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Zinseszinsrechner: Was aus 200 Euro im Monat wirklich wird

96.000 Euro einzahlen, 525.000 Euro herausbekommen. Das ist kein Sonderfall, sondern das Ergebnis von 200 Euro im Monat über 40 Jahre bei 7 Prozent Rendite. Die übrigen 429.000 Euro hat dein Geld selbst verdient. Der Zinseszinsrechner zeigt dir, wie diese Zahl für deine Sparrate und deine Laufzeit aussieht, und was sich ändert, wenn du fünf Jahre früher anfängst.

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So funktioniert der Zinseszinsrechner

Der Rechner braucht nur vier Angaben von dir:

Startkapital: Wie viel Geld hast du bereits, das du anlegen willst? Auch null ist ein gültiger Startpunkt.

Monatliche Sparrate: Was kannst du jeden Monat zur Seite legen? Selbst kleine Beträge machen über die Jahre einen großen Unterschied.

Spardauer: Wie viele Jahre soll dein Geld arbeiten? Verändere die Spardauer um fünf Jahre und beobachte, was mit dem Ergebnis passiert.

Jährlicher Zinssatz: Welche Rendite erwartest du? Für einen breit gestreuten Aktien-ETF sind langfristig 6 bis 7 Prozent pro Jahr ein realistischer Richtwert. Für Tagesgeld oder Festgeld trägst du den aktuellen Zinssatz ein.

Woher der Richtwert kommt, kannst du nachschlagen. Das Deutsche Aktieninstitut veröffentlicht jedes Jahr seine Rendite-Dreiecke des Deutschen Aktieninstituts, die für den DAX jede Kombination aus Kauf- und Verkaufsjahr seit 1971 abbilden; für eine Spardauer von 20 Jahren weist es im Schnitt 8,7 Prozent pro Jahr aus. Das sind Bruttowerte vor Kosten und Steuern, weshalb 6 bis 7 Prozent im Rechner die vorsichtigere Annahme sind.

Optional kannst du das Zinsintervall anpassen: monatlich, vierteljährlich oder jährlich. Für die meisten Berechnungen reicht die Voreinstellung.

Nach dem Klick auf „Berechnen“ siehst du dein Endkapital und den gesamten Zinsertrag. Der Rechner geht davon aus, dass alle Erträge sofort reinvestiert werden. Genau so entsteht der Zinseszins.

💡 Gut zu wissen

Tipp: Nutze den Szenario-Vergleich. Trag in Szenario 1 deine aktuelle Sparrate ein und in Szenario 2 eine etwas höhere. So siehst du auf einen Blick, was 50 oder 100 Euro mehr pro Monat langfristig bewirken.

Was ist der Zinseszins?

Zinseszins bedeutet: Du bekommst nicht nur Zinsen auf dein eingezahltes Geld, sondern auch auf die Zinsen, die du bereits erhalten hast. Dein Kapital wächst dadurch jedes Jahr etwas schneller, weil die Basis größer wird.

Ein Beispiel: Du legst 10.000 Euro zu 5 Prozent an. Nach dem ersten Jahr bekommst du 500 Euro Zinsen. Im zweiten Jahr erhältst du Zinsen auf 10.500 Euro, also 525 Euro. Im dritten Jahr auf 11.025 Euro, also 551 Euro. Der Betrag steigt jedes Jahr, obwohl sich am Zinssatz nichts ändert.

Klingt nach kleinen Unterschieden? Rechne es auf 30 Jahre hoch: Ohne Zinseszins hättest du 25.000 Euro, also 10.000 Euro Startkapital plus 15.000 Euro einfache Zinsen. Mit Zinseszins sind es 43.219 Euro. Die Differenz von rund 18.200 Euro ist Geld, das dein Geld für dich verdient hat.

Warum der Zinseszins so leicht unterschätzt wird

Unser Gehirn denkt linear. Sieben Prozent pro Jahr klingen nach wenig. Im ersten Jahr stimmt das auch. Über 30 Jahre verdreifacht sich dein Geld dadurch aber nicht, es verachtfacht sich fast. Aus 10.000 Euro werden 76.123 Euro, aus 50.000 Euro werden 380.613 Euro.

Diese Fehleinschätzung hat eine praktische Folge: Die meisten Menschen überschätzen, wie viel sie einzahlen müssen, und unterschätzen, wie viel ihnen Zeit hilft. Wer mit 25 anfängt und 200 Euro monatlich bei 7 Prozent spart, hat mit 65 rund 525.000 Euro. Wer erst mit 35 startet, müsste für dasselbe Ergebnis 430 Euro im Monat aufbringen. Zehn Jahre Vorsprung lassen sich durch eine höhere Sparrate kaum aufholen.

Annahme: monatliche Einzahlung und monatliche Verzinsung, 7 Prozent pro Jahr, keine Steuern und keine Kosten.

Probiere es aus: Trag im Rechner verschiedene Startjahre ein und vergleiche die Ergebnisse.

Die Zinseszinsformel

Falls du die Berechnung selbst nachvollziehen willst, lautet die Grundformel:

Endkapital = Anfangskapital × (1 + Zinssatz)Laufzeit

Der Zinssatz wird als Dezimalzahl eingesetzt, 5 Prozent also als 0,05, die Laufzeit in Jahren. Beispiel: 10.000 Euro bei 6 Prozent über 15 Jahre ergibt 10.000 × 1,0615 = 23.966 Euro.

Die Logik dahinter: Jedes Jahr wird dein Kapital mit dem Faktor 1,06 multipliziert. Das passiert 15-mal hintereinander, und weil jede Multiplikation auf dem Ergebnis der vorherigen aufbaut, wächst das Kapital nicht gleichmäßig, sondern beschleunigt.

Bei monatlicher Verzinsung wird die Formel angepasst: Endkapital = Anfangskapital × (1 + Zinssatz/12)12 × Laufzeit. Die Zinsen werden zwölfmal pro Jahr gutgeschrieben, was den Effektivzins leicht erhöht. Unser Rechner berücksichtigt das Zinsintervall automatisch. Die Beispiele mit monatlichen Sparraten in diesem Artikel rechnen ebenfalls mit monatlicher Verzinsung.

Verdopplungszeit: die 72er-Regel

Eine einfache Faustregel, um den Zinseszins greifbar zu machen: Teile 72 durch deinen Zinssatz, und du weißt ungefähr, nach wie vielen Jahren sich dein Geld verdoppelt.

ZinssatzVerdopplung nachVervierfachung nach
3 %24 Jahren48 Jahren
4 %18 Jahren36 Jahren
5 %14 Jahren29 Jahren
6 %12 Jahren24 Jahren
7 %10 Jahren21 Jahren
8 %9 Jahren18 Jahren

Die Tabelle zeigt, wie stark sich schon kleine Renditeunterschiede auswirken. Zwei Prozentpunkte mehr, also 6 statt 4 Prozent, verkürzen die Verdopplungszeit von 18 auf 12 Jahre. Über 30 oder 40 Jahre Anlagedauer wirkt dieser Unterschied entsprechend stärker.

💡 Gut zu wissen

Was das für ETF-Anleger bedeutet: Ein ETF mit 0,2 statt 1,2 Prozent Kosten pro Jahr lässt dir einen vollen Prozentpunkt mehr Rendite. Über 30 Jahre ergibt das bei einem Sparplan rund 21 Prozent mehr Endvermögen, bei einer Einmalanlage rund 33 Prozent. Wer mit einem Sparplan auf 200.000 Euro zusteuert, hat damit rund 43.000 Euro mehr im Depot, allein durch niedrigere Kosten.

Wie groß die Spanne tatsächlich ist, misst die europäische Wertpapieraufsicht jedes Jahr. Im Marktbericht der ESMA zu Kosten und Wertentwicklung sind die Kosten aktiv gemanagter Aktienfonds zwischen 2020 und 2024 um 8 Prozent gesunken, bei Aktien-ETFs um 13 Prozent. Günstiger wurden vor allem neu aufgelegte Produkte, während die Kosten bestehender Fonds kaum nachgaben. Wer vor Jahren gekauft hat, zahlt also mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr als der aktuelle Marktdurchschnitt.

Drei Stellschrauben, eine Erkenntnis

Dein Endvermögen hängt von drei Faktoren ab: Startkapital, Sparrate und Zeit. Wenn du mit dem Rechner experimentierst, erkennst du ein Muster.

Zeit ist die mächtigste Stellschraube. 200 Euro monatlich bei 7 Prozent ergeben nach 30 Jahren 244.000 Euro. Zehn Jahre länger, und es sind 525.000 Euro, also 281.000 Euro mehr. Erhöhst du stattdessen die Sparrate um 100 Euro und bleibst bei 30 Jahren, kommst du auf 366.000 Euro. Das sind 122.000 Euro mehr, also weniger als die Hälfte des Zeiteffekts, obwohl du 36.000 Euro zusätzlich einzahlst.

Früh schlägt viel. 200 Euro monatlich über 35 Jahre bei 7 Prozent ergeben 360.200 Euro. 400 Euro monatlich über 25 Jahre bei gleicher Rendite ergeben 324.000 Euro. Im zweiten Szenario zahlst du 120.000 statt 84.000 Euro ein, also 36.000 Euro mehr, und hast am Ende 36.200 Euro weniger. Die zehn Jahre kosten dich fast genau so viel, wie du zusätzlich eingezahlt hast.

Die letzten Jahre zählen am meisten. Nicht weil du dann mehr einzahlst, sondern weil dein aufgebautes Kapital selbst hohe Erträge erwirtschaftet. Bei 200.000 Euro im Depot und 7 Prozent Rendite wächst dein Vermögen um 14.000 Euro im Jahr, ganz ohne eine einzige Einzahlung. Der Zinseszins arbeitet am härtesten, wenn die Basis groß ist.

Annahmen für alle Beispiele: monatliche Einzahlung und monatliche Verzinsung, konstante Rendite, ohne Steuern, Kosten und Inflation.

Trag deine eigenen Zahlen in den Rechner ein und spiel mit den drei Stellschrauben.

Was Steuern vom Zinseszins übrig lassen

Alle Beispiele oben rechnen brutto. Im Depot sieht es anders aus, denn seit Januar 2024 zieht deine Bank wieder jedes Jahr Steuern ab, auch wenn du nichts verkaufst. Grundlage ist die Vorabpauschale nach § 18 InvStG, ein fiktiver Ertrag für Fonds, die nichts oder wenig ausschütten. Ihr Basisertrag ergibt sich aus dem Rücknahmepreis zu Beginn des Kalenderjahres mal 70 Prozent des Basiszinses. Für 2026 hat die Bundesbank den Basiszins zum 2. Januar 2026 mit 3,20 Prozent errechnet, abgeleitet aus Bundeswertpapieren mit 15 Jahren Restlaufzeit. Daraus wird ein Basisertrag von 2,24 Prozent des Depotwerts.

Ein Beispiel: Dein Aktien-ETF ist am 1. Januar 2026 100.000 Euro wert. Der Basisertrag beträgt 2.240 Euro. Davon bleiben nach der Teilfreistellung nach § 20 InvStG 30 Prozent steuerfrei, zu versteuern sind also 1.568 Euro. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro geht ab, sofern du ihn nicht schon mit Zinsen oder Dividenden ausgeschöpft hast. Auf die restlichen 568 Euro fallen 26,375 Prozent Kapitalertragsteuer samt Solidaritätszuschlag an, rund 150 Euro, zuzüglich Kirchensteuer. Abgebucht wird am ersten Werktag des Folgejahres, hier am 4. Januar 2027. Ist dein Fonds im Jahr nicht gestiegen, fällt nichts an, denn der Basisertrag ist auf die Wertsteigerung begrenzt.

Interessant wird die Schwelle: Bei 3,20 Prozent Basiszins und 30 Prozent Teilfreistellung reicht ab rund 64.000 Euro Fondsbestand die Vorabpauschale allein aus, um den Sparerpauschbetrag zu füllen. Wer 200 Euro im Monat bei 7 Prozent anlegt, erreicht diesen Bestand nach gut 15 Jahren. Ab da fließt jedes Jahr ein kleiner Teil des Depots ans Finanzamt, lange bevor du einen einzigen Anteil verkaufst.

Doppelt besteuert wird deshalb nichts. Beim Verkauf zieht die Bank alle angesetzten Vorabpauschalen wieder vom Gewinn ab, so schreibt es § 19 Absatz 1 InvStG vor. Was bleibt, ist ein Zeiteffekt, und der trifft genau den Mechanismus aus diesem Artikel. Die 150 Euro aus dem Beispiel fehlen ab Januar 2027 in der Basis, die sich weiter verzinst. Bei 7 Prozent und 20 Jahren Restlaufzeit sind das rund 580 Euro weniger Endkapital.

Für den Rechner heißt das: Solange deine Erträge unter dem Sparerpauschbetrag bleiben, arbeitet der Zinseszins ungestört, und die Ergebnisse oben stimmen. Darüber verschiebt sich ein Teil der Steuer nach vorn, und genau dieser Teil verzinst sich nicht mehr mit. Ein Freistellungsauftrag bei der richtigen Bank ist deshalb keine Formalie, sondern die günstigste Stellschraube von allen.

Annahmen: Aktien-ETF im Privatvermögen, Basiszins 3,20 Prozent für das Jahr 2026, Teilfreistellung 30 Prozent, Kapitalertragsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag, ohne Kirchensteuer.

Häufige Fragen zum Zinseszins

Wie viel Zinsen bekomme ich für 10.000 Euro?

Das hängt vom Zinssatz und der Laufzeit ab. Bei 3 Prozent pro Jahr erhältst du nach einem Jahr 300 Euro. Nach 10 Jahren mit Zinseszins wären es insgesamt 3.439 Euro Zinsen, dein Kapital läge bei 13.439 Euro. Bei 6 Prozent wären es nach 10 Jahren 7.908 Euro Zinsen. Welcher Zinssatz gerade realistisch ist, steht in der Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank, monatlich aktualisiert und nach Laufzeiten getrennt. Nimm den Satz, den deine Bank dauerhaft zahlt, nicht den befristeten Neukundenzins, und trag deine Werte oben in den Rechner ein.

Wie lautet die Zinseszinsformel?

Die Formel lautet: Endkapital = Anfangskapital × (1 + Zinssatz)Laufzeit. Den Zinssatz setzt du als Dezimalzahl ein, 5 Prozent also als 0,05. Beispiel: 1.000 Euro bei 5 Prozent über 10 Jahre ergibt 1.000 × 1,0510 = 1.629 Euro.

Was ist der Unterschied zwischen Zinsen und Zinseszins?

Bei einfachen Zinsen bekommst du jedes Jahr den gleichen Betrag auf dein Startkapital. Beim Zinseszins werden die Zinsen dem Kapital zugeschlagen, sodass du im nächsten Jahr Zinsen auf einen höheren Betrag erhältst. Das Kapital wächst dadurch nicht gleichmäßig, sondern beschleunigt.

Ab wann wird der Zinseszins spürbar?

In den ersten Jahren ist der Effekt klein. Ab etwa 10 Jahren Anlagedauer wird er deutlich sichtbar, ab 20 Jahren dominiert er das Ergebnis. Bei 10.000 Euro und 6 Prozent wächst dein Kapital im ersten Jahr um 600 Euro, im zwanzigsten Jahr um 1.815 Euro.

Wie lange dauert es, bis sich mein Geld verdoppelt?

Nutze die 72er-Regel: Teile 72 durch deinen Zinssatz. Bei 6 Prozent dauert es 12 Jahre, bei 4 Prozent 18 Jahre, bei 8 Prozent 9 Jahre.

Monatliche oder jährliche Verzinsung: Was bringt mehr?

Monatliche Verzinsung bringt etwas mehr, weil die Zinsen häufiger gutgeschrieben und sofort mitverzinst werden. Bei 3 Prozent Nominalzins ergibt monatliche statt jährlicher Gutschrift einen Effektivzins von 3,04 Prozent, also 0,04 Prozentpunkte mehr. Bei 10.000 Euro über 20 Jahre sind das 146 Euro Unterschied.

Gilt der Zinseszins auch bei ETFs?

Im strengen Sinne nicht, denn ETFs zahlen keine Zinsen, sondern erwirtschaften Kursgewinne und Dividenden. Das Prinzip ist aber identisch: Bei einem thesaurierenden ETF werden Erträge automatisch reinvestiert, und dein Kapital wächst nach demselben exponentiellen Muster. Ausschüttende ETFs erzielen denselben Effekt, wenn du die Dividenden zeitnah wieder anlegst. Steuerlich behandelt der Gesetzgeber beide Varianten über die Vorabpauschale weitgehend gleich.

Welche Steuern fallen auf den Zinseszins an?

Auf Kapitalerträge fallen 25 Prozent Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an, zusammen 26,375 Prozent. Steuerfrei bleiben Erträge bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr, bei zusammenveranlagten Ehepaaren 2.000 Euro. Bei thesaurierenden Fonds kommt die Vorabpauschale dazu, die jedes Jahr anfällt, auch ohne Verkauf. Für 2026 beträgt der Basiszins 3,20 Prozent, daraus ergibt sich ein Basisertrag von 2,24 Prozent des Depotwerts zum Jahresanfang.

Was ist die Vorabpauschale und wie wirkt sie auf den Zinseszins?

Die Vorabpauschale nach § 18 InvStG ist ein fiktiver Ertrag für Fonds, die nichts oder wenig ausschütten. Sie wird am ersten Werktag des Folgejahres vom Verrechnungskonto abgebucht und ist auf die tatsächliche Wertsteigerung begrenzt. Doppelt besteuert wird nichts, weil die Bank beim Verkauf alle angesetzten Vorabpauschalen wieder vom Gewinn abzieht. Es bleibt ein Zeiteffekt: Der vorab gezahlte Betrag verzinst sich nicht mehr mit. Mehr dazu im Abschnitt „Was Steuern vom Zinseszins übrig lassen“.

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