Deutsche Telekom-Aktie im Fokus: Inklusionsinitiative trifft KI-Fantasie
• Neue Inklusionsinitiative stärkt den Kundenservice
• KI-Rechenzentrum positioniert Telekom im Zukunftsmarkt
• Analysten sehen deutliches Kurspotenzial
Telekom setzt auf Inklusion im stationären Handel
Weniger Lärm, gedämpftes Licht, mehr Zeit für persönliche Gespräche: Laut einer aktuellen Pressemitteilung der Telekom führen ausgewählte Shops künftig die sogenannte "Magenta Stille Stunde" ein. Dabei handelt es sich um gezielt reizreduzierte Beratungszeiten für Privat- und Geschäftskunden, die auf eine ruhige Umgebung angewiesen sind.
Das Angebot richtet sich unter anderem an Menschen im Autismus-Spektrum, mit ADHS, erhöhter sensorischer Empfindlichkeit oder Angststörungen, ist aber bewusst niedrigschwellig gehalten und kein Nischenprodukt. Termine können vorab gebucht werden, ein spontaner Besuch bleibt dennoch möglich. Mit dem Konzept will der Konzern Barrieren abbauen und seinen Anspruch auf kundenzentrierten, barrierearmen Service unterstreichen.
KI-Fabrik in München als strategischer Wachstumstreiber
Zwei Tage zuvor hatte die Telekom mit einem milliardenschweren Zukunftsprojekt für Aufmerksamkeit gesorgt: Gemeinsam mit dem US-Chipriesen NVIDIA wurde in München eine sogenannte "Industrial AI Cloud" eröffnet. Die neue KI-Fabrik soll die deutsche KI-Rechenkapazität deutlich erhöhen und Unternehmen aus Industrie, Mittelstand und Forschung eine leistungsfähige, souveräne Infrastruktur bieten.
Zum Einsatz kommen bis zu 10.000 Hochleistungs-GPUs, alle Daten verbleiben in Deutschland. Die Plattform ist C5-zertifiziert, nutzt eine Zero-Trust-Architektur und richtet sich an Anwendungsfelder wie digitale Zwillinge, Robotik oder vorausschauende Wartung. Ziel ist es, eine europäische Alternative zu US-Cloud-Anbietern zu etablieren und München als führenden KI-Standort zu positionieren.
So reagieren Anleger und Analysten
An der Börse zeigt sich die Telekom-Aktie aktuell etwas schwächer: Auf XETRA verlor das Papier zuletzt 0,92 Prozent auf 30,32 Euro. Dennoch liegt die Aktie seit Jahresbeginn weiterhin rund 10 Prozent im Plus. Impulse kommen aktuell weniger vom Tagesgeschäft als vielmehr von der Einschätzung des Kapitalmarkts.
So bestätigte die Privatbank Berenberg ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 35,20 Euro - und sieht damit ein Steigerungspotenzial von knapp 16 Prozent zum aktuellen Kursniveau. Die jüngst angekündigte Preiserhöhung für einen Teil der Internet-Bestandskunden in Deutschland stärke laut Analyst Paul Sidney die Zuversicht für bessere Marktbedingungen und Wachstum in den kommenden 12 bis 18 Monaten, wie dpa-AFX berichtet.
Auch TipRanks zeigt ein geschlossen positives Bild: Neun von neun Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 37,55 Euro und signalisiert damit ein Aufwärtspotenzial von rund 23 Prozent.
Redaktion finanzen.net
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