PUMA-Aktie hebt ab: Chinesische Anta Sports wird zum größten Aktionär - milliardenschwerer Anteil
Anta, Eigentümer von Marken wie Fila und Jack Wolfskin, übernimmt 43,01 Millionen PUMA-Aktien zum Preis von 35 Euro das Stück. Die Aktie war am Montag mit 21,63 Euro aus dem Handel gegangen.
Monatelang war spekuliert worden, dass mehrere Unternehmen um eine Beteiligung an PUMA wetteiferten. PUMA befindet sich im Umbau, seit der ehemalige Adidas-Manager Arthur Hoeld im Jahr 2025 die Führung übernommen hat.
Die Aktien von PUMA standen im vergangenen Jahr aufgrund vielfältiger Herausforderungen stark unter Druck, darunter die Auswirkungen der US-Zölle. Das Unternehmen versucht, seine Produktpalette zu modernisieren, um die Nachfrage zu stützen, überschüssige Lagerbestände abzubauen und die Kosten in den Griff zu bekommen.
Im Oktober kündigte PUMA an, weitere 900 Arbeitsplätze zu streichen und damit sein Kostensenkungsprogramm auszuweiten. Ziel ist es, ab 2027 wieder zu wachsen, während eine Strategie zur Neuausrichtung der Marke umgesetzt wird.
Anta kann mit dem Deal seine Präsenz außerhalb Chinas ausbauen. Der Konzern hat zuletzt in wichtigen Märkten Südostasien, Nordamerika und Europa expandiert. Mit dem Erwerb der PUMA-Anteile "wird erwartet, dass die Gruppe ihre Präsenz und Markenbekanntheit auf dem globalen Sportartikelmarkt weiter stärkt", hieß es am Dienstag.
Obwohl der Schritt wahrscheinlich kaum Auswirkungen auf die Gewinne in den Jahren 2025 und 2026 haben werde, dürfte er die globale Marktpositionierung von Anta weiter stärken, meinen die Analysten von DBS Group Research. Anta könne in Europa starke Marktanteile gewinnen und gleichzeitig "die Möglichkeit schaffen, PUMAs Präsenz in China und Asien auszubauen", schrieben sie.
Die Analysten von Jefferies sind jedoch der Ansicht, dass der Deal Verwässerungsrisiken birgt, die die langfristigen Vorteile für Anta deutlich überwiegen. "Wir hatten bereits das Gefühl, dass die Marke Anta vor Herausforderungen steht, die auf strategische Fehltritte zurückzuführen sind", und diese Übernahme könnte die Managementressourcen weiter binden, schrieben sie. Da PUMA in China bereits sehr bekannt sei, könnte Anta zudem Schwierigkeiten haben, "ein Gefühl von Markenfrische" einzubringen, fügten sie hinzu.
Die Transaktion soll Ende des Jahres abgeschlossen werden. Anta Sports ist auch der größte Aktionär bei Amer Sports, zu der Marken wie Wilson, Peak Performance und Atomic gehören.
Jefferies belässt PUMA auf 'Hold' - Ziel 20
Das Analysehaus Jefferies hat die Einstufung für Puma mit einem Kursziel von 20 Euro auf "Hold" belassen. Anta zahle für den Artemis-Anteil eine eindrucksvolle Prämie, schrieb James Grzinic am Dienstag. Zunächst strebten die Chinesen keine Komplettübernahme an. Grzinic wies allerdings auf einen Passus im Vertrag hin, der Artemis zusätzliche Gelder von Anta im Falle einer Puma-Komplettübernahme innerhalb der kommenden fünfzehn Monate sichere. Auf den Turnaround-Plan der Herzogenauracher sieht der Experte durch den Eigentumswechsel der Anteile keinen Einfluss.
PUMA-Aktien im Höhenflug
Die Aktie von PUMA legt im Handel auf XETRA zeitweise 10,31 Prozent auf 23,86 Euro zu. Zu Wochenbeginn hatten sie die Verluste vom Freitag schon größtenteils wettgemacht.
Ernüchterung hatte es am Freitag durch einen Bericht gegeben, wonach die Gespräche der französischen Milliardärsfamilie Pinault mit dem chinesischen Konzern Anta Sports beendet seien. Eine Bestätigung darüber blieb allerdings aus.
Nachdem sich am Montag die Übernahmefantasie gehalten hatte, kam an diesem Dienstag die Gewissheit: PUMA bekommt mit dem chinesischen Konkurrenten Anta einen neuen Großaktionär.
DOW JONES und dpa (AFX)
Bildquelle: Robert Ascroft/ PUMA