Rivian-Aktie rutscht heftig ab: UBS-Analyst warnt vor überzogenen Erwartungen
• UBS-Analyst spricht Verkaufsempfehlung für Rivian-Aktie aus
• Erwartungen an Rivian und R2 zu hoch
• KI-Ambitionen schon eingepreist
Analyst Joseph Spak von der Schweizer Großbank UBS hat die Aktie des E-Autobauers Rivian zur Wochenmitte von "Neutral" auf "Sell" abgestuft. Gleichzeitig hob er zwar das Kursziel für den Anteilsschein von 13 US-Dollar auf 15 US-Dollar an, ein Abrutschen der Rivian-Aktie konnte das jedoch nicht verhindern.
Hintergrund der Herabstufung
Spak begründete seine Neubewertung des Tesla-Konkurrenten vor allem mit überzogenen Erwartungen, die sich in den letzten Wochen rund um Rivians Potenzial im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) und autonome Fahrtechnologien aufgebaut hätten. Seit dem sogenannten Autonomy and AI Day im Dezember 2025 habe der Aktienkurs von Rivian um etwa 15 Prozent zugelegt, während der breitere Markt nur moderat stieg - ein klarer Hinweis darauf, dass viele Anleger eher auf Stimmung als auf fundamentale Entwicklungen setzten, so der Experte.
Der UBS-Analyst sieht daher das Chance-Risiko-Verhältnis bei der Rivian-Aktie als ungünstig an: Die meisten positiven Nachrichten rund um Rivians KI-Ambitionen seien bereits im Kurs eingepreist, und es gebe nur begrenzte kurzfristige Katalysatoren, die einen weiteren Anstieg rechtfertigen könnten. Zudem würden Erwartungen an den bevorstehenden R2-Modelstart - der für das erste Halbjahr 2026 erwartet wird - auf einem Niveau liegen, das nach Einschätzung der Bank schwer zu erreichen sei, da viele Kunden voraussichtlich auf die leistungsstärkere Version des R2 warten dürften, die nochmal rund ein halbes Jahr später erwartet wird. Zudem stelle Rivian mit dem R2-Modell und autonomen Funktionen Produkte in Aussicht, deren Auswirkung auf Umsatz und Gewinn erst verzögert eintreten dürfte. Spak glaubt daher, dass Rivian in 2026 und 2027 rund 16 Prozent bzw. 19 Prozent weniger Umsatz verbuchen werde, als am Markt allgemein angenommen.
So schlägt sich Rivian bisher im EV-Sektor
Die Herabstufung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Rivian bereits mit harten Zahlen aus dem Jahresverlauf 2025 zu kämpfen hat: So lieferte der Tesla-Konkurrent im Gesamtjahr 2025 nur 42.247 Fahrzeuge aus - eine verschwindend geringe Anzahl verglichen mit anderen E-Autobauern. Zudem steckt der Konzern weiter in der Verlustzone fest. Im dritten Quartal fiel das Minus mit 0,96 US-Dollar pro Aktie zudem deutlich höher aus als Analysten mit -0,739 US-Dollar je Aktie erwartet hatten. Die Bilanz für das vierte Quartal 2025 wird Rivian am 12. Februar nach Handelsschluss an den US-Börsen präsentieren.
Skeptikern zufolge sei das angekündigte R2-Modell von Rivian vielleicht die letzte Möglichkeit, im hart umkämpften Markt zu bestehen - und an der Börse, wo die Rivian-Aktie inzwischen nur noch einen Bruchteil ihres anfänglichen Preises wert ist.
So reagiert die Rivian-Aktie
Als unmittelbare Folge des Analystenkommentar geriet die Rivian-Aktie am Mittwoch an der NASDAQ deutlich unter Druck: Bis zum Handelsende verlor das Papier 7,16 Prozent auf 17,50 US-Dollar, im Handelsverlauf war es zuvor zeitweise sogar um bis zu 9,44 Prozent auf 17,07 US-Dollar abwärts gegangen. Auch im Handel am Donnerstag setzten sich die Verluste fort - wenn auch in langsamerem Tempo: Hier verliert der Anteilsschein zeitweise weitere 3,09 Prozent auf 16,96 US-Dollar.
Zum neuen, erhöhten Kursziel der UBS besteht selbst nach dem Kursrutsch vom Mittwoch noch weiteres Abwärtspotenzial. Gemäß den Erwartungen von Analyst Joseph Spak dürfte die Rivian-Aktie ausgehend vom letzten Schlusskurs noch einmal um weitere 14,3 Prozent fallen.
Redaktion finanzen.net
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