Aktien Frankfurt: SAP-Kurseinbruch macht Dax erheblich zu schaffen

29.01.2026 12:08:39

FRANKFURT (dpa-AFX) - Massive Verluste der schwergewichtigen SAP-Aktie (SAP SE) haben den DAX am Donnerstag auf deutlich tieferes Terrain gezogen. Der Softwarekonzern hatte mit seinen Quartalszahlen und dem Ausblick enttäuscht. Als weitere Belastungsfaktoren erwähnten Marktstrategen wieder zunehmende geopolitische Spannungen, erhebliche Preisanstiege bei Energieträgern und den zunehmend starken Euro zum US-Dollar.

Der Dax notierte gegen Mittag 1,1 Prozent im Minus bei 24.555 Punkten, wovon rund zwei Drittel allein auf die SAP-Verluste zurückgehen. Der MDAX der mittelgroßen Börsenwerte sank um 0,1 Prozent auf 31.612 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es hingegen um rund 0,4 Prozent nach oben.

"Insbesondere der Iran-Konflikt schwebt wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Anleger und belastet die Risikobereitschaft. Zusätzlich sorgt die unklare Gemengelage rund um den Konflikt um Grönland für Verunsicherung. Solange belastbare Signale zur geopolitischen Entwicklung ausbleiben, dürfte die Vorsicht an den Aktienmärkten anhalten", kommentierte Marktexperte Timo Emden von Emden Research.

Die US-Notenbanksitzung vom Vorabend ließ die Anleger hingegen kalt, da die Fed den Leitzins erwartungsgemäß unverändert gelassen hatte. Im Blick steht hier weiterhin die Unabhängigkeit der Fed, die sich der Angriffe von US-Präsident Donald Trump erwehren muss.

Europas größter Softwarehersteller SAP kann seine Anleger mit einer angepeilten Beschleunigung des Umsatzwachstums nicht über die Enttäuschung um die aktuelle Lage hinwegtrösten. Ende 2025 konnten die Walldorfer nicht so viele Verträge im Wachstumsfeld mit Cloudsoftware abschließen wie erhofft. 2026 dürfte das Wachstum des Vertragsbestands auf Sicht der kommenden zwölf Monate im Vergleich mit dem Vorjahr zurückgehen. Um die Investoren bei Laune zu halten, steckt das Unternehmen die kommenden zwei Jahre bis zu 10 Milliarden Euro in Aktienrückkäufe.

Das SAP-Papier rutschte im Handelsverlauf auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren ab und verlor zuletzt 15,5 Prozent. Einen größeren Tagesverlust gab es zuletzt im Oktober 2020, als der Software-Entwickler wegen der Corona-Pandemie die Geschäftsziele drastisch zusammenstreichen musste. Seit dem Rekordhoch vor knapp einem Jahr summiert sich das Kursminus damit auf mehr als 40 Prozent.

Die Deutsche Bank verzeichnete 2025 ein Vorsteuerergebnis von 9,7 Milliarden Euro auf Rekordniveau. Damit erreichte das Geldhaus nicht nur sein Renditeziel, sondern übertraf auch die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Die Anteilseigner können sich nun auf eine Dividende von einem Euro freuen, rund anderthalbmal so viel wie im Vorjahr. Zudem stellte das Institut weitere Aktienrückkäufe in Aussicht.

Getrübt wird der Geschäftserfolg aber durch die erneuten Ermittlungen gegen Verantwortliche und Mitarbeiter der Bank wegen des Verdachts der Geldwäsche, die am Tag vor der Bilanzvorlage bekannt wurden. Die Aktie büßte 2,1 Prozent ein, nachdem sie am Mittwoch bereits um rund 2 Prozent gefallen war.

Die Deutsche-Bank-Tochter DWS (DWS Group GmbHCo) übertraf 2025 ihre Ziele und legte die Latte für die kommenden Jahre höher. Zudem sollen die Aktionäre im Jahr 2027 eine Sonderdividende erhalten. Die DWS-Anteilsscheine erklommen ein Rekordhoch bei 63,20 Euro und verteuerten sich als MDax-Spitzenreiter zuletzt um 9,2 Prozent.

Der Softwarehersteller Nemetschek (Nemetschek SE) steigerte 2025 den Erlös um knapp ein Fünftel und knackte damit erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro. Umsatz und Profitabilität lagen den Angaben zufolge im Rahmen der Prognose des Unternehmens sowie der Analystenschätzungen. Nach deutlichen Anfangsgewinnen bröckelten die Nemetschek-Titel aber merklich ab und notierten zuletzt 1,7 Prozent im Minus.

Die Aktien von Siemens gewannen 3,3 Prozent und nähern sich damit ihrem Rekordhoch von Mitte Januar. Marktbeobachter verwiesen als Begründung auf den starken Auftragseingang des Konkurrenten ABB (ABB (Asea Brown Boveri)), der positive Rückschlüsse auf die Orderlage des deutschen Technologiekonzerns zulasse.

Die Titel von flatexDEGIRO setzten ihren jüngsten Rekordkurs mit einem weiteren Höchststand bei 41,60 Euro fort und notierten zuletzt 2,3 Prozent im Plus. Mit einem Plus von mehr als 12 Prozent in dem noch jungen Jahr 2026 gehören die Papiere des Online-Brokers zu den attraktivsten Werten im MDax./edh/zb

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

Bildquelle: KenDrysdale / Shutterstock.com

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