aktualisiert: 21.02.2013 20:02
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Währungskrieg: Was die Abwertung des Yen für die Börsen bedeutet

Japan: Währung als Waffe
Euro am Sonntag-Titel
Weltweit packen die Notenbanken die Bazookas aus und schwächen dabei ihre Währungen. So bedroht die ­drastische Abwertung des Yen den Exporthandel anderer Länder. Ziehen diese nach, könnte die Welt in einen globalen Währungskrieg schlittern.
€uro am Sonntag

von Astrid Zehbe und Andreas Höss, Euro am Sonntag

Es ist schon bizarr: Da ist der Umsatz des angeschlagenen Elektroriesen Panasonic seit Monaten rückläufig, und im Vorjahr schreibt das Unternehmen dicke Verluste. Und nun sprudeln bei den Japanern auf einmal die Gewinne — ohne Kostensenkungen, ohne steuerliche Sonder­effekte und ohne besondere Leistungen des Managements. Bedanken können sich Aktionäre bei dem im Dezember ins Amt gewählten japanischen Premier Shinzō Abe. Der konservative Politiker hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Exportnation wieder zu alter wirtschaft­licher Stärke zurückzuführen.

Zu Unterstützern wider Willen hat er die Direktoren der Bank of Japan erkoren. Auf Druck Abes haben sie die Verdoppelung des Inflationsziels von einem auf zwei Prozent angekündigt. Zudem sollen ab 2014 unbeschränkt Staatsanleihen aufgekauft werden, um den Markt mit Geld zu fluten. Das ließ den Kurs des Yen einbrechen. Exporteure jubeln: Dank des seit Dezember um mehr als 15 Prozent gegenüber Dollar und Euro abgewerteten Yen sind ihre Auslands­erlöse nun mehr wert, sodass auch kriselnde Firmen wie Panasonic oder Sony wieder schwarze Zahlen schreiben. Von jedem Dollar Umsatz bleiben jetzt mehr Yen Gewinn übrig. Zudem können Panasonic und Co ihre Produkte nun auf dem Weltmarkt günstiger anbieten und Marktanteile gewinnen. Abes Plan scheint aufzugehen.

Weltweit hält sich die Freude über den geldpolitischen Alleingang jedoch in Grenzen. Politiker werfen ­Japan Wechselkurs-Dumping vor. Sollten sich weitere Staaten genötigt sehen, geldpolitische Lockerungsübungen zu veranstalten, droht ein Abwertungswettlauf, an dessen Ende protektionistische Maßnahmen als letzte Geschütze aufgefahren werden könnten. Das wäre der Beginn eines globalen Währungskriegs, der das Potenzial hätte, die gesamte Weltwirtschaft zu bremsen.

Angst vor Währungskrieg steigt
Japans Schritte sind vor allem vor dem Hintergrund der noch schwelenden Finanzkrise problematisch. „Viele Länder versuchen, ihrer kriselnden Wirtschaft einen Stimulus zu geben, indem sie auf die Exportindustrie setzen“, sagt Thomas Kressin, Leiter des europäischen Währungsteams von Pimco. Eine schwache Währung ist dabei hilfreich, da die Unternehmen ihre Produkte dann auf dem Weltmarkt relativ günstig anbieten können. Es geht also um Wachstum, Arbeitsplätze und Industriepolitik im großen Stil.

Entsprechend nervös ist die Stimmung auf internationalen Treffen: Im Vorfeld des G-20-Treffens in Moskau an diesem Wochenende hat die US-Delegationsleiterin Lael Brainard gefordert, Wechselkurse vom Markt bestimmen zu lassen. Diese Kritik war nicht nur an Japan gerichtet, sondern auch ein Seitenhieb auf China. Seit Längerem werfen die USA dem Land vor, den Renminbi durch Kopplung an einen Währungskorb künstlich niedrig zu halten, um sich Handelsvorteile zu verschaffen.

China verhindert seit Jahren mit dem massiven Ankauf von US-Staatsanleihen eine Aufwertung des Yuan. Durch die hohen Zahlungsbilanzüberschüsse und Interventionen am Devisenmarkt sind die Fremdwährungsreserven Chinas auf mittlerweile 3,3 Billionen Dollar angewachsen. Ein Drittel davon ist in ameri­kanische Staatsanleihen investiert, was das Land zum größten Gläubiger der USA macht. Eine Aufwertung des Yuan gegenüber dem Dollar würde China also teuer kommen.

Doch nicht nur die chinesische Notenbank bläht ihre Bilanzsumme mittels Devisenankäufen auf — ihr größter Kritiker tut es ihr gleich. Seit Ende 2008 druckt die US-Notenbank Fed immer neue Dollar und kauft damit Hypothekenpapiere sowie Staatsanleihen. Das sogenannte Quantitative Easing soll die Zinsen niedrig und die Konjunktur am Laufen halten. Eine überschaubare Entwertung der Währung nehmen die Notenbanker dabei dankend in Kauf.

Hollande fordert Eingriff der EZB
Auch in Europa werden Stimmen lauter, die eine aktive Wechselkurspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) fordern. Denn nach der Ankündigung von deren Chef Mario Draghi vom vergangenen Sommer, die EZB wolle den Euro um jeden Preis retten und mit Anleihekäufen kriselnde Peripheriestaaten stützen, ist das Vertrauen in die Währungszone zurückgekehrt — und der Euro gestiegen. Gegenüber dem Dollar hat die Gemeinschaftswährung in den vergangenen sechs Monaten um mehr als zwölf Prozent aufgewertet und kletterte zwischenzeitlich auf über 1,36 Dollar. Während alle anderen Notenbanken Geld drucken und auf diese Weise die Währung drücken, musste Draghi bisher nicht einschreiten, um den Euro zu retten.

Die Zurückhaltung macht vor allem den südeuropäischen Ländern zu schaffen. Laut einer Studie der Investmentbank Morgan Stanley lässt ein Anstieg des Euro um zehn Prozent die Wirtschaftsleistung in der gesamten Eurozone im ersten Jahr um 0,5 Prozent schrumpfen. Frankreichs Präsident François Hollande fordert daher, zu handeln und die Wechselkurse dem tatsächlichen Zustand der Volkswirtschaften anzupassen. Dabei ist Wechselkurs­politik nicht Teil des Mandats der ­eigentlich unabhängigen EZB.
Anstieg der Bilanzsummen der Notenbanken (pdf)

Draghi redet Euro schwach
„Die EZB hat von allen großen ­Notenbanken die konservativste Geldpolitik“, sagt Währungsexperte Kressin. „Das provoziert natürlich einen verstärkten Kapitalzufluss in die Gemeinschaftswährung, weil Investoren ihr Geld wieder verstärkt in Europa anlegen.“ Die erhöhte Nachfrage nach Staatsanleihen der Peripheriestaaten lässt zwar die Zinsen sinken, sodass sich angeschlagenen Länder wieder billiger mit frischem Geld eindecken können. Doch das Geld von außerhalb treibt auch den Eurokurs.

Noch reichen Worte, um dem starken Euro zumindest kurzfristig Einhalt zu gebieten. Als Mario Draghi Anfang Februar ankündigte, man werde den Wechselkurs genau beobachten, verfehlte dies sein Ziel nicht. Allein die Möglichkeit einer EZB-Intervention hat den Kurs um zwei Cent unter die Marke von 1,34 Dollar gedrückt. Mittlerweile steht er wieder bei knapp 1,35 Dollar.

In Berlin begrüßt man die Zurückhaltung der EZB. Eine aktive Wechselkurspolitik sei „kein geeignetes Mittel“, um die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes zu verbessern, heißt es aus dem Kanzleramt.

Für Deutschland ist der starke Euro noch kein Problem. Das Land ist gut positioniert. Über tausend deutsche Unternehmen sind in ihren Bereichen Weltmarktführer. Dank ihrer oft hochkomplexen und damit nur schwer austauschbaren Produkte sind sie gegenüber Wechselkursschwankungen robuster als Firmen anderer Länder. Denn Güter konkurrieren nicht nur im Preis, sondern auch in der Qualität.

Schwellenländer unter Druck
Europa ist nicht der einzige Leidtragende der Abwertungspolitik von Japan, China und den USA. Viele Schwellenländer mit offenem Kapitalmarkt sind in der Vergangenheit zu Zielen von Währungsspekulanten geworden. Weil im Niedrigzins­umfeld der Industriestaaten nichts mehr zu holen war, schoben Investoren ihr Geld in Volkswirtschaften, deren Zinsniveau deutlich höher lag. Die Nachfrage etwa nach thailändischen Baht oder koreanischen Won ließ diese Währungen drastisch aufwerten.

Auch Staaten wie die Schweiz, die nach den Verwerfungen auf den Märkten als sicherer Hafen mit Kapital zugeschüttet wurden, waren gezwungen zu reagieren. Als 2011 der Franken und der Euro fast Parität erreicht hatten, setzte die Schweizer Notenbank einen Wechselkurs von 1,20 Franken fest. Sobald der Kurs auch nur in die Nähe dieser Grenze geriet, kaufte sie unbeschränkt Euro mit frisch gedruckten Franken auf. Die Fremdwährungsreserven der Schweizer Notenbank haben sich seitdem auf rund 350 Milliarden Euro verdoppelt.

Helfen geldpolitische Maßnahmen nicht mehr weiter, könnten Länder zu protektionistischen Maßnahmen greifen. So denkt Südkorea, das als einer der größten Wettbewerber Japans von der Yen-Abwertung besonders betroffen ist, offen über eine Finanztransaktionsteuer nach. Diese soll Spekulanten fernhalten und damit die Nachfrage nach Won drosseln. Ähnliche Pläne hat Thailand geäußert, nachdem der Baht auf ein 17-Monats-Hoch geklettert ist. Brasilien hat Einfuhrzölle auf Autos erhoben, und Costa Rica will ausländische Investoren besteuern.

„Diese Maßnahmen fallen nur wenig ins Gewicht, da die Staaten relativ klein sind“, sagt Thomas Kressin. Anders sähe es aus, wenn beispielsweise Deutschland oder die USA beginnen würden, Handelsschranken aufzubauen. Denn wenn ein Land versucht, sich auf Kosten anderer Staaten besserzustellen, würde dies zu Gegenmaßnahmen führen. In ­einer globalisierten Welt, in der Güter in jeder Produktionsstufe gehandelt und woanders weiterverarbeitet werden, wären die volkswirtschaftlichen Kosten protektionistischer Maßnahmen immens.

Viele Ökonomen mahnen darum zur Beruhigung. Noch können die Bewegungen am Devisenmarkt —auch wenn sie in rasantem Tempo vonstatten gingen — durchaus als Korrektur bewertet werden. „Japan war in den vergangenen Jahren so etwas wie der Schockabsorber der gebeutelten Weltwirtschaft“, meint Währungsexperte Kressin. Das Land sei zum Flucht­hafen für viele Anleger geworden, und nicht zuletzt dies habe zu einer starken Yen-Aufwertung geführt. „Im Moment nimmt Europa diese Rolle ein.“ Doch auch die Gemeinschaftswährung sei im historischen Verlauf nicht überbewertet, betont der Währungsexperte.

Währungskrieg abgewendet
Im Vorfeld des G 20-Treffens in Moskau haben sich die Regierungen der sieben führenden Industrie­nationen mit dem Geschehen am ­Devisenmarkt beschäftigt. In einer gemeinsamen Erklärung bekennen sich die Länder — darunter auch ­Japan — zu freien Wechselkursen.

Der Yen könnte dennoch weiter abwerten, meint Kressin. Denn seiner Meinung nach ist eine der Kernbotschaften der Erklärung von vergangener Woche, dass geld- und fiskalpolitische Maßnahmen mit den Richtlinien des internationalen Wettbewerbs vereinbar sind, solange es sich um inländische Stimuli handelt. Die Bank of Japan darf also eigene Staatsanleihen ankaufen, um den Markt mit frischem Geld zu versorgen. Der massive Ankauf ausländischer Bonds zur Abwertung des Yen wäre hingegen mit der G 7-Währungsdeklaration von vergangener Woche nicht vereinbar.

Die Gefahr eines echten Währungskriegs scheint also erst einmal abgewendet. Was bleibt: Kurze, oft heftige Währungsbewegungen wie zuletzt beim Yen werden wohl nicht seltener werden in einer Zeit, in der sich das wirtschaftliche Gleichgewicht zwischen den Staaten verschiebt — wie aktuell zwischen den alten Industrieländern und vielen Schwellenländern. Anleger müssen den Währungsscharmützeln aber nicht tatenlos zusehen, sondern können die Bewegungen für sich nutzen.

Schub und Bremse
Abwertungen bringen für Aktionäre nicht nur Vorteile
Japans Finanzminister Akira Amari ist ein Mann mit Visionen: Bis Ende März will er den japanischen Leitindex Nikkei auf 13.000 Punkte hieven — 15 Prozent höher, als er heute steht. Eine ungewöhnliche Agenda, Aktienkurse sind für Finanzminister in der Regel bestenfalls zweitrangig. Doch Japan will zeigen, dass seine wirtschaft­liche Erholung mehr als ein Strohfeuer ist. Viele Anleger scheint das bisher zu überzeugen. Sie pumpten Milliarden in Japans Aktienmarkt. Ihre Hoffnung: Der schwächere Yen treibt Japans Börsen, da die dort notierten Exportunternehmen durch niedrigere Preise größere Anteile auf dem Weltmarkt erobern und in Yen gerechnet höhere Gewinne erzielen.

Laut Michael Winkler eine berechtigte Hoffnung. „In der Regel entwickeln sich Abwertungsbörsen besser als Hartwährungsbörsen“, sagt der Investmentstratege der St. Galler Kantonalbank Deutschland. Um rund 25 Prozent ist der Yen seit November zum Euro gefallen, mit 30 Prozent Plus hat der Nikkei viele Leitindizes hinter sich gelassen. Japans Elektronik- und Autokonzerne spüren den Währungsschub bereits.

Toyota, Toshiba und Sony melden nach zuletzt zum Teil hohen Verlusten und trotz starker ausländischer Konkurrenten wie Samsung oder Hyundai wieder Gewinne. Die Analysten der Investmentbank Daiwa Securities erwarten sogar, dass sich die Gewinne der größten japanischen Konzerne im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr verdoppelt haben.

Auch anderen Börsen hat eine schwächere Währung oft Auftrieb gegeben. Der weichere Euro hat den deutschen Konzernen 2011 und 2012 geholfen und den Leitindex DAX trotz Schuldenpanik getrieben. Die Börsen in Venezuela oder Argentinien zeigen im Moment, dass Währungsabwertungen und hohe Inflation für kurzfristig orientierte Anleger kein Schreckgespenst sein müssen.

Langfristig sind schwächere Wechselkurse aber kein Garant für einen Boom. Nach dem Plaza-Abkommen von 1985 profitierte die US-Börse längere Zeit von den durch die Dollarabwertung ausgelösten Konjunkturhoffnungen, der Dow Jones stieg von 1985 bis 1987 um rund 120 Prozent. Die hohe Inflation, das Handelsdefizit und die wirtschaftlichen Probleme beendeten die Euphorie aber jäh. Am 19. Oktober 1987, dem „schwarzen Montag“, stürzte der Dow Jones um 22,5 Prozent ab, der Crash breitete sich weltweit aus. Auch nach dem „Nixon-Schock“ 1971 stieg der Dow Jones rund 30 Prozent, brach dann aber wegen Währungssorgen und der Ölkrise ein.

In Japan dürfte die Hausse jedoch noch nicht zu Ende sein. Die Chancen, dass die Regierung die hartnäckige Deflation und Stagnation überwindet, stehen besser als in den vergangenen Jahren. Aber: Der schwache Yen treibt die Kosten für Einfuhren, etwa für Energieimporte. Auf diese ist die japanische Wirtschaft nicht erst seit der Atomkatastrophe von Fukushima stark angewiesen. Zudem sollten Anleger hierzulande auf einen weiteren Bremseffekt der Währungsabwertung achten: Während der Nikkei in Yen gerechnet seit November um 30 Prozent gestiegen ist, waren es in Euro nur rund fünf Prozent. Wenn investieren, dann währungsgesichert.

Unser Geld, euer Problem
Währungskonflikte sind historischer Alltag
Als US-Präsident Richard Nixon am 15. August 1971 vor die Kameras trat, verkündete er das Ende einer Ära: Er kappte die uralte Goldbindung des US-Dollar, der auch der Stabilitätsanker des 1944 in Bretton Woods vereinbarten Systems der festen Wechselkurse war. Nachdem er das getan hatte, versuchte er den Amerikanern ihre Sorgen zu nehmen: Ja, der US-Dollar werde im internationalen Vergleich abwerten, sagte Nixon. Wer sich ein ausländisches Auto kaufen wolle, werde künftig etwas mehr Geld auf den Tisch legen müssen. Die große Mehrheit aber, die ihr Geld im Inland für US-Waren ausgebe, werde vom schwächeren Dollar nichts spüren.

Der „Nixon-Schock“ ist nur ein Beispiel für die zahlreichen Währungskrisen des 20. Jahrhunderts. Immer wieder haben Länder versucht, an einer der wichtigsten Stellschrauben ihrer Wirtschaft zu drehen: dem Außenwert ihres Geldes. In Lateinamerika und Asien sind Währungsscharmützel an der Tagesordnung. Auch Italien oder Spanien haben vor dem Euro ihre Wechselkurse unzählige Male tiefer angesetzt, um sich aus Krisen zu ziehen.

Selbst die USA wissen, dass ein schwächerer Dollar Vorteile hat. 1985 handelten sie im Plaza-Abkommen aus, dass die Notenbanken der fünf wichtigsten Industriestaaten in einer konzertierten Aktion den Dollar gegenüber der D-Mark um 20, gegenüber dem Yen um 50 Prozent abwerten werden. Und als Richard Nixon bei seiner Fernsehansprache 1971 das System von Bretton Woods kippte, waren die schwindenden Goldreserven und der wegen des Vietnamkriegs wachsende Schuldenberg nur ein Teil seiner Sorgen: Die USA importierten erstmals mehr Güter, als sie exportierten, neben Chevrolets und Chryslers fuhren immer mehr VW-Käfer auf US-Straßen. Das Ende von Bretton Woods war somit ein herber Schlag für Wirtschaftswunderländer wie Japan oder Deutschland, die lange von den für sie günstigen festen Wechselkursen zum Dollar profitiert hatten. Fortan gab Nixons Finanzminister John Conally eine neue Devise aus: „Unsere Währung, euer Problem“.

Viele erinnerte das an eine dunkle historische Episode — die „beggar thy neighbour“-Politik („ruiniere deinen Nachbarn“) der 1930er. Auch damals hatte sich ein Land aus dem goldgedeckten System verabschiedet: Großbritannien, das 1931 nicht nur mit der Großen Depression, sondern auch mit den Folgen des Ersten Weltkriegs zu kämpfen hatte. Streiks, Arbeitslosigkeit und soziale Unruhen destabilisierten die Insel, die britische Industrie litt unter Überkapazitäten und verlor gegenüber Konkurrenten an Boden. Um das Pfund zu stützen, hatte das Königreich bereits erhebliche Teile seiner Goldreserven eingesetzt. 1931 war diese Politik nicht mehr haltbar.

Großbritannien verließ den Goldstandard und hoffte auf den wirtschaftlichen Schub der schwächeren Währung, der sich vorübergehend auch einstellte. Dass dieser zulasten der Nachbarn ging, zeigte sich schnell. Das Pfund wertete über Nacht ab, die Pfund-Währungsreserven der Nachbarn fielen in sich zusammen. Auch weil die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Wirtschaft im Vergleich sank, scherten weitere Länder aus dem Goldstandard aus oder versuchten sich durch Zölle und Devisenkontrollen zu schützen. Echte Vorteile konnte keiner daraus ziehen. Die Welt zerfiel in Währungsblöcke, die Schockwellen der Großen Depression und des Abwertungswettlaufs liefen bis zum Zweiten Weltkrieg um den Globus.

Investor-Info

Burger-Barometer
Wie viel die Währung wert ist
Das Wirtschaftsmagazin „The Economist“ hat einen interessanten Ansatz, um die Kaufkraft von Währungen zu ermitteln. Sie misst diese anhand von Preisen für Big Macs. Gemessen an der Burger-Kaufkraft, müsste der Euro im Vergleich zum Dollar ab- statt aufwerten, der Yen hingegen auf- statt abwerten.

Japan-Fonds
Schafft Japan die Wende?
Japans Aktienmarkt hat seit November um 30 Prozent zugelegt. Anleger, die in japanische Aktien ­einsteigen wollen, sollten auf währungsgesicherte Produkte und Fondslösungen setzen. Der Julius Bär Japan Equity gehört langfristig zu den erfolgreichsten Japan-Fonds, der Parvest Fonds setzt auf ­kleinere Unternehmen. Kostengünstig ist der ETF.

iShares Jap. ISIN: DE000A1H53P0
Schroder Jap. ISIN: LU0236737465
Oyster Jap. ISIN: LU0204988207

Währungs-ETC
Wetten auf den starken Euro
Bleibt die EZB bei ihrer relativ restriktiven Politik, dürfte der Euro weiter steigen. Dies können Anleger mit einem Währungs-ETC nutzen, der die Kurs­bewegung eins zu eins nachbildet. Das Britische Pfund scheint besonders anfällig.

Short GBP1 ISIN: DE000A1DFSD5
Short USD2 ISIN: DE000A1EK0W0
Short JPY3 ISIN: DE000A1DFSF0

Templeton Global Bond Fund
Fonds mit Währungshebel
Fondsmanager Michael Hasenstab investiert an den internationalen Rentenmärkten und setzt dabei auch stark auf Fremdwährungstitel. Mehr als ein Drittel seines Portfolios besteht im Moment aus koreanischen, malaysischen und polnischen Anleihen. Je mehr Bewegung im Währungsmarkt herrscht, desto mehr Renditechancen ergeben sich für Spitzen­manager Hasenstab. In den vergangenen fünf Jahren machte sein Fonds mehr als 70 Prozent Plus.

ISIN: LU0029871042

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