RWE-Aktie auf Mehrjahreshoch: Rückenwind durch Offshore-Zuschläge

15.01.2026 16:38:00

Die RWE-Aktie klettert erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt über die 50-Euro-Marke und erhält Rückenwind durch positive Analystenkommentare nach Offshore-Zuschlägen.

Die RWE-Aktie hat am Donnerstag weiter Rückwind erhalten und ist erstmals seit 2011 wieder über 50 Euro geklettert. Zuletzt stieg das Papier im kaum veränderten DAX um 1,8 Prozent auf 50,24 Euro.

Auftrieb gaben zahlreiche positive Kommentare von Analysten nach dem erfolgreichen Zuschlag bei britischen Offshore-Auktionen am Vortag.

Unter ihnen schätzt Peter Bisztyga von der Bank of America RWE besonders positiv ein. Die Aktie sei eine der 25 Top-Empfehlungen für 2026, schrieb er. Dabei verwies der Analyst auf den Auktionserfolg in Großbritannien sowie die strategische Partnerschaft mit der Beteiligungsgesellschaft KKR und hob sein Kursziel um 3 Euro auf 59 Euro an. Damit hat er nun das höchste Kursziel aller von dpa-AFX und Bloomberg beobachteten Research-Häusern.

Im XETRA-Handel am Donnerstag gewinnt die RWE-Aktie zeitweise 2,39 Prozent auf 50,54 Euro. Zuletzt war es im Februar 2011 gewesen, als die Aktie über 50 Euro gekostet hatte. Zum Rekordhoch von etwas über 100 Euro im Jahr 2008 ist der Weg allerdings noch weit.

Bereits seit Herbst 2025 hat sich die Charttechnik für die Aktie begonnen aufzuhellen. Die mittel- und längerfristigen Trendindikatoren wurden zunehmend positiver und Mitte Dezember dann überwand die Aktie schließlich die 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend signalisiert und inzwischen bei etwas über 46 Euro verläuft.

Deepa Venkateswaran vom US-Analysehaus Bernstein sprach mit Blick auf die Auktion von einem "vollen Erfolg" für RWE und sieht eine Wiederbelebung der Offshore-Windenergie in Großbritannien und Europa, insbesondere für den deutschen Konzern.

BofA-Analyst Bisztyga erklärte, dass sich RWE in der britischen Auktion den Zuschlag für Großprojekte mit einer Gesamtkapazität von 6,9 Gigawatt gesichert habe. Das sei eine etwa doppelt so hohe Kapazität, als vom Markt erwartet. Zudem setze das obendrein angekündigte Finanzierungs-Joint-Venture mit KKR hohe liquide Mitteln frei.

"Die Projektfinanzierungsstruktur führt in diesem Sommer zu einer Barauszahlung von 2,9 Milliarden Pfund für aktivierte Entwicklungskosten", schrieb er. Dabei bezifferte Bisztyga den Eigenkapitalbedarf von RWE auf "lediglich 0,9 Milliarden Pfund, - und zwar erst nach vollständiger Inanspruchnahme der Projektfinanzierung". Die Nettoinvestitionen bis 2030/31 dürften zugleich nur 1,2 Milliarden Euro betragen, weshalb die Nettozinskosten für RWE kräftig sinken dürften.

Metzler-Analyst Guido Hoymann hatte sein Kursziel bereits am Vortag von 54 auf 57 Euro hochgeschraubt und ebenfalls den von RWE gesicherten Kapazitätsumfang gelobt. Der sei stark mit Blick auf die aktuelle Gesamtkapazität von laut Hoymann etwa 40 Gigawatt.

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FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquelle: Dennis Diatel / Shutterstock.com, Andre Laaks, RWE, rafapress / Shutterstock.com

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