QIAGEN-Aktie fester: Gewinn über Erwartungen - Prognose bestätigt

05.02.2026 16:47:38

QIAGEN hat 2025 von einer anziehenden Nachfrage nach seinen Kernprodukten profitiert.

Im Schlussquartal schwächte sich die Wachstumsdynamik zwar ab, dennoch liefen die drei Monate besser als vom Labordienstleister und Diagnostikkonzern selbst und auch von Analysten erwartet. Im neuen Jahr 2026 will der Dax-Konzern in etwa so stark wachsen wie im vergangenen und seinen Gewinn weiter steigern. Für das erste Quartal bahnt sich indes ein minimaler Ergebnisrückgang an, wie das Unternehmen am späten Mittwochabend verkündete. Grund seien - wie bereits bekannt - die jüngste Übernahme des US-Biotechunternehmens Parse, aber auch Zölle.

"QIAGEN hat das Jahr 2025 mit disziplinierter Umsetzung abgeschlossen und unsere Prognosen für den Umsatz und den bereinigten Gewinn je Aktie im vierten Quartal 2025 übertroffen", sagte der scheidende Konzernchef Thierry Bernard laut Mitteilung. Im Gesamtjahr stieg der Erlös um sechs Prozent auf knapp 2,09 Milliarden Dollar (ca 1,77 Mrd Euro), währungsbereinigt betrug das Plus noch fünf Prozent. Allerdings bremste im Schlussquartal unter anderem der Stillstand der US-Regierung, sodass QIAGEN lediglich noch ein währungsbereinigtes Plus von einem Prozent auswies.

Unter dem Strich konnte QIAGEN seinen Gewinn 2025 sogar auf 425 Millionen Dollar verfünffachen - ein Jahr zuvor hatten noch Restrukturierungskosten kräftig auf das Ergebnis gedrückt.

Auch 2026 peilt das Management um den scheidenden Bernard abseits von Wechselkurseffekten ein Umsatzplus von mindestens fünf Prozent an. Dabei sollen QIAGENs wichtigste Wachstumstreiber mit plus 9 Prozent noch stärker wachsen. Diese Produkte, zu denen der Tuberkulosetest Quantiferon, Probentechnologien, das Bioinformatikgeschäft sowie die Geräte Qiastat-Dx und Qiacuity gehören, sollen in diesem Jahr insgesamt währungsbereinigt rund 1,64 Milliarden Dollar zum Gesamtumsatz beitragen, nach knapp eineinhalb Milliarden im vergangenen Jahr. 2028 sollen es dann zwei Milliarden Dollar sein, wie QIAGEN erst kürzlich bekräftigte.

Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) soll in diesem Jahr zu konstanten Umrechnungskursen auf mindestens 2,50 Dollar klettern, verglichen mit 2,38 Dollar im vergangenen Jahr. Dabei wird für das erste Quartal wegen Parse und der Zölle ein leichter Rückgang um einen US-Cent im Vergleich zum Vorjahr erwartet.

QIAGEN hatte einen starken Lauf in der Corona-Pandemie dank einer hohen Nachfrage nach seinen Tests. Nach der Pandemie litt der Konzern unter einer Nachfragedelle, von der sich der Konzern 2024 dann etwas erholte. Im Verlauf des vergangenen Jahres hatte das Management dann seine Prognosen mehrfach erhöhen können. "Auch bei der Kapitalallokation haben wir gute Fortschritte gemacht", sagte Finanzchef Roland Sackers. "Wir haben bis heute mehr als 1,1 Milliarden Dollar vorzeitig an die Aktionärinnen und Aktionäre zurückgezahlt und zwei zusätzliche Akquisitionen abgeschlossen."

So kaufte QIAGEN Genoox hinzu, einen in Israel ansässigen Anbieter von KI-gestützter Software für die Genomdatenanalyse. Zum Jahresende schloss der Konzern dann den Zukauf von Parse Biosciences ab, mit dem QIAGEN sein Portfolio für Probentechnologien stärkt. Das US-Unternehmen verfügt über eine Plattform, die mit einer hohen Auflösung die Analyse von Milliarden Einzelzellen ermöglicht.

Derweil rückte das Dax-Unternehmen, das bereits in der Vergangenheit mehrfach als Übernahmekandidat gehandelt worden war, zuletzt wieder in den Fokus der Spekulationen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete vor wenigen Wochen, QIAGEN habe sich Berater an die Seite geholt und prüfe strategische Optionen, darunter auch seinen eigenen Verkauf. QIAGEN hat die Gerüchte bislang nicht kommentiert - auch in der Mitteilung zur Zahlenvorlage nahm der Konzern hierzu keine Stellung.

Offen bleibt bislang auch, wer die Nachfolge von Unternehmenslenker Bernard antreten könnte. Im vergangenen November hatte QIAGEN mitgeteilt, dass der Manager zurücktreten wird, sobald Ersatz für ihn gefunden ist.

QIAGEN-Finanzchef stellt höhere Ausschüttungen in Aussicht

QIAGEN-Finanzvorstand Roland Sackers hat den Aktionären des Diagnostikspezialisten eine weitere Erhöhung ihrer Rendite in Aussicht gestellt. "Wir werden mit Sicherheit überlegen, ob wir für die Hauptversammlung einen Dividenerhöhungsvorschlag einreichen werden und auch neue Aktienrückkaufprogramme", sagte Sackers in der Pressekonferenz zu den Zahlen des abgelaufenen Jahres.

QIAGEN hatte erst zu Jahresbeginn einen synthetischen Aktienrückkauf über 500 Millionen Dollar umgesetzt und im vergangenen Jahr erstmalig eine Dividende gezahlt.

Zu Berichten, wonach QIAGEN strategische Optionen prüfe, unter anderem auch einen potenziellen Verkauf, wollte sich Sackers nicht äußern. "Zu Marktkommentaren geben wir keine Stellung ab", sagte er.

Es sei jedoch die Aufgabe eines jeden Unternehmens, regelmäßig zu prüfen, was seinen Investoren den meisten Wert einbringe, sagte er. QIAGEN unterziehe sich dieser Aufgabe zusammen mit dem Aufsichtsrat regelmäßig. "Wir fühlen uns sehr wohl mit unserem organischen Wachstumsmöglichkeiten insgesamt aufgestellt", fügte der Finanzchef hinzu.

Die QIAGEN Aktie notiert im XETRA-Handel zeitweise 1,06 Prozent im Plus bei 44,20 Euro.

dpa-AFX / DOW JONES

Bildquelle: QIAGEN

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