Airbus-Aktie freundlich: Fokus auf Asien - Wachstum in Vietnam und Indien geplant
Angesichts der Bedeutung der gesamten Region "ist es für uns entscheidend, unsere Präsenz auszubauen und hier mehr zu erreichen", sagte Wouter van Wersch, Executive Vice President für das internationale Geschäft von Airbus. "Ehrlich gesagt bin ich sehr daran interessiert, in Vietnam zu wachsen", so der hochrangige Airbus-Manager.
Derzeit steht die Region für fast ein Drittel des weltweiten Umsatzes und Auftragsbestands bei dem europäischen Flugzeughersteller, wie der Manager kürzlich bei einer Pressekonferenz der Gruppe auf der Singapore Airshow erläuterte. Nach Unternehmensschätzungen wird die Region Asien-Pazifik voraussichtlich der weltweit am schnellsten wachsende Markt im Luftfahrtgeschäft bleiben. Benötigt werden in den nächsten zwei Jahrzehnten schätzungsweise 19.560 neue Passagierflugzeuge, das sind 46 Prozent der weltweiten Gesamtnachfrage.
Das Beschaffungsvolumen von Airbus für Ausrüstung und Teile aus der Region, einschließlich Indien und China, hat sich von 2011 bis 2024 versiebenfacht und macht 7,9 Prozent des weltweiten Beschaffungsvolumens von Airbus aus. Diese Zahl dürfte noch steigen, so van Wersch.
Das Unternehmen habe Maßnahmen ergriffen, um in Indien "stark" zu wachsen, sagte er. Airbus wolle den Subkontinent zu einem seiner wichtigsten ingenieurtechnischen Zentren ausbauen. Insgesamt seien die Lieferketten seit der Pandemie kompliziert und blieben dies auch, insbesondere bei Triebwerken und Kabinensitzen, sagte der Manager. "Wir führen zahlreiche Gespräche mit [Triebwerksherstellern], um sicherzustellen, dass auch sie die richtigen Investitionen tätigen, um die Nachfrage zu befriedigen."
In den vergangenen Jahren konnte Airbus Wettbewerber Boeing wegen seiner technischen Probleme beim Marktanteil überholen. Boeing scheint jedoch langsam wieder Fuß zu fassen. Der Flugzeugriese ergreift Maßnahmen, um die Produktion seiner Jets hochzufahren.
Airbus-Manager van Wersch nimmt auch den chinesischen Flugzeughersteller Comac "sehr ernst". "Ich denke, sie sind sich bewusst, dass die Luftfahrt eine komplexe Branche ist. Es braucht Zeit, um die Kapazitäten für die Lieferung von Flugzeugen aufzubauen", sagte van Wersch. "[Comac] wird in Zukunft sicherlich ein starker Konkurrent sein."
Als eine aktuelle Herausforderung sieht es der Manager, dass die Luft- und Raumfahrt zu den Branchen gehört, die am stärksten vom Zollstreit mit den USA betroffen sind.
Dies erhöhe die Kosten für die Kunden, Airbus selbst komme damit aber zurecht, so van Wersch. "Natürlich glauben wir fest an den freien Handel, und Zölle sind nicht wirklich hilfreich... Als globales Unternehmen sind wir in der Lage, Umverteilungen vorzunehmen und die richtigen Entscheidungen zu treffen, um die Auswirkungen zu begrenzen", sagte er.
Im EURONEXT-Handel in Paris zeigt sich die Aktie von Airbus zeitweise 0,58 Prozent im Plus bei 190,62 Euro.
Von Kimberley Kao
DOW JONES
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