Aktien von Morningstar, FactSet und Co. tiefrot: OpenAI-Rivale Anthropic greift Finanzanalyse-Firmen an
Mit der neuen Version Opus 4.6 soll Claude unter anderem auch Aufgaben der Finanzanalyse übernehmen können. Dafür werte Claude etwa Unternehmensdaten, Pflichtmitteilungen und Marktinformationen aus, wie Anthropic erläuterte.
Aktien von Finanzanalyse-Firmen verbuchten nach Vorstellung der neuen KI-Software zum Teil deutliche Kursverluste. So gaben Aktien von FactSet im Donnerstagshandel an der NYSE um 7,21 Prozent auf 209,18 US-Dollar nach, konnten sich nachbörslich aber wieder um 5,17 Prozent auf 220,00 US-Dollar erholen. Papiere von Thompson Reuters fielen daneben im regulären Handel an der NASDAQ um 5,61 Prozent auf 88,31 US-Dollar und zeigten sich nachbörslich um weitere 0,20 Prozent tiefer bei 88,13 US-Dollar. Morningstar-Aktien verloren am Donnerstag an der NASDAQ 6,24 Prozent auf 169,26 US-Dollar und setzten die Verluste nachbörslich mit einem Minus von 0,22 Prozent auf 168,88 US-Dollar fort.
Vergangene Woche hatte Anthropic mit einem Angebot für juristische Dienstleistungen bereits ein Kursrutsch bei Spezialisten für klassische Software in dem Bereich ausgelöst.
Aufspüren von Software-Schwachstellen
Claude Opus 4.6 ist laut Anthropic auch besser darin, Sicherheitslücken in Software zu finden. So habe die KI mehr als 500 bisher nicht bekannte schwerwiegende Schwachstellen in Sammlungen von Open-Source-Programmen entdeckt, hieß es. Anthropic hatte zuvor allerdings auch davor gewarnt, dass Online-Angreifer ebenfalls auf Künstliche Intelligenz für ihre Attacken setzen.
Der ChatGPT-Erfinder OpenAI veröffentlichte unterdessen fast zur gleichen Zeit eine verbesserte Version seiner KI-Software zum Programmieren. GPT-5.3-Codex sei auch das erste Modell, das maßgeblich an seiner eigenen Entwicklung beteiligt gewesen sei, hieß es.
KI-Rivalität
OpenAI und Anthropic wetteifern darum, ihre Software mit Künstlicher Intelligenz in Unternehmen und Behörden unterzubringen. Aktuell setzt die Branche auf sogenannte KI-Agenten, die eigenständig mehrstufige Aufgaben erledigen können. Bisher veränderte KI vor allem das Programmieren von Software. Früher mussten Menschen den Software-Code weitgehend selbst schreiben. Inzwischen wird dieser zu großen Teilen von KI erstellt und von den Mitarbeitern geprüft.
/so/DP/zb
SAN FRANCISCO (dpa-AFX)
Bildquelle: BEST-BACKGROUNDS / Shutterstock.com