von Oliver Ristau
Es war Mitte August nur eine kleine Meldung, und doch war sie exemplarisch: Der Ölkonzern Shell verkaufte seine letzte Solarbeteiligung. Dabei war Shell erst 2002 mit der Übernahme des früheren Weltmarktführers Siemens Solar in das Geschäft eingestiegen, um ein Global Player zu werden. Doch der Führung in Den Haag und London war das Geschäft zu fremd, und nach vier Jahren Verlust wurde es mit Ausnahme der kleinen Beteiligung an dem Solarkonzern SolarWorld verscherbelt. Als „Teil von Shells Strategie, sich auf alternative Energien zu konzentrieren, die den Kernkompetenzen entsprechen“, begründete Shell jetzt den finalen Abschied.
Damit bleibt von Shells regenerativem Engagement nur der Biospritbereich übrig. Doch auch dort sind die Erfolge spärlich. So bietet das Gemeinschaftsunternehmen Choren aus Freiberg (u. a. mit Daimler) trotz jahrelanger Forschung immer noch keinen synthetischen Biodiesel der neuen Generation an, der dem herkömmlichen Biosprit auf Futterpflanzenbasis technisch wie ökologisch überlegen ist. Lediglich zusammen mit dem kanadischen Partner Iogen gelang bisher ein Achtungserfolg. Autofahrer in Ottawa können an einer Shell-Tankstelle Benzin mit einer Biobeimischung von synthetisch hergestelltem Ethanol tanken.