfte von Führungskräften werden am Markt oft als positives Signal gewertet, da sie andeuten, dass das Management die aktuelle Bewertung für untertrieben hält. Während der Aktienkurs am Berichtstag zeitweise um mehr als 16 Prozent einbrach, verdeutlichen diese Käufe eine Diskrepanz zwischen der kurzfristigen Marktreaktion und der internen Einschätzung der langfristigen Werthaltigkeit. Solche Transaktionen sind meldepflichtig und dienen der Transparenz gegenüber den Aktionären, um mögliche Informationsasymmetrien abzubauen. Das Vertrauen der Führungsebene stützt sich dabei auch auf die geplante Beschleunigung des Produktumsatzes, der 2026 währungsbereinigt um 12 bis 13 Prozent steigen soll.

Aktienrückkaufprogramm und Analysteneinschätzungen

Um die Attraktivität der Aktie für Investoren zu steigern, hat SAP ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro angekündigt, das über einen Zeitraum von zwei Jahren abgewickelt werden soll. Ein Teilbetrag von jährlich etwa 1,5 bis 2 Milliarden Euro ist für die Bedienung der aktienbasierten Vergütung der Belegschaft vorgesehen, während der Rest direkt den Aktionären zugutekommt. Trotz dieses massiven Kapitalrückführungsprogramms reagierte das Papier empfindlich auf die Nachricht einer gesunkenen Kundenzufriedenheit bei Bestandskunden, worauf Jefferies-Experte Charles Brennan explizit hinwies.

Die Analystenzunft zeigt sich nach den Zahlen gespalten, bleibt aber mehrheitlich optimistisch gestimmt. Goldman Sachs bestätigte das "Buy"-Rating und sieht ein Kursziel von 320 Euro, was ein erhebliches Aufwärtspotenzial impliziert. Im Gegensatz dazu stufte die DZ Bank den Titel als einziges namhaftes Institut auf "Sell" herab. Andere Häuser wie die Deutsche Bank, Morgan Stanley und die Berenberg Bank passten ihre Kursziele zwar nach unten an, hielten jedoch an ihren Kaufempfehlungen fest.

So bewegt sich die SAP-Aktie heute

Nach dem massiven Abverkauf in der vergangenen Woche stabilisierte sich der Wert zum Wochenbeginn. Die SAP-Aktie notierte im XETRA-Handel letztlich bei 175,10 Euro, was einem Zuwachs von 2,66 Prozent entspricht.

Redaktion finanzen.net

Bildquelle: Gil C / Shutterstock.com

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