OHB: Milliardenprojekt mit Rheinmetall befeuert Aktie trotz extremer Kursdiskrepanzen an den Handelsplätzen
• Allianz zwischen OHB SE und Rheinmetall für das Großprojekt SATCOMBw Stufe 4 bestätigt
• Mögliches Auftragsvolumen von bis zu 10 Milliarden Euro bis zum Jahr 2029
• Verwirrung am Aktienmarkt durch unterschiedliche Referenzpreise und extreme Handelsspanne
Großauftrag in Sicht: OHB SE und Rheinmetall fordern Airbus heraus
Die offizielle Bestätigung der strategischen Gespräche zwischen dem Bremer Raumfahrtkonzern OHB SE und dem Rüstungsriesen Rheinmetall markiert einen Wendepunkt im Wettbewerb um die deutsche Weltrauminfrastruktur. Im Zentrum steht die Bewerbung für das Projekt "SATCOMBw Stufe 4", das die weltweite Vernetzung von Panzern, Schiffen und Infanterieeinheiten mittels einer Konstellation von einhundert bis zweihundert Satelliten sicherstellen soll. Dieses Vorhaben, das in seinen technischen Spezifikationen dem Starlink-Netzwerk von SpaceX ähnelt, wird auf einen Gesamtwert von bis zu 10 Milliarden Euro geschätzt. Die Bundeswehr plant, die offizielle Ausschreibung bereits im Februar zu starten, wobei Branchenexperten davon ausgehen, dass sich auch der bisherige Hauptauftragnehmer Airbus um den Auftrag bewerben wird.
Analyse der Kursdiskrepanzen: Referenzwerte sorgen für Marktverwirrung
Ein seltener Anblick bietet sich derzeit beim Blick auf die Kurstafeln der verschiedenen Handelsplätze für die OHB-Aktie. Während der Kurs auf XETRA am Mittwoch zeitweise mit einem Plus von 6,67 Prozent auf 288 Euro ausgewiesen wird, melden Plattformen wie Tradegate oder die Börse Stuttgart Verluste von rund 13 Prozent - und das bei fast identischen absoluten Preisen von rund 282 Euro. Diese optische Täuschung resultiert aus den unterschiedlichen Schlusskursen des vorangegangenen Handelstages. Während XETRA den Handel am Montag bei etwa 270,00 Euro beendete, spiegelten die länger geöffneten Regionalbörsen bereits die euphorische Reaktion am späten Abend wider und setzten deutlich höhere Referenzkurse bei über 300 Euro fest. Diese Diskrepanz unterstreicht die enorme Dynamik und das hohe spekulative Interesse, das die Aktie seit der Bekanntgabe der Kooperation erfasst hat.
Redaktion finanzen.net
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