Aktien Frankfurt Schluss: Dax startet Erleichterungsrally
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach drei schwachen Tagen infolge des neuerlichen Zollschocks hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag zur Erholung angesetzt. Die Drohung durch neue US-Zölle gegen acht europäische Länder ist nach einem Treffen des US-Präsidenten Donald Trump mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte wieder vom Tisch. Zudem scheint auch frische Bewegung in die Friedensverhandlungen um die Ukraine zu kommen. Vertreter der USA, der Ukraine und Russlands wollen erneut über ein mögliches Kriegsende verhandeln.
Eine weitere positive Nachricht seien die Zweifel des Obersten US-Gerichts an der rechtmäßigen Entlassung der Fed-Direktorin Lisa Cook und die Betonung der Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed, begründete Christine Romar, Europa-Chefin von CMC Markets, die wieder positive Stimmung für Aktien.
Der DAX, der am Vormittag bis knapp unter 25.000 Punkte gestiegen war, während er am Tag zuvor noch bis auf 24.350 Punkte abgesackt war, schloss 1,20 Prozent höher auf 24.856,47 Zählern. Damit hat der deutsche Leitindex seit dem Rekordhoch Mitte Januar bei 25.507 Punkten 2,5 Prozent abgegeben.
Der MDAX der mittelgroßen Börsenwerte beendete den Handel 2,40 Prozent höher auf 31.687,04 Punkten. Auch europaweit wurden Gewinne verzeichnet. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,25 Prozent auf 5.956,17 Punkte. Außerhalb der Euroregion legten der Schweizer SMI und der britische FTSE 100 weniger deutlich zu. Jenseits des Atlantiks ging es für die US-Börsen nach oben.
Trump und Rutte einigten sich am Rande des Wirtschaftsforums in Davos auf einen Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion. Details zum geplanten Abkommen zwischen den USA und der Nato sind aber noch nicht bekannt.
"Viel wichtiger ist für die Börsianer ohnehin die Info, dass die angedrohten Zusatzzölle am 01. Februar nicht in Kraft treten werden", kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Ob das Grönland-Thema damit aber dauerhaft zur Zufriedenheit aller gelöst werden könne, bleibe offen. Marktanalyst Daniel Kostecki von CMC Markets ist skeptisch mit Blick auf die Facetten militärische Sicherheit und mögliche künftige Rohstoff-Projekte. "Europa könnte am Ende mit nichts weiter als vagen Sicherheitszusagen dastehen, die ohnehin mit den nationalen Interessen der USA übereinstimmen", befürchtet er./ck/he
Bildquelle: Julian Mezger für Finanzen Verlag