Tesla-Aktie im Blick: Tesla verliert Indien-Chef kurz vor möglichem Markteintritt
• Tesla trennt sich von Indien-CEO
• Markteintritt in Indien wohl geplant
• Wachstumspotenzial vorhanden
Tesla könnte einen strategisch ungünstigen Zeitpunkt für einen personellen Einschnitt gewählt haben: Prashanth Menon, bislang Leiter des Indien-Geschäfts des US-Elektroautobauers, hat das Unternehmen verlassen, wie unter anderem Bloomberg berichtet. Der Schritt dürfte so manche Anleger überraschen, denn Tesla hatte eigentlich den Plan gefasst, den indischen Markt zu betreten.
Ein schwieriges Pflaster?
Seit Jahren versucht Tesla, auf dem wirtschaftlich und demografisch aufstrebenden Subkontinent Fuß zu fassen. Bisher scheiterte das Vorhaben jedoch vor allem an hohen Importzöllen und Indiens Forderung nach lokaler Produktion. Tesla hatte im Gegenzug argumentiert, zunächst den Markt mit importierten Fahrzeugen testen zu wollen, bevor Investitionen in ein Werk getätigt werden.
2023 kam schließlich Bewegung in die verfahrene Situation: Indien kündigte ein Programm an, das Elektroautoherstellern bei entsprechender Investitionsbereitschaft niedrigere Importzölle in Aussicht stellt. Tesla war offenbar eng in die Gespräche mit der indischen Regierung eingebunden. So vermuteten Beobachter, dass das Unternehmen bereit sei, eine lokale Fertigung anzustoßen.
Doch konkrete Schritte folgten bislang nicht. Zwar begann Tesla Anfang 2025 mit dem Aufbau von Vertriebs- und Serviceteams und sondierte Standorte in Metropolen wie Neu-Delhi und Mumbai. Auch Fahrzeugtests fanden statt - allerdings bereits Jahre zuvor, bei einem früheren Markteintrittsversuch, der letztlich ergebnislos blieb.
Personelle Herausforderung?
Nun, da Indien die regulatorischen Weichen gestellt hat, scheint Tesla erneut zu zögern. Der plötzliche Abgang von Prashanth Menon, der seit 2016 für Tesla tätig war und das Indien-Geschäft seit 2021 leitete, verstärkt die Unsicherheit. Laut Bloomberg soll nun das Team aus China vorübergehend die Verantwortung für den indischen Markt übernehmen - dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass Tesla Indien künftig stärker aus Asien heraus steuern will.
Ob und wann Tesla tatsächlich Fahrzeuge in Indien verkaufen wird, bleibt damit zunächst weiter offen. Während der indische Markt ein enormes Wachstumspotenzial bietet - insbesondere im Bereich erschwinglicher Elektrofahrzeuge - hat sich das Unternehmen wohl bislang schwergetan, einen überzeugenden Einstiegspfad zu finden. Der erneute Führungswechsel birgt das Risiko, dass die Skepsis in Regierungskreisen wie bei potenziellen Kunden weiter verstärkt wird.
Redaktion finanzen.net
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