Palantir-Aktie zwischen Hype und Realität: Warum einige Analysten weiteres Potenzial sehen

Nach einem starken Jahr 2025 sehen einige Experten die Palantir-Aktie als überbewertet an. Ein Top-Analyst sowie die Citigroup sehen jedoch weiteres Potenzial.
Werte in diesem Artikel
• Palantir-Aktie überzeugt in 2025 mit starkem Wachstum, strategischen Partnerschaften und exklusiven Aufträgen
• Top-Analyst sieht weiteres Potenzial
• Analysten-Konsens bleibt gemischt
So lief 2025 für Palantir
Im Jahr 2025 erlebte die Palantir-Aktie einen deutlichen Aufschwung. Innerhalb nur eines Jahres legte das an der NASDAQ notierte Papier um ganze 135,03 Prozent zu.
Die Aufmerksamkeit der Anleger erreichte das Unternehmen vor allem durch exklusive Verteidigungsaufträge des US-Militärs, Partnerschaften mit der NATO sowie diverse strategische Partnerschaften, die im vergangenen Jahr geschlossen wurden.
Ein Gemeinschaftsprojekt mit TWG Global, das im vergangenen März verkündet wurde, soll beispielsweise den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Finanz- und Versicherungsbranche grundlegend verändern.
Im April erhielt Palantir einen neuen Regierungsauftrag der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) im Wert von rund 30 Millionen US-Dollar. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines "Immigration Lifecycle Operating System" (IMOS), das den gesamten Prozess der Einwanderungsverwaltung digital abbilden soll.
Nur wenig später folgte auch eine Partnerschaft mit der NATO. Das Bündnis setzt bei der Modernisierung ihrer digitalen und operativen Fähigkeiten auf die Zusammenarbeit mit dem US-Datenanalyseunternehmen Palantir, das 2004 vom deutschen Unternehmer Peter Thiel mitgegründet wurde. In diesem Zuge solle das Unternehmen das Maven Smart System NATO (MSS NATO) liefern - eine KI-gestützte Plattform, die künftig in den Allied Command Operations (ACO) eingesetzt werden soll.
Das US-Verteidigungsministerium gab zudem im Mai bekannt, dass Palantir eine Vertragsänderung über 795 Millionen US-Dollar für sein Maven Smart System erhalten hat. Durch diese Erweiterung steigt das Gesamtvolumen des Projekts auf rund 1,3 Milliarden US-Dollar in den folgenden vier Jahren. Die Fertigstellung des Auftrags ist laut Pentagon für den 28. Mai 2029 vorgesehen. Bei dem Mave Smart System handelt es sich um eine KI-Plattform des US-Verteidigungsministeriums, die Daten für eine schnellere militärische Entscheidungsfindung in den Bereichen Zielerfassung, Logistik und Lageerfassung auf dem Schlachtfeld integriert.
Hohe Bewertung laut Analyst James Foord gerechtfertigt
Zuletzt hat das Papier jedoch an Dynamik verloren. Die hohe Bewertung des KI-Unternehmens könnte somit zunehmend zum Bremsfaktor werden, wie TipRanks erklärt. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 400 bleibt die Aktie teuer, und Kritiker sehen die aktuelle Marktbewertung im Vergleich zu Wettbewerbern als überzogen an.
Top-Investor James Foord, der zu den erfolgreichsten 2 Prozent der von TipRanks erfassten Analysten gehört, teilt diese Skepsis hingegen nur bedingt. "PLTR erscheint nur dann teuer, wenn man den Markt falsch einschätzt", erklärt er.
Zudem unterscheidet er drei Entwicklungsphasen der KI-Revolution: Rechenleistung, Infrastruktur und Software. Während die Wertschöpfung zunächst bei Hardwarekomponenten wie Chips und GPUs lag und sich anschließend auf Rechenzentren sowie deren unterstützende Systeme verlagerte, sieht er nun den Übergang in die entscheidende dritte Phase. In dieser werde Software zur zentralen Triebkraft - und Palantir sei hervorragend aufgestellt, um diese neue Etappe der KI-Entwicklung anzuführen.
"KI ist ausgereift, und deshalb ist es an der Zeit, in die Unternehmen zu investieren, die tatsächlich Gewinne damit erzielen, anstatt Milliarden für den Aufbau der Infrastruktur auszugeben", so Foord.
Der Analyst verweist auf Palantirs starkes Wachstumspotenzial durch die steigenden Verteidigungsausgaben und den weltweit expandierenden Markt für Unternehmenssoftware, der bis 2030 auf rund 500 Milliarden US-Dollar anwachsen dürfte.
Damit verfügr Palantir über eine außergewöhnlich starke Ausgangsposition, um von den kommenden Entwicklungen zu profitieren. Durch seinen Pionierstatus könnte das Unternehmen einen ähnlichen Erfolgsweg einschlagen wie einst die ersten dominanten Betriebssysteme.
"Palantir ist ein klarer Gewinner, entsprechend bewertet, aber meiner Meinung nach lohnt es sich dennoch, die Aktie langfristig zu halten, da sich Wachstum und Gewinn gegenseitig verstärken", so der Experte.
Dementsprechend bewertet er Palantir mit "Strong buy" und sieht in der Aktie ein solides Langfristinvestment.
Citi-Experte: Kursziel erhöht
Die Citigroup hält ebenfalls an ihrer positiven Einschätzung zu Palantir fest und erhöhte das Kursziel von 210 auf 235 US-Dollar, verbunden mit einer Kaufempfehlung, wie The Street berichtet. Laut den Analysten sei die hohe Bewertung der Aktie "kein Problem" - vielmehr rechnen sie bis 2026 mit weiteren Aufwärtskorrekturen der Gewinnprognosen.
Während Citi jedoch auf langfristiges Wachstum und Margenstärke setzt, warnen Analysten vor überzogenen Erwartungen. Schon nach den starken Zahlen zum dritten Quartal 2025 war die Aktie trotz übertroffener Prognosen eingebrochen - Anleger hatten die Rally als ausgereizt bewertet, erklärt The Street. Eine Situation die sich wiederholen könnte: Wenn der Markt ein starkes 2026 bereits eingepreist hat, hängt der nächste Kursimpuls weniger von den Zahlen als von der Glaubwürdigkeit der Zukunftsaussichten ab.
Citi sieht Palantir dennoch am Beginn eines "Superzyklus", getragen von hoher Nachfrage nach KI-Software und robustem Wachstum im Unternehmens- und Verteidigungssektor. Kritiker halten dagegen, dass die Aktie bereits zu einem sehr hohen Umsatz-Multiplikator gehandelt wird - und "gut" für Palantir an der Börse möglicherweise nicht gut genug sein dürfte.
Dementsprechend gemischt zeigt sich auch der Analysten-Konsens. Laut TipRanks-Daten gibt es derzeit fünf Kauf-, zehn Halte- und zwei Verkaufsempfehlungen, woraus sich eine Halteempfehlung ergibt. Mit einem durchschnittlichen Zwölf-Monats-Kursziel von 192,88 US-Dollar ergibt sich außerdem ein moderates Aufwärtspotenzial von rund 15 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs von 167,47 US-Dollar (Stand: 26.01.2026).
Redaktion finanzen.net
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